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Radsport

300 Auserwählte dürfen bei Rhön300 am 1. August starten

Organisator Peter Baumgart hat trotz Corona-Krise Langmut bewiesen und die Veranstaltung nicht abgesagt. Dafür wird er mit großem Interesse und Anerkennung unter den Radsportlern belohnt.
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Zu nah beieinander wie hier 2019 sollten die 300 Teilnehmer von Rhön300 nicht fahren. Unter Beachtung der Hygieneregeln darf die Radsportveranstaltung am 1. August dennoch stattfinden. Foto: Sebastian Schmitt
Zu nah beieinander wie hier 2019 sollten die 300 Teilnehmer von Rhön300 nicht fahren. Unter Beachtung der Hygieneregeln darf die Radsportveranstaltung am 1. August dennoch stattfinden. Foto: Sebastian Schmitt

Peter Baumgart hat hoch gepokert. Und er hat gewonnen. Während andere Radveranstaltungen der Region reihenweise wegen Corona abgeblasen wurden, hielt der Schondraer an Rhön300 fest. Und kann stolz verkünden, dass das anspruchsvolle Radrennen am 1. August "ganz sicher" über die Bühne geht. Wenn auch anders, als die Ausgaben zuvor.

Die freudige Botschaft erreichte die Veranstalter um Baumgart bereits am 7. Juli: Unter der Überschrift: "Heute ist ein großartiger Tag für Rhön300!!" teilten sie mit, dass die Regierung von Unterfranken die schriftliche Genehmigung für das Sportereignis erteilt habe. "Es gibt durch Corona kleine Anpassungen; aber trotzdem dürfen sich alle Teilnehmer auf eine schöne Ausfahrt freuen", heißt es weiter.

Eine augenfällige Änderung dürfte ein, dass sich die Teilnehmer - anders als zuvor - nicht mehr direkt vor dem Rennen anmelden können. Das musste im Vorfeld geschehen und nun bekommen alle 300 Teilnehmer ihre Unterlagen klassisch per Post zugeschickt. Diese müssen sie unterschrieben und zum Start unterschrieben mitbringen.

Weitere Änderungen betreffen den Ablauf: Morgens, um 6 Uhr, werden maximal 150 Starter zur 300-Kilometer-Marathontour aufbrechen dürfen. Laut Baumgart zieht sich das Fahrerfeld auf den ersten Kilometern erfahrungsgemäß weit auseinander, so dass das Ansteckungsrisiko sich seiner Meinung nach in Grenzen hält. Die Sportler kommen in der Regel individuell und stark zeitversetzt an.

Für die um 7 Uhr beginnende 180er-Tour gilt Ähnliches: nicht mehr als 150 Radsportler am start, ein Feld, das sich auseinander zieht stehen. Und eine individuelle Ankunft. Diejenigen 50, die sich auf die 110er-Strecke machten, würden eh individuell starten, so der Organisator.

Eingepackte Verpflegung

Auch auf der Strecke werden die Teilnehmer gewisse Auflagen merken. Zehn Verpflegungsposten werden die Strecke säumen, davon drei größere. Sie werden von Gastronomien in Bischofsheim, Diebach und Urspringen betrieben. Das Essen wird - wo möglich - hygienisch verpackt ausgegeben. An den größeren Versorgungspunkten wird es Suppen und Nudelgerichte geben.

Baumgart wird separate Duschtrailer aufstellen lassen. An jedem Verpflegungspunkt wird eine Toilette mit Handwaschanlage stehen.

Bei seinem Konzept orientierte sich der Schondraer unter anderem an den Hygieneregeln, die ihm das Landratsamt Bad Kissingen vorgab und die einzuhalten waren. Für die Streckenführung benötigte er nicht nur die Zustimmung der Regierung von Unterfranken, sondern auch die der hessischen und thüringischen Behörden. Denn Rhön300 führt bekanntlich durch drei Bundesländer.

Glaubt man Baumgart, gestaltete sich die Zusammenarbeit mit den Ämtern unproblematisch. "Wir haben viele Hürden genommen und konnten auch einige umgehen." Eingereicht wurden unter anderem ein Strecken-, ein Posten- und ein Beschilderungsplan.

Peter Baumgart freut sich, "dass es auch in Coronazeiten möglich ist, ein Sportereignis zu organisieren". Auch wenn es wegen der Auflagen teurer werden wird als zu Normal-Zeiten. Der Schondraer ist zufrieden, wenn das Ganze "auf ein Nullsummenspiel hinausläuft".

Der Erfolg gibt ihm recht

Aber wozu der ganze Aufwand? "Ich mache das für die Rhön, eines der schönsten Gebiete für Rennradfahrer und unter Wert gehandelt", sagt Baumgart. Er wolle seinen Teil dazu beitragen, "dass andere sehen, was für eine schöne Region wir haben". Zudem sei jede Radveranstaltung, die wegen Corona ausfalle, schlecht und deprimierend.

Der Erfolg gibt ihm anscheinend recht. "Es hätten bestimmt 500 Sportler teilnehmen wollen", schätzt er mit Blick auf die Anfragen. Zum Vergleich: Vergangenes Jahr verbuchte er 150 Teilnahmen. Bei Teilnehmern, die bei ihm anriefen, habe er große Vorfreude gemerkt. Sie würden extra für Rhön300 trainieren.

Ansporn, weiter zu trainieren

Das kann Martin Voigt aus Wildflecken nur bestätigen. Der 47-Jährige gehört mit fünf, sechs Anderen zum Team Bike World Brand aus Euerdorf, das an Rhön300 teilnimmt. Wie die vergangenen drei Mal wagt sich Voigt auf die Maximaldistanz von 300 Kilometer. "Wir freuen uns alle, dass das Rennen stattfinden kann. Es ist Ansporn, weiter zu trainieren und Rad zu fahren."

Während der Corona-Zeit hätten er und seine Mitstreiter schon gebangt und abgewartet. Schließlich könne man eine Veranstaltung wie Rhön300 relativ kurzfristig absagen. Die Veranstaltung habe davon profitiert, dass sie nicht so groß und publikumsträchtig wie manches Radsport-Großereignis in der Region sei, dass wegen zu großer Enge gekippt werden musste.

Etwaige Beschränkungen, wie zum Beispiel Mundschutz am Start, würde er gern in Kauf nehmen. Während des Fahrens bestehe ohnehin genügend Seitenabstand zu anderen. Auch Voigt glaubt, dass sich das Feld schnell auseinanderzieht. "Jetzt freuen wir uns auf eine schöne organisierte Tour, wollen die volle Distanz und die Höhenmeter schaffen und einfach Spaß haben."