FC Memmingen - FC 05 Schweinfurt (Freitag, 19.30 Uhr)

Der Chef ist angefressen: "Gerd Klaus sitzt genauso fest im Sattel wie zum Saisonanfang", sagt der Schweinfurter Präsident Markus Wolf über seinen Trainer und legt wuchtig nach: "Ich würde die Diskussionen ja verstehen, wenn wir einen Scheiß-Fußball spielen würden. Aber außer den letzten drei Ergebnissen sind wir im Soll. Wir haben einen Zwei-Jahres-Plan und mein Gerechtigkeitsempfinden ist, ihm auch die Zeit zu geben." Das hieße, Klaus wäre auch in der kommenden Saison Trainer des Regionalligisten, wenngleich der Vertrag des 46-Jährigen im Sommer ausläuft. "Wir wollen uns in der Winterpause zusammensetzen", sagt Wolf.
Und räumt gleich mit weiterem "Gerede" auf: "Es geht mir auf den Senkel, dass es heißt, Gerd bleibt Trainer, weil wir befreundet sind. Gerade deshalb hinterfragen wir alles nur umso mehr. Der Trainersohn hat es in einer Mannschaft immer schwerer. Wir sind professionell genug und würden sicherlich reden, wenn es Anlass dazu geben würde. Aber ich bin nah an der Mannschaft, ich habe mit vielen, erfahrenen Spielern gesprochen. Auch die sagen, dass es nicht am Trainer liegt und wir ein super Training machen."
Für den gestärkten Trainer heißt die Zauberformel derweil: Leistung beibehalten, Ertrag steigern. "Wir müssen an die 80 Minuten gegen Garching anknüpfen aber das Ergebnis natürlich ändern; uns körperlich entwickeln und am Torabschluss arbeiten, das müssen wir so schnell wie möglich reparieren", sagt Gerd Klaus, der auf vereinzelte Forderungen nach seinem Rausschmiss nicht viel geben will: "Schön ist das nicht, aber du bist als Trainer halt der Letzte in der Kette. Was wir hier aufbauen, ist keine kurzfristige Geschichte. Wenn ich merken würde, dass ich nicht mehr an die Mannschaft rankomme, würde ich schon reagieren. Aber ich konzentriere mich auf meine Arbeit und die ist es, die Jungs in die Spur zu kriegen."
Tatsächlich fehlt dem FC 05 derzeit gar nicht so viel. Hätte Marius Willsch beim 1:3 gegen Garching gleich nach der Halbzeit das 2:0 für Schweinfurt gemacht, wäre der VfR kaum zurückgekommen. Und auch nicht, wäre der Ball vor dem 1:1 nicht arg fies vor Julian Schneider die Richtung versprungen. Die Fernsehbilder entlasten den Schweinfurter Keeper doch zu großen Teilen. Hätte, wäre - bringt halt nichts. In Memmingen soll der Konjunktiv keine Rolle spielen. Dort, wo Gerd Klaus "kein Zuckerschlecken" erwartet: "Aber in der Liga ist es eigentlich auch wurscht, gegen wen du spielst. Das sind alles 50:50-Spiele."
Bei den punktgleichen Memmingern dürfte die Stimmung nach dem 3:2 vor einer Woche bei Schalding-Heining bedeutend besser sein. Auch, wenn die Elf von Trainer Stefan Anderl in der eigenen Arena seit dem ersten Spieltag (3:0 gegen Burghausen) keinen Dreier mehr geholt hat. Und die Schweinfurter kommen mit nahezu voller Kapelle ins Allgäu. Marino Müller (krank) und Daniel Diroll (Knie) fallen zwar aus, dafür kommen die zuletzt gesperrten Kevin Fery, Adam Jabiri und Johannes Bechmann zurück in den Kader. Und Marco Janz, der gegen Garching mit muskulären Problemen runtermusste, wird wohl auch spielen können.