Der 53-Jährige ist Chef-Coach der Münnerstädter Dark Knights und zudem in der European League of Football als Schiedsrichter aktiv und ein echter Experte des US-Sports.

Herr Sumner, nicht nur die Dark Knights spielen nun ihr erstes Heimspiel, sondern auch die NFL steht in den Startlöchern. Wie sehr freuen Sie sich auf die neue Saison?

Eric Sumner: Als Atlanta-Falcons-Fan bin ich immer wieder aufs neue gespannt, wie sie sich in der neuen Saison schlagen.

Natürlich freut sich jeder Fan auf tolle Spiele mit den besten Spielern der Welt. Aber gibt es etwas, auf das Sie, als Trainer und Fachmann, besonderes Augenmerk legen, etwa taktische Veränderungen zur Vorsaison?

Meist lege ich mein Augenmerk auf die Defense. Hier sieht man oft Aufstellungen, bei denen man etwas mitnehmen kann.

Gibt es Teams in der NFL, welche Sie aus der Trainerperspektive besonders intensiv verfolgen?

Im Grunde nicht, hier bin ich Fan wie jeder andere auch.

Versuchen Sie Spielzüge und Systeme aus der NFL auch in das Team hier in Münnerstadt zu übernehmen?

Prinzipiell sind die Spielzüge und Systeme ähnlich, dennoch deutlich weniger komplex als bei den Profi-Teams der NFL. Das vorhandene Personal entscheidet meist, was man spielen sollte - und kann.

Wo sehen Sie trotzdem Parallelen?

Die Parallele liegt in dem Sport selbst. Die Regeln geben die Formationen vor, und aus dieser muss man sein Konzept erstellen, die meist simpler sind, dennoch ähnlich aussehen.

Merken Sie an der steigenden Football-Begeisterung in Deutschland auch eine qualitative Verbesserung im Training oder bei den Spielern? Werden die Teams durch mehr Fachwissen besser?

Ja, definitiv. Durch diese Begeisterung gibt es einen personellen Zuwachs in den Mannschaften, was wiederum die Möglichkeiten für die Trainer verbessert, ihr Fachwissen effizienter zu vermitteln.

Wenn Sie sich ein NFL-Team als Trainer aussuchen könnten, welches wäre es und warum?

Ganz klar die Atlanta Falcons. Dann wäre ich in meiner Heimat Georgia bei meinem Lieblingsteam. Im College-Football drücke ich für die Georgia Bulldogs die Daumen.

Nun dürfen Sie sich einmal unbeliebt machen. Was ist Ihre kontroverseste Meinung zur NFL, sei es auf Spieler oder auf ein Team bezogen?

Die NFL ist sehr kommerziell geworden und der Druck für Athleten und Trainer ist immens. Leider kommt es immer öfter vor, dass Spieler darunter zerbrechen und das zu negativen Schlagzeilen führt.

Zum Schluss drei Fragen mit der Bitte um kurze Antwort. Wer wird am meisten überraschen? Wer wird MVP? Wer gewinnt den Superbowl?

Meine Atlanta Falcons sind immer für eine Überraschung gut. Als MVP-Kandidaten sehe ich Derek Carr, den Quarterback von den Las Vegas Raiders. Sie sehe ich als mögliche Superbowl-Gewinner.

Das Gespräch führte

Christopher Meindl