SG Bad Kissingen - SG Fuchsstadt 6:0 (1:0) Tore: 1:0 Michael Salzmann (28.), 2:0 Leon Schmitt (50.), 3:0 Drilon Beqiri (70.), 4:0 Leon Schmitt (76.), 5:0, 6:0 Luca Ehrenberg (85., 89.).

Unter schwierigen Umständen fand diese Begegnung statt, denn unter der Woche verstarb nach Krankheit der langjährige Trainer der SG Fuchsstadt. "In dieser schwierigen Situation haben wir mit den Jungs abgesprochen, dass wir trotzdem spielen und hatten uns im Andenken an den Coach auch viel vorgenommen", so Fuchsstadts Trainer Dimitri Jampolski. Mit einer Schweigeminute wurde dem Verstorbenen gedacht.

Bei spätsommerlichem Wetter am Sonntagmorgen gestaltete sich in Reiterswiesen eine von Beginn an umkämpfte Partie zwischen den beiden Bezirksoberliga-Mannschaften aus dem Landkreis. Die Gäste besaßen ein spielerisches Übergewicht und in Person von Felix Huf auch zwei Hochkaräter, als Fabian Geipel für die Kissinger der Retter in der Not war, ehe Felix Huf nach einem Eckball freistehend vergab. Auch Lewin Schmitt und Elias Schmitt kamen zu Abschlüssen für die Fuchsstädter, die SG-Keeper Tedi Kokalari aber nicht in Bedrängnis brachten.

Ein Sonntagsschuss bessert die Laune

Die andauernden Befreiungsschläge der Bad Kissinger Abwehr brachten deren Coach Stefan Greubel stattdessen zwischenzeitlich zur Verzweiflung. Seine Miene sollte sich erst erhellen, als Michael Salzmann mit einem Sonntagsschuss aus gut und gerne 30 Metern zum zu diesem Zeitpunkt glücklichen 1:0 traf. Ab diesem Moment wirkten die Gäste gehemmter.

Nur fünf Zeigerumdrehungen nach Wiederanpfiff legte die SG Bad Kissingen nach. Nach einem zu kurzen Rückpass erlief sich Alessandro Boccuzzi das Leder und bediente Leon Schmitt, der nur noch einschieben musste. Fuchsstadt gab sich nicht geschlagen und spielte weiter nach vorne. Doch Lewin Schmitt, der eine Bilanz von fünf Saisontoren in den ersten beiden Spielen aufweisen konnte, fand in Kokalari seinen Meister und blieb diesmal torlos.

Stattdessen klingelte es erneut auf der Gegenseite, als sich Drilon Beqiris Schuss unhaltbar ins Tor drehte. Der Willen der Hintermannschaft war endgültig gebrochen, als Leon Schmitt die Kugel zum 4:0 in die Maschen setzte. Keeper Robin Pfriem hatte zunächst noch stark pariert, nachdem Boccuzzi sich zuvor gegen drei Mann durchgesetzt hatte. In den Schlussminuten sollte die Stunde von Bad Kissingens Innenverteidiger Luca Ehrenberg schlagen. Nach einem Lauf über das ganze Feld, veredelte er den Flankenball von Spielführer Leon Schmitt mit der linken Klebe. Und nur vier Minuten später bejubelte Ehrenberg, diesmal von Schmitt mit einer flachen Hereingabe bedient, das 6:0 und damit den finalen Treffer im Kreisderby. "Im letzten Drittel hat es bei uns leider nicht funktioniert die Bälle reinzuspielen und das Spiel noch umzubiegen. In der zweiten Halbzeit wurden wir dann komplett ausgekontert", bilanzierte Fuchsstadts Übungsleiter Jampolski ernüchtert.

"Das war eine perfekte zweite Halbzeit"

Kissingen-Coach Stefan Greubel zeigte sich erfreut: "Der Sonntagsschuss hat natürlich vieles erleichtert. Das Ergebnis fällt aber mindestens zwei Tore zu hoch aus, jeder Schuss war am Ende ein Treffer. Das war eine perfekte zweite Halbzeit von uns. Dass wir Tore schießen können, wissen wir. Wir müssen gut verteidigen, und das haben wir diesmal getan."

Die Abwehrleistung seines Teams in der ersten Hälfte hob auch Bad Kissingens Kapitän Leon Schmitt hervor: "Das war es ein verdienter Sieg, der dadurch begünstigt wurde, dass die Fuchsstädter die Räume freigemacht haben und so mehr Chancen zuließen. Am Ende waren es aber vielleicht ein oder zwei Tore zu viel." Für die Kurstadt-Truppe war es letztlich der perfekte Abschluss ihrer englischen Woche, in der zuvor der erste Saisonsieg eingefahren worden war beim 2:1-Erfolg über den TV Haßfurt mit Treffern von Claudio Hemberger und Michael Salzmann sowie einer kompakten Abwehrleistung.