So ein großes Geburtstagsgeschenk hat Mohammad Shadab noch nie bekommen. Es war auch nicht nur für ihn, doch das die Lieferung des neuen Wettkampfrings für die Boxabteilung des TSV Bad Kissingen genau auf seinen 25. Geburtstag fiel, war ein gutes Omen für den gebürtigen Afghanen. Der Deutsche Meister half wie seine Mannschaftskameraden fleißig mit beim Probe-Aufbau des neuen Boxrings. Der misst immerhin Sechs-mal-Sechs Meter.

"Die Boxabteilung des TSV Bad Kissingen hat damit nun einen modernen Wettkampfring", erklärt Feuchter. Erstmal zum Einsatz kommen wird er bei der vierten Kissinger Boxnacht, die am 5. November in der Bayernhalle stattfindet. Der Kissinger Box-Chef ist sichtlich erleichtert, denn endlich ist das Schleppen des alten Rings mit 200 Kilogramm schweren Einzelteilen mit sieben Metern Länge vorbei. Für den Transport war immer ein Lkw nötig, nun reicht ein Kleintransporter. Das schwerste Einzelteil jetzt ist der Ringpfosten mit knapp 50 Kilogramm Gewicht.

Eine niedrige fünfstellige Summe

Der TSV hat dafür immerhin eine niedrige fünfstellige Summe auf den Tisch gelegt. Vergangenes Wochenende wurde nun das Schmuckstück direkt aus Tschechien in die Kurstadt angeliefert. Der Transporter verspätete sich und die Boxer mussten sich in Geduld üben, doch Edgar Feuchter hat seine Jungs und ein Mädchen im Griff. Einer musste den Aufbau mit der Kamera dokumentieren, ein anderer Kämpfer sollte schnell einen Markierstift besorgen, ein kurzer Plausch hier und einer da und schon war die Zeit verflogen. Der Transporter rollte auf den Hof und los konnte es gehen. Die Faustkämpfer scharrten schon mit den Hufen und schnell waren die Teile in die Halle getragen. "Das soll ein Boxring sein", rutschte es einem Nachwuchs-Kämpfer beim Anblick der einzelnen Bauteile heraus. Doch schon 20 Minuten nach dem Aufbaubeginn konnte man den Wettkampfring in groben Zügen erkennen. "Welch ein Zeitgewinn, wenn man daran denkt, wie aufwendig der Aufbau des alten Rings war", sagte Feuchter. Der alte Ring wurde übrigens nach Fulda verkauft.

Mit farbigen Klebebändern markiert

Die Stahl-Konstruktion war schnell zusammengebaut und mit Bolzen verschraubt. Dann wurden die entscheidenden Innenteile des Rings mit farbigen Klebebändern markiert, damit der nächste Zusammenbau noch schneller geht. Erst als die Eckpfosten fixiert waren, konnte man die wirkliche Größe des Wettkampfrings sehen. Zehn oder zwölf Runden in so einem Ring zu überstehen, muss enorme Kraft kosten.

Wer denn als Erster in den neuen Ring steigen darf, war die Frage an den Abteilungsleiter. "Der Ringsprecher natürlich", konterte Feuchter kurz und knapp. Warum das Quadrat überhaupt Boxring heißt, wusste auch keiner so genau. Früher wurden Boxkämpfe auf der Straße ausgetragen und die Zuschauer bildeten einen Kreis, den Wettkampfring sozusagen. Vor jedem Turnier wird der Ring vom Kampfrichter-Obmann geprüft und abgenommen.