SV Schwaig - Hammelburg Volleys 3:0 (25:15, 25:20, 25:12).

"Das ist, wie wenn du im Basketball keinen Point Guard hast und der 2,21 Meter große Center plötzlich dribbeln soll", beschrieb Teammanager Olly Wendt die paradoxe Situation seiner Volleys im ersten Satz. Was war passiert? Weil Zuspieler Hannes Krochmann nach überstandener Covid-Infektion noch keine ärztliche Freigabe für einen Einsatz bekam, war der Plan, Laurentiu Vinatoru direkt von seiner Arbeitsstelle nach Schwaig zu fahren. Dazu hatte sich Teammanager Frank Jansen als "Kurier" angeboten. Doch eine Vollsperrung auf der Autobahn A3 sorgte dafür, dass der zweite Zuspieler der Saalestädter nicht rechtzeitig zum Spielbeginn in die Halle sein konnte.

Es musste also improvisiert werden, und so versuchten sich Hammelburgs Mittelblocker Janick Sill und Oscar Benner im ersten Satz in der Rolle der Aushilfs-Regisseure. Auch wenn es einen Moment dauerte, bis sich Schwaig an die mehr als ungewöhnliche Konstellation gewöhnt hatte, zogen die Gastgeber ihr Spiel kompromisslos und konsequent durch. Ab dem zweiten Satz konnte Laurentiu Vinatoru nach kurzer Aufwärmphase zwar ins Spielgeschehen eingreifen, allerdings waren die Saalestädter nachhaltig von der Rolle. Vor allem fehlte es an der Abstimmung, und vielleicht tat auch die fast vierwöchige coronabedingte Trainingspause ihr übriges. Zudem fehlte Mittelblocker Nils Rehmeier krankheitsbedingt, sodass es personell nur wenig Gestaltungsmöglichkeit gab.

Vor allem der dritte Satz, in welchem den Saalestädtern, die immerhin von 25 mitgereisten Hammelburger Fans unterstützt wurden, nur magere zwölf Punkte erbeuten konnten, schmerzte. Immerhin feierte David Baden sein Mini-Comeback im Bundesliga-Trikot und auch Bruder Jonathan gehörte zum Aufgebot. Die Hammelburger Niederlage machte Karlsruhe vorzeitig zum Meister. "Die besten Glückwünsche für eine beeindruckende Saison und eine verdiente Meisterschaft", schickte Olly Wendt in Richtung der Baden Volleys.

TSV Mimmenhausen - Hammelburg Volleys 3:0 (25:11, 27:25, 25:22).

Trotz guter Vorsätze, nach der Pleite vom Vorabend viel positive Energie aufs Spielfeld zu bringen, zahlten die Saalestädter auch gegen Mimmenhausen erhebliches Lehrgeld, weil auf Seiten der Unterfranken vor allem der Aufschlagdruck fehlte und die Annahme wackelte. Angetrieben von ihrem versierten Zuspieler Federico Cipollone, fand Hammelburg im Spielaufbau und in der Offensive im ersten Satz keinerlei Mittel.

Trainer Thiago Welter schickte im zweiten Durchgang eine komplett veränderte Aufstellung aufs Feld: Oscar Benner agierte auf der der angestammten Diagonalposition, Severin Hauke auf Mitte und Branko Damjanovic außen. Der taktische Schachzug ging zunächst auf und Hammelburg dominierte den Satz bist zum 20:15. Doch dieser Vorsprung sollte nicht ausreichen. Was folgte, war die von vielen Teams so gefürchtete "One-Man-Show" von Rekordnationalspieler Christian Pampel, der den Satz für sein Team drehte und dessen Team sich trotz aufkeimender Gegenwehr der Saalestädter den ungefährdeten Sieg nicht mehr nehmen ließ. Bleibt zu hoffen, dass sich zum großen Saisonfinale am 30. April gegen Karlsruhe noch mal ein anderes und um den ein oder anderen Spieler komplettiertes Team präsentiert.

Gar nicht zum Einsatz gekommen war auf Seiten der Gäste Topscorer Moritz Rauber, der sich beim Aufwärmen gegen einen Einsatz entschieden hatte aufgrund der spürbaren Nachwehen seiner Corona-Erkrankung. Severin Hauke als sein Vertreter bot eine gute Vorstellung. Statt den zweiten Platz zu verteidigen, wurden die Volleys auf den fünften Platz nach hinten durchgereicht nach diesem schwarzen Wochenende.