Dominik Stößer war selbst am meisten überrascht, als er erfuhr , dass er zum Jugendtrainer des Jahres in unserer Region gewählt wurde. "Warum gerade ich?" Die Saale-Zeitung und die gemeinnützige Gesellschaft KOMM MIT hatten unter dem Motto "100 stille Helden - Jugendtrainer 2013" die Leser dazu aufgerufen, die engagiertesten Jugendfußballtrainer und -betreuer der Region zu suchen. Für die namhafte Jury, die aus Uli Stielike, Paul Schomann und Erich Rutemöller bestand, war es nicht einfach, aus den unzähligen Vorschlägen einen Gewinner zu finden, da jeder von ihnen den Titel "Jugendtrainer 2013" verdient hätte. Doch am meisten überzeugt hat die Jury Domink Stößer von der SG Oerlenbach.

Seit zwölf Jahren Jugendarbeit

Ziel der Aktion war es, dem Engagement der Trainer und Betreuer im Jugendbereich die Anerkennung zu zollen, die oftmals viel zu kurz
kommt. Für viele Kinder und Jugendliche ist Fußball nicht einfach nur ein Sport, sondern es ist der Platz, wo Freundschaften entstehen, wo Werte wie Fairplay und Respekt vermittelt werden, wo Träume in Erfüllung gehen. Tagtäglich stehen unzählige Jugendfußballtrainer und -betreuer auf dem Bolzplatz, um den Nachwuchskickern die spektakulärsten Tricks der großen Fußballstars beizubringen. Die meisten von ihnen machen das ehrenamtlich - neben dem Beruf. Das gilt auch für Dominik Stößer, der sich, obwohl erst 29 Jahre alt, bereits seit zwölf Jahren in der Jugendarbeit bei der SG Oerlenbach engagiert. "Mein Onkel Daniele Cazzella hat mich damals gefragt, ob ich ihn nicht unterstützen wolle. Und mir hat es von Anfang an Spaß gemacht", erzählt Dominik. Mittlerweile hat er schon Teams in allen Altersklassen betreut, derzeit hat er die U 9 unter seinen Fittichen. "Der Spaß am Fußball steht bei mir im Vordergrund, Erfolg ist zwar schön, aber zweitrangig", setzt er klare Prioritäten.

Nur zu dritt machbar

Und dass der Spaß nicht zu kurz kommt, beweisen David Feser, Elias Kleinhenz, Anton Bengel, Justin Firsching, Ben Beutert und Pascal Seidl, die am Montag spontan zu einem Spielchen kamen, obwohl ihre Partie gegen Nüdlingen abgesagt worden war. Insgesamt sind in der U 9 mittlerweile 17 Kinder zu betreuen, am Donnerstag ist von 17.30 Uhr bis 19 Uhr Training und am Montag um 18 Uhr steht normalerweise ein Spiel auf dem Programm. "Alleine kann ich das gar nicht schaffen", verweist Dominik auf die unverzichtbare Mithilfe von Nico Rogge und Christian Morchut. Manchmal ist ein Betreuer beruflich verhindert, "aber zwei sind eigentlich mindestens da, das ist bei dem lebhaften Haufen auch notwendig", betont Dominik.

Ohne Training langweilig

Das Training gestaltet das Trio so abwechslungsreich wie möglich, mit bei den Kindern besonders beliebten Fangspielen, Sitzfußball oder einem Hindernis-Parcours. Beim Eckchen-Spiel müssen zwei Jungs in die Mitte und die anderen sich den Ball zuspielen. "So lernen die Kids spielerisch die Basics wie Passen und Stoppen", erklärt Dominik. Wenn alle drei Trainer da sind, wird auch mal getrennt mit Torhütern, Abwehr und Angriff gearbeitet. "Am meisten Spaß macht mir das Spiel am Schluss des Trainings oder wenn wir Dribbeln üben", verrät David Feser. "Ohne das Training wäre mir ja den ganzen Nachmittag langweilig", ergänzt Elias Kleinhenz. Dass seine Schützlinge sich auch mal einen Blödsinn einfallen lassen, weiß ihr Trainer nur zu gut. "Ich musste mal einem der Jungs den Schuh zubinden, da sind gleich zwei den Zaun zum Schulsportplatz hochgeklettert. Um sie zu erschrecken, habe ich dann kräftig geschüttelt - mit dem Resultat, dass dann alle anderen auch geschüttelt werden wollten", lacht Dominik. Wenn es um die Zukunft des Jugendfußballs geht wird er allerdings ernst. "So richtige Fußball-Eltern werden immer seltener", weiß Dominik über zeitliche Engpässe, wenn Vater und Mutter arbeiten müssen. "Immer weniger Leute stellen sich ehrenamtlich zur Verfügung und wollen Aufgaben übernehmen", bedauert Dominik Stößer eine Entwicklung, mit der alle Vereine zu kämpfen haben.

Besuch im Camp Nou

Nun darf sich Dominik über die Auszeichnung "Jugendtrainer 2013", eine Ehrentrophäe und die Einladung zur 21. Bildungsreise von KOMM MIT freuen. Vom 21. bis zum 26. Oktober fahren alle 100 Gewinner, die in ganz Deutschland gesucht werden, nach Spanien an die Costa de Barcelona-Maresme. Namhafte Referenten wie z.B. Paul Schomann oder Heinz Werner geben ihr Wissen in spannenden theoretischen und praktischen Einheiten an die Jugendfußballtrainer und -betreuer weiter, damit diese ihr Training zu Hause noch abwechslungsreicher gestalten können. Themen sind u.a. "Wie lernt man Finten - Dribbling leicht gemacht", "Schnelligkeit und Reaktivkraft im Jugendfußball" oder "Gruppentaktisches Abwehrverhalten". Außerdem erwartet die Teilnehmer eine Begrüßungs- und Abschlussfeier sowie der Besuch im legendären Camp Nou, dem Fußballtempel des FC Barcelona.
Für alle Jugendfußballtrainer und -betreuer, die nicht ausgewählt wurden, gibt es dennoch die Möglichkeit, sich für die Bildungsreise bis zum 11. September anzumelden. Weitere Informationen findet man unter http://www.komm-mit.com/de/bildungsreise-2013.