Hammelburg Volleys - TSV Mühldorf (Samstag, 19 Uhr)

Trainerwechsel? Hat es bei den Hammelburg Volleys zuletzt gleich zwei gegeben. So gab Cornel Closca in der vergangenen Saison sein Amt aus gesundheitlichen Gründen auf und nach der Hinrunde an Philipp Fischer ab. Letzterer beeindruckte in 14 Spielen mit elf Siegen und führte sein Team am Ende auf Tabellenplatz drei. Aus familiären und beruflichen Gründen ging auch er. Am Samstag gegen Mühldorf feiert Fischer ein Comeback. Aber was ist mit dem eigentlich aktuellen Trainer - Thiago Welter?

Teammanager Frank Jansen beantwortet diese Frage: "Wir wussten bereits zur Vertragsunterzeichnung, dass Thiago an diesem Tag aufgrund eines wichtigen persönlichen Termins verhindert sein wird und haben rechtzeitig Kontakt mit unserem ehemaligen Headcoach Philipp Fischer aufgenommen, der keine Sekunde gezögert hat."

Natürlich freut sich Jansen über die spontane Bereitschaft des frisch gebackenen A-Trainers, gegen Mühldorf auszuhelfen. Und Oliver Wendt fügt hinzu: "Außerdem kommt Fips nun endlich mal in den Genuss, unsere Jungs vor unserem tollen Publikum zu coachen." Fischer hatte in der Rückrunde wegen Corona alle Heimspielerfolge vor Geisterkulisse feiern müssen.

Und so kommt es in diesem Spiel zu einem ungewöhnlichen Wechsel an der Seitenlinie, bei dem sich Fischer, der sich mit dem TSV Eibelstadt derzeit als Spielertrainer auf die Saison vorbereitet, besonders auf eines freut: "In erster Linie tatsächlich auf das Wiedersehen mit den Jungs. Dass wir vor Zuschauern spielen dürfen, macht das Gefühl natürlich noch etwas geiler."

Hammelburgs "abtrünniger" Headcoach Thiago Welter freut sich indes über die problemlose Vertretung: "Fips ist der perfekte Mann dafür, weil er die Jungs aus der letzten Saison eben schon sehr gut kennt." Der Brasilianer bedankt sich auch beim Management "für die Fairness und das Verständnis, an diesem Tag nicht dabei sein zu können."

Beide Trainer haben sich vor der Partie gegen Mühldorf natürlich ausgetauscht. "Zudem war Fips am Freitag im Training und wir haben unseren gemeinsamen Matchplan besprochen", erklärt Welter. Philipp Fischer hat zudem Videoanalyse betrieben und sich das bisher einzige Spiel der Innstädter angesehen.

Aufgrund von Bauarbeiten ist die Mühldorfer Sporthalle erst ab 1. Oktober wieder freigegeben, sodass das Team von Trainer Heiko Rot bisher nur ein Auswärtsspiel absolviert hat. Beim Tie-Break-Sieg gegen den TSV Mimmenhausen setzte es aber gleich mal ein Ausrufezeichen.

Spielerisch sind die Jungs aus Oberbayern ohnehin obenauf und konnten die Hammelburger beim Vorbereitungsturnier in Gotha noch klar besiegen.

Die Gäste rekrutieren seit Jahren immer wieder talentierte Spieler aus der eigenen Jugend und konnten mit dem fünffachen A-Nationalspieler Leonhard Tille ein Eigengewächs zurück in die Heimat holen. Tille ist dabei "der Mittlere" von insgesamt drei Brüdern, die sich allesamt um den Volleyball in Deutschland verdient gemacht haben.

"Mit Mühldorf erwartet uns ein junges und hungriges Team, das vor allem durch schnelles und variantenreiches Offensivspiel und ein druckvolles Aufschlagspiel überzeugt", sagt Fischer, der sich eines ganz fest vorgenommen hat: "Ich möchte meine weiße Heimspielweste im Hammelburger Wohnzimmer natürlich sehr gerne behalten." Für das Spiel in der Hammelburger Saaletalhalle gilt weiterhin die vom ersten Heimspiel bekannte 3G-Einlass-Regelung. olly