Die Männer des TV/DJK Hammelburg sind ohne Zweifel die Überraschungsmannschaft der Saison. Nach dem Aufstieg in die 3. Liga haben sie sich dort nicht nur akklimatisiert, sondern stehen zur Winterpause auf Platz zwei hinter dem ASV Neumarkt, dem sie vor einer Woche in dessen Halle auch noch die erste Saison-Niederlage zufügten. Falls der eine oder andere Volleyball-Fan jetzt gar von einem Durchmarsch in die 2. Liga träumen sollte, ist das sicherlich keine Spinnerei. Das Team ist mittlerweile so gefestigt, da hebt niemand ab. Eine gute Grundlage für die Fortsetzung der Erfolgsstory.
Vater des Erfolges ist Trainer Tado Karlovic, der für eine kontinuierliche Weiterentwicklung seiner Spieler und des gesamten Teams Sorge trägt. Nach dem Aufstieg hat mit Moritz Karlitzek ein absoluter Leistungsträger die Hammelburger verlassen, der 18-Jährige spielt jetzt für den Bundesligisten Coburg/Grub.
Wer eine Schwächung befürchtete, wurde eines Besseren belehrt, die Saalemänner sind stärker denn je. Sicherlich auch eine Verdienst der beiden Neuzugänge Aldin Dzafic und Mario Radman, die sowohl spielerisch als auch menschlich perfekt in das Mannschaftsgefüge passen.
"Wir haben eine hervorragende Vorrunde gespielt, weil wir uns natürlich in der Liga beweisen und möglichst schnell nichts mit dem Abstieg zu haben wollten", blickt der Trainer zufrieden zurück. Nach dem Erfolgsgeheimnis befragt, stellt Karlovic die Mannschaft in den Mittelpunkt. "Man merkt in dieser Spielrunde, dass die Spieler deutlich reifer geworden sind. Wir haben zum Beispiel im gesamten Spiel gegen Niederviehbach weniger als fünf direkte Fehler gehabt. Das ist vor zwei Jahren ein Wert für einen Satz oder sogar nur einen halben gewesen", streicht er heraus. Die große Stärke der Hammelburger ist die Mannschaftsdienlichkeit aller Spieler, die sich von Jahr zu Jahr weiter entwickelt hat. "Dazu kamen Mario Radman und Aldin Dzafic mit ihrem überaus positiven Spieltemperament. Die Beiden schweißen das Team noch mehr zusammen und wir spielen noch etwas stabiler als es früher der Fall war. "
Herausheben möchte der Coach aus seinem Team eigentlich niemanden, lediglich bei seinem Kapitän macht er eine Ausnahme. "Felix Bendikowski ist meiner Meinung nach der beste Diagonalspieler, den es in der 3. Liga gibt. Er ist dieses Jahr ein absoluter Leistungsträger." Der Kapitän und sein Stellvertreter Friedrich Fell sind von dem Erfolg überrascht. "Wir hätten vor der Saison niemals gedacht so gut da zustehen. Gerade weil wir ja nicht genau wussten, wie gut sich die neuen Spieler integrieren", betonen Felix Bendikowski und Friedrich Fell, die es nicht versäumen, den Trainer - mit einem Augenzwinkern - auf einen ganz wichtigen Aspekt hinzuweisen. "Der Erfolg lässt sich vermutlich auch auf die verbesserte Ausdauer durch das halbstündige Fußballspielen im Training zurückführen." Beide sehen in der ausgeglichenen Qualität der Spieler eine große Stärke ihres Teams. "Dadurch wird jeder berücksichtigt und wir haben eine gute Stimmung in der Mannschaft."
Seinen ehemaligen Schützling Moritz Karlitzek verliert Tado Karlovic nicht aus den Augen. "Ich telefoniere regelmäßig mit ihm und seinem Trainer", verfolgt er mit großem Interesse seine Spiele und Leistungen. "Moritz ist und bleibt immer noch einer von uns. Mit seinen 18 Jahren ist er noch verdammt jung für die Bundesliga, deshalb ist es wichtig, dass er mit seiner Basis den Kontakt pflegt und Unterstützung bekommt."
Bei einem Blick in die Zukunft bleibt Tado Karlovic zurückhaltend, verweist nach wie vor auf die Ausgeglichenheit in der Liga. "Wir werden noch viele spannende Spiele in der Rückrunde haben. Ob Marktredwitz, Friedberg, Neumarkt, Niederviehbach oder ein anders Team gegen uns spielt, wir müssen wirklich alles abrufen, um als Sieger vom Platz zu gehen", hebt der Trainer die Qualität der Kontrahenten hervor, "gegen die man jeder Zeit verlieren kann". Deshalb will er auch keine Prognose für die Rückrunde abgeben.

Revanche gegen Zschopau

Offensiver gehen Felix Bendikowski und Friedrich Fell mit dem Thema um. "Da man sich um einen potenziellen Aufstieg in die 2.Liga schon früh bemühen muss, haben wir uns entschlossen, sportlich alles dafür geben zu wollen. Wie es dann am Ende der Rückrunde aussieht wird man sehen. Als nächstes kommt erst mal Zschopau nach Hammelburg", denken der Kapitän und sein Vize von Spiel zu Spiel und haben natürlich die knappe 2:3-Niederlage im Hinspiel nicht vergessen.
Ihr Trainer ist sich sicher, dass sich in der Rückrunde viele Teams deutlich gezielter auf die Hammelburger vorbreiten werden. "Sie werden mit mehr Motivation in die Spiele gehen, als das in der Vorrunde der Fall war." Felix Bendikowski und Friedrich Fell ist davor nicht bange, sie setzen auf die Festung Saaletalhalle. "Natürlich kommt der Erfolg auch durch die Unterstützung der Fans und allen Helfern, für die wir uns ganz herzlich bedanken!"