Bei Kaiserwetter suchten rund 80 Oldiekicker auf dem Areal des SV Langendorf, die Ü-40-Mannschaft aus dem Einzugsgebiet der Rhön, die am 14. Juli in Schwaig an den Bayerischen Meisterschaften der Ü 40 teilnimmt und dabei die Fahnen Unterfrankens zu vertreten hat. Den Vogel schoss überraschend der FC Hammelburg ab, der ungeschlagen die favorisierten Teams des FC Fuchsstadt und des SV Langendorf hinter sich ließ und aus den Händen von Bezirks-Seniorenspielleiter Klaus-Peter Gerstner (Wülflingen) die Fahrkarte überreicht bekam.
Gerstner sprach von einem mehr als gelungenen Turnier, dem eigentlich nur mehr Besucher fehlten. Den wenigen Unentwegten wurde von den Oldies eine prima Fußballkost serviert. Gerst ners Lob galt nicht nur den Kickern auf dem grünen Rasen, sondern auch den Schiedsrichtern Dieter Spiegl (FC Sandberg) und Günter Schmitt (SV Hassenbach), die alles im Griff hatten. Das Problem der kurzfristigen Absagen der DJK Kothen und des TSV Oerlenbach meisterten Gerstner und Udo Reichert vom SV Langendorf dadurch, dass sie alle sechs verbliebenen Mannschaften in einer Runde jeder gegen jeden auf einem Kleinfeld spielen ließen.
Den Anfang machten der SV Wirmsthal und der SV Langendorf. Der mitfavorisierte Ausrichter fiel prompt auf die Nase. "Wir waren von vornherein nur auf Schadensbegrenzung aus, nachdem uns doch etliche Stammkräfte fehlten", bilanzierte Reichert den Auftritt seiner Mannschaft, der er selbst auch nicht zur Verfügung stand. Bezirksligist FC Fuchsstadt kam wie im Vorjahr, als man dem FC Thulba den Sieg überlassen musste, über den zweiten Platz nicht hinaus. Die "Roten Teufel vom Kohlenberg" verschliefen ihr erstes Spiel gegen FC Hammelburg total. Hakki Türker fand bei einem Neunmeter in Volker Ruppel seinen Meister, während auf der Gegenseite Oliver Zeier den 1:0-Siegtreffer per Neunmeter gegen Georg Hof eiskalt erzielte. Dank der Treffsicherheit von Martin Halbig, der gemeinsam mit dem Wirmsthaler Martin Herterich mit sieben Treffern bester Torschütze war, eilten die Fuschter anschließend von Sieg zu Sieg. Doch die Hammelburger verteidigten nach dem glücklichen Auftakterfolg trotz der Nulldiät gegen den SV Wirmsthal erfolgreich ihre Führung. "Was nützt es uns, dass wir den Schönheitspreis gewonnen haben und die meisten Tore erzielten, wenn die Hammelburger dank ihrer cleveren Spielweise uns einmal den Hahn zudrehten", quittierte Fuchsstadts Jürgen Sykora den zweiten Platz. In der Tat, Hammelburgs Stärke lag in der Defensive, in der der 60-jährige Kurt Kühnlein mit dem FC-Vorsitzenden Andy Ruppert sowie Alexander Köhler und Martin Stapper nichts, aber auch gar nichts anbrennen ließ. Udo Heim und Oliver Zeier variierten taktisch klug ihr Spiel und Keeper Volker Ruppel blieb ohne Gegentor. Ein Problem haben Martin Stapper und seine Siegermannschaft schon jetzt, "denn just am 14. Juli haben wir Weinfest und können den Verein eigentlich nicht in Stich lassen".
Viele ehemalige Stammspieler von einst feierten Wiedersehen. Alexander Koller agierte für seine "Post" im Tor, das Spiel des SV Langendorf lebte von Andy Schaub, der schmerzlich Oliver Metzler, Udo Reichert und Co. vermisste. Beim SV Wirmsthal griff Martin Herterich tief in seine Trickkiste und zeigte Vollstrecker-Qualitäten.
Klaus Peter Gerstner verteilte bei der Siegerehrung Fußbälle und T-Shirts an Sieger und Verlierer. "Es war schon toll, wie der kleine SV Langendorf die Veranstaltung durchführte. Einfach exzellent", lobt er den Veranstalter in den höchsten Tönen. "Hammelburgs Sieg werte ich als kleine Überraschung", so Gerstner. Die Leistungsunterschiede taten der guten Stimmung keinen Abbruch. "Es hat uns einfach nur Spaß gemacht, wobei der olympische Gedanke unsererseits im Vordergrund stand", meinte Alexander Koller zum Abschneiden seines Post SV. Dagegen bedauerte Manfred Brand vom SV Wirmsthal, "dass wir nur einen Martin Herterich als Vollstrecker gehabt haben".