Philipp Müller ist so etwas wie das Urgestein des TSV Münnerstadt (3./14). Bereits seit der U9 kickt der 29-Jährige für die "Nägelsieder. Ex-Coach Dominik Schönhöfer spricht in höchsten Tönen über den in Würzburg lebenden Lehramtsstudenten: "Das ist ein super Junge, riesen Fußballer und eine verlässliche, treue Seele. Menschlich oberste Kategorie." Ins gleiche Horn stößt sein aktueller Co-Trainer und Mitspieler Simon Snaschel: "Für uns ist Philipp ein Glücksfall, weil er sehr im Verein verwurzelt ist und alles versucht, um sich und die Mannschaft weiterzubringen. Rein sportlich ist er der Inbegriff der Verlässlichkeit, der kaum einmal ein schlechtes Spiel macht." Obwohl auf der Verteidigerposition beheimatet, hat der Fan von Borussia Mönchengladbach in dieser Saison auch schon auf der Sechs, sowie rechts und links offensiv gespielt. Vor dem Derby gegen den FC 06 Bad Kissingen (4./13) haben wir ihm ein paar Fragen gestellt.

Hallo Herr Müller, ihre Mannschaft ist derzeit in blendender Verfassung. Warum läuft es im Moment so gut?

Philipp Müller: Wir legen eine super Einstellung an den Tag. Sowohl im Training als auch im Spiel, was natürlich das Selbstvertrauen stärkt. Jeder, der auf dem Platz steht, gibt 100 Prozent um der Mannschaft zu helfen. Das zahlt sich aus.

Im Pokal wurde Kreisligist Rottershausen deutlich mit 8:1 rausgekegelt. War es so einfach wie es das Ergebnis besagt?

Nein, das Ergebnis ist zu hoch ausgefallen. In der ersten Halbzeit haben wir uns sehr schwer getan, da Rottershausen spielerisch und kämpferisch ein gutes Spiel gemacht hat. Nach der Pause schwanedn beim Gegner etwas die Kräfte. Positiv war, dass wir das Tempo dann weiterhin hoch gehalten haben.

Beim FC Rottershausen sind ja auch einige Ex-Mürschter am Start. Gab es ein paar "Frotzeleien" untereinander?

Mit der Zeit sind einige Freundschaften entstanden, aber groß zum Thema wurde es im Vorfeld nicht gemacht. Nach dem Spiel ist dann natürlich der ein oder Spruch gefallen, als wir noch etwas länger in Rottershausen geblieben sind.

Bei Ihrem Talent: War es jemals mal ein Thema, den TSV zu verlassen?

Eigentlich nicht. Ich habe von klein auf mit meinen Freunden zusammen beim TSV Münnerstadt gespielt, hatte und habe hier eine tolle Zeit, die noch nicht zu Ende ist. Natürlich stellt man sich auch die Frage "Was wäre wenn...?". Aber im Großen und Ganzen bereue ich meine Entscheidung nicht.

Sie hatten mit Dominik Schönhöfer, Adrian Gahn, Thomas Dietz, Klaus Keller und jetzt Goran Mikolaj bisher ausgesprochene Fußball-Fachleute als Trainer. Was nimmt man als Spieler von Einzelnen mit?

Schwer zu sagen. Das sind alles ganz unterschiedliche Trainertypen und Persönlichkeiten, die ihren Fokus auf unterschiedliche Dinge gelegt haben.Am prägendsten für mich war sicherlich die 'Dom-Ära', unter ihm gelang mir der Schritt in die erste Mannschaft verbunden mit dem sofortigen Aufstieg in die Bezirksliga. Außerdem ist er ein sehr angenehmer Gesprächspartner von dem ich einiges, weit über den Fußballplatz hinaus, mitnehmen konnte. Aber auch unter Goran mit seiner außergewöhnlich hohen fußballerischen Expertise und seinem Humor, macht das Kicken im Moment riesigen Spaß.

Würde Sie der Trainerjob früher oder später selbst mal reizen?

Momentan bin ich Spieler und hoffe, dass ich das noch eine Zeitlang bleiben werde. Was danach kommt, hängt hauptsächlich davon ab, wohin es mich für das Referendariat verschlägt.

Sie sind in der Mannschaft einer der erfahrenen Akteure. Welchen Einfluss nehmen Sie auf die jüngeren Spieler?

Die Jungs müssen ihre eigenen Erfahrungen auf dem Platz sammeln. Natürlich sage ich ihnen ab und an, auf was sie besonders achten oder wie sie manche Situationen besser lösen können, was sie auch dankbar annehmen. Außerdem will ich betonen, dass sie sich super in die Mannschaft integriert haben und ihren Teil dazu beitragen, dass es so gut läuft.

Jetzt kommt es zum Derby gegen den FC 06 Bad Kissingen. Was kommt da auf sie zu?

Ich erwarte einen spielstarken Gegner mit einer guten Mischung aus erfahrenen und jungen, schnellen Offensivspielern. Sie werden uns alles abverlangen, aber ich bin dennoch optimistisch, dass wir was mitnehmen werden, wenn wir an die Leistungen der letzten Wochen anknüpfen können. Zusätzlich hoffe ich auf viele Zuschauer.

Zum Abschluss...welche Schlagzeile würden Sie gerne über den TSV Münnerstadt lesen?

"Müller schnappt Snaschel den Freistoß weg und trifft zum Sieg!" (lacht)

TSV Münnerstadt - FC 06 Bad Kissingen (Samstag, 16 Uhr)

Formcheck: Die Elf von Trainer Goran Mikolaj ist seit sechs Partien ohne Niederlage, gewann die letzten drei Spiele allesamt, ohne Gegentreffer. Aber die Aufgabe gegen den FC 06 wird durchaus knifflig, wie Co-Trainer Simon Snaschel weiß: "Ein sehr interessanter Gegner mit guter, junger Offensive und dahinter viel Erfahrung auch im höherklassigen Bereich. Wir haben uns über die letzten Wochen ein tolles Derby verdient, gehen es ohne Druck an und versuchen, die jüngsten Leistungen zu bestätigen." Verletzt fehlen Niklas Markart, Jannik Schmittzeh und Tobias Kröckel.

Gegnercheck: Der FC 06 Bad Kissingen ist durch einen 1:0-Erfolg über den TSV Bergrheinfeld wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt, was Spielertrainer Daniel May vor dem Derby wohlwollend registrierte: "Es war zwar kein gutes Spiel von uns, aber wir haben verdient gewonnen. Jetzt freuen wir uns auf das Derby und wollen in Münnerstadt auch punkten. Allerdings zählt der TSV für mich zu den stärksten Teams der Liga. Sie haben schon über Jahre eine junge, spielstarke Truppe und jetzt wieder ihren Goalgetter Simon Snaschel zurück. Das wird kein leichtes Unterfangen." Ein Wiedersehen der beiden Mannschaften gibt es bereits an diesem Mittwoch (17.30 Uhr), wenn der FC 06 im Sportpark die Nägelsieder zum Totopokal-Halbfinale empfängt. Im zweiten Halbfinale stehen sich zeitgleich der gastgebende FV Rannungen und der SV Rödelmaier gegenüber.