Mittlerweile zum zweiten Mal macht Daniel May Station beim FC 06 Bad Kissingen. 2007 verließ der 39-Jährige die Kurstädter, um als Spieler mit dem TSV Großbardorf gar den Aufstieg in die Regionalliga zu schaffen. Mit Euerbach/Kützberg stieg er in die Landesliga empor und bei seiner ersten Trainerstation in Sömmersdorf/Obbach gelang der Aufstieg in die Bezirksliga. Im Herbst seiner Karriere wollte der in Schweinfurt arbeitende Produktionsarbeiter, der mit seiner Verlobten Nachwuchs erwartet, mit seinen "alten" Jungs um Christian Laus, Erwin Gergely und Christian Heilmann noch einmal zusammenspielen, weswegen er 2019 den Posten als spielender Co-Trainer bei den 06ern gerne annahm. Der Rest ist bekannt - May ist mittlerweile Chefcoach und möchte seine Mannschaft erfolgreich durch die Saison 21/22 führen.

Herr May, Sie haben in der vergangenen Runde das Ruder von Frank Halbig übernommen. Nach knapp zwei Jahren: Wie gefällt es Ihnen in Bad Kissingen im Verein und auf der Trainerposition?

Daniel May: Da ich ja schon einmal in Bad Kissingen gespielt habe, kannte ich den Verein und die Verantwortlichen bereits. Wir haben in unserer Mannschaft viel Potenzial, eine super Kameradschaft und es macht mir großen Spaß, mit den Jungs zu arbeiten. Zugleich gibt es mir die Möglichkeit, mit ehemaligen Weggefährten und Freunden noch einmal zusammen zu kicken.

Sie werden in Bad Kissingen gemeinsam mit Christian Laus als Trainer-Duo geführt. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit?

Da Christian und ich uns schon lange kennen und unsere Gedankengänge fußballerisch auf einer Wellenlänge liegen, funktioniert die Zusammenarbeit sehr gut. Wir besprechen alles immer gemeinsam, die Verantwortung liegt zum Schluss aber bei mir.

Vergangene Woche gab es ausgerechnet im Derby gegen Thulba den ersten Saisonsieg. War die Erleichterung groß oder der Dreier fest eingeplant?

Wenn man nach einem Remis und einer Niederlage den ersten Saisonsieg holt, sind Erleichterung und Freude natürlich groß. Dass das Ganze im Derby passiert ist, war umso schöner. Eingeplant war der Dreier aber nicht. Es wäre vermessen, in dieser Liga Punkte fest einzuplanen.

Was war der Schlüssel zum 5:2-Erfolg?

Dass wir nach dem frühen Gegentor die Ruhe bewahrt und noch vor der Pause den Rückstand in eine 2:1-Führung umgemünzt haben. In der zweiten Hälfte haben wir zu den richtigen Zeitpunkten die Tore gemacht. Ein Lob muss ich an dieser Stelle aber auch an die Fanfraktion "Ostkurve 06" aussprechen, die uns während der 90 Minuten super unterstützt und auch im Nachgang der Partie für eine angemessene Party gesorgt hat.

Im Hinblick auf die anstehende Partie in Hirschfeld, was muss da noch besser werden?

Mit besserer Chancenverwertung auf der einen und konzentriertem Verteidigen auf der anderen Seite, würden wir uns deutlich leichter tun. Letztendlich müssen wir es schaffen, die Torchancen auch in Tore umzuwandeln und einfache Fehler abzustellen, die zum Beispiel im Spiel gegen den FC Thulba zu Gegentoren geführt haben.

In der Corona-Saison siegten sie klar mit 3:0 in Hirschfeld. Nimmt man aus der Partie noch was mit oder sind es komplett andere Voraussetzungen?

Das damalige Spiel dient gewiss nicht als "Benchmark" für das kommende. Sowohl in Hirschfeld als auch bei uns haben sich im Kader Veränderungen ergeben, die einen sinnvollen Vergleich nicht zulassen.

Wie schätzen Sie den Gegner aktuell ein?

Hirschfeld hat auch in dieser Saison wieder eine Mannschaft, die in der Bezirksliga gut mithalten kann. Sie stehen in der Defensive kompakt, sind zweikampfstark und haben auch in der Offensive Spieler, die den Unterschied ausmachen können.

Abschließende Frage - wer landet am Ende der Saison ganz vorne?

Schwierig, zu diesem Zeitpunkt der Runde hier eine Antwort zu geben. Meiner Meinung nach ist die Bezirksliga in diesem Jahr so ausgeglichen wie lange nicht mehr. Die drei Aufsteiger müssen sich allesamt nicht verstecken. Und mit Altbessingen mischt eine Mannschaft oben mit, von der man es vielleicht nicht erwartet hätte.

DJK Hirschfeld - FC 06 Bad Kissingen (Samstag, 15 Uhr)

Formcheck: Können die Kurstädter die Performance des Thulba-Spiels erneut auf das Rasenviereck bringen, sollte auch in Hirschfeld Zählbares herausspringen. Spielertrainer Daniel May stellt Lukas Rottenberger den ersten Bezirksliga-Einsatz dieser Saison in Aussicht. Auch die jungen Louis Höchemer, Alex Brakk und Sokol Dobra sind das erste Mal in dieser Saison im Kader. Dafür steht möglicherweise der ein oder andere "Urlauber" auf der Ausfallliste.

Gegnercheck: Der Aufsteiger der vergangenen Spielzeit etablierte sich schnell und beendete die Abbruchrunde auf Platz neun. Auch für die aktuelle Spielzeit ist das vorrangige Ziel der Truppe von Spielertrainer Stephan Nöthling der Klassenerhalt. Inwieweit man den Verlust von Patrick Hartmann verkraften kann, der in der vergangenen Saison in 23 Spielen 19 mal getroffen hat und mittlerweile bei Landesligist DJK Schwebenried/Schwemmelsbach kickt, bleibt abzuwarten. Neben Wiedereinsteiger Alexander Hellert sind die Juniorenspieler Niklas Einbecker und Theo Friedrich neu im Kader. Auch Wandervogel und Ex-06er Anthony Brinkley hat sich der DJK angeschlossen, ist aber aktuell verletzt. Genau wie die Kurstädter holte Hirschfeld bisher vier Punkte. Der Heimniederlage gegen Titelfavorit Forst (0:2) folgte ein 4:1-Erfolg in Unterspiesheim und ein 2:2 gegen Stadtlauringen.

TSV Münnerstadt - TSV Forst (Sonntag, 15 Uhr)

Formcheck: Mit fünf Zählern aus vier Partien dürfte man im Lager des TSV Münnerstadt durchaus einverstanden sein. "Entscheidend für uns ist, dass eine Entwicklung sichtbar ist. Und da sind wir auf einem guten Weg" sagt TSV-Co Simon Snaschel, der im Moment noch Kleinigkeiten sieht, die dem Team fehlen: "Vorne sind wir nicht konsequent genug und hinten verteidigen wir zwar grundsätzlich viel weg, kriegen aber doch zu einfache Gegentore. Jeweils zwei Stück in drei Partien sind zu viel." Wie jüngst beim 2:2 in Altbessingen, als man ein gutes Spiel ablieferte und hinten raus sogar noch hätte gewinnen können. Mit dem TSV Forst wartet ein schwerer Brocken auf die TSVler, doch Snaschel traut der eigenen Truppe auch da einiges zu: "Forst war immer eine spielstarke Mannschaft mit hoher individueller Qualität. Verstecken brauchen wir uns aber nicht." Weiterhin auf der Ausfallliste stehen Niklas Markart und Jannik Schmittzeh. Zudem fehlt Diego Rosero. Hinter Philipp Müller steht verletzungsbedingt ein Fragezeichen. Zurück im Kader ist Keeper Patrick Balling.

Gegnercheck: Ein Name fällt bei den Nennungen der Titelkandidaten eigentlich immer - der des TSV Forst. Bei der Mannschaft von Trainer Roman Glöckner stehen vier Abgängen sieben neue Akteure gegenüber. Der namhafteste dürfte Patrick Albert (vom TSV Lengfeld) sein, der für den FC Schweinfurt II immerhin schon 25 Bayernligaspiele in seiner Vita stehen hat. Sieben Punkte aus den ersten vier Partien sind ein solider Start, wobei die 0:3-Heimniederlage gegen Ettleben/Werneck eine faustdicke Überraschung war. Zuletzt wies man den TSV Bergrheinfeld klar mit 4:0 in die Schranken.

TSV Lengfeld - FC Fuchsstadt (Sonntag, 15 Uhr)

Nach der unglücklichen 0:1-Heimniederlage gegen den TuS Röllbach gilt es für den FC Fuchsstadt (6./5) wieder zu punkten. Ob für dieses Ansinnen der TSV Lengfeld (3./8) der geeignete Gegner ist, wird sich zeigen. Die Gastgeber, nur wegen des besseren Torverhältnis im Vergleich zum ASV Rimpar in der vorherigen Saison nicht abgestiegen, haben in der Sommerpause sowohl Veränderungen auf der Trainerbank wie auch wesentliche im Kader vorgenommen. Als Nachfolger von Trainer Michael Hochrein wurde Okan Delihasan, früher im Trikot der Kickers, aus Randersacker geholt, der aufgrund seiner Beziehungen gleich einen Hochkaräter mitbrachte. Der neue Spielmacher heißt Adrian Istrefi, war früher Profi im Kickers-Aufgebot und fungiert nun als Spielmacher. Ihm zur Seite steht Alban Ramaj, der Offensivakteur bekleidet gleichzeitig die Funktion des Co-Trainers. Ansonsten wurden viele junge Spieler aus dem Kreis Würzburg verpflichtet, langjährige Routiniers wie Igor Mikic haben den Vorstadtklub dagegen verlassen. Der personelle Umbruch scheint beim TSV jedenfalls positive Wirkung entfaltet zu haben, die Elf ist nach dem vierten Spieltag immer noch ungeschlagen. Optimistisch stimmt FC-Trainer Martin Halbig, dass das letzte Aufeinandertreffen der Kontrahenten im Oktober 2020 in Lengfeld mit einem 1:0-Sieg der Gäste (Torschütze: Dominik Halbig) endete. "Da haben wir über Kampf ins Spiel gefunden und die frühe Führung aufopferungsvoll verteidigt", erinnert sich Halbig. In personeller Hinsicht hat sich bei den Kohlenberglern die Lage insofern verbessert, weil die Urlauber Sebastian Bartel und Fabian Lieb wieder zur Verfügung stehen. Markus Mjalov ist dagegen immer noch nicht zu hundert Prozent fit. Nicht nach Lengfeld reisen wird Philipp Bold. Ansonsten setzt Halbig wieder auf eine sattelfeste Abwehr. "Verbesserungsbedarf besteht im Spiel nach vorne, wo wir mehr Impulse setzen und Dominanz ausstrahlen müssen", sagt Martin Halbig. sbp