Die Boxer des 1. FC Nürnberg dürfen sich auf so einiges gefasst machen im Vergleichskampf gegen den TSV Bad Kissingen am 30. Oktober in der Bayernhalle. Denn die Truppe von Edgar Feuchter ist so was von bereit. Das bestätigten die bayerischen Meisterschaften der Eliteboxer in Würzburg, wo sich Kai Friedensohn in der Gewichtsklasse bis 86 Kilogramm den Landestitel holte. Nach zwei starken Kämpfen ist Mohammad Shadab (bis 75 Kilogramm) auf Goldkurs und kann den Titel am 20. November in Fürstenfeld perfekt machen. Max Neb blieb ein Titelgewinn verwehrt, war er doch in der gleichen Klasse wie Shadab angetreten. Für Florian Säwert (bis 71 Kilogramm) war im Halbfinale Endstation.

Kai Friedensohn landete bei drei Kämpfern seiner Klasse direkt im Finale gegen Kevin Paal von Grün-Weiß Ingolstadt. "Kai hat viele Hände ins Ziel gebracht", konstatierte TSV-Coach Edgar Feuchter, dessen Schützling das Geschehen im Boxring bestimmte. Dabei hatte der Kurstädter einen namhaften Gegner vor der Brust, der 2019 deutscher Meister im Halbschwergewicht war. Das juckte den 24-Jährigen aber nicht, der einen klaren Punktsieg landete.

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Mohammad Shadab agierte im Viertelfinale gegen Alexander Seltenreich aus Marktredwitz-Dörflas überlegen wie kein anderer der Boxer in Würzburg. "Seine Stärken sind seine Schnelligkeit und seine Treffsicherheit. Er hat die Fähigkeit Situationen im voraus zu erahnen", attestierte ihm Edgar Feuchter. Im Halbfinale ließ er Alec Hope vom BC Memmingen keinerlei Chance, spielte sogar mit dem Memminger, als er ab Mitte der zweiten Runde seine Deckung komplett fallen ließ, um den Gegner aus der Reserve zu locken. Wie kommentierte der Hallensprecher doch passend: "Dem Besseren gehört der Sieg und dem Verlierer die Anerkennung."

Dem Teamkollegen indirekt geholfen

Max Neb kam nicht über das Viertelfinale hinaus, tat aber seinem Kameraden Mohammad Shadab einen Gefallen. Denn der Viertelfinalkampf gegen Neb am Samstag steckte dem Memminger Hope am Sonntag gegen Shadab noch in den Knochen. "Beide haben auf einem Level gekämpft", urteilte Edgar Feuchter nach einem Kampf ohne erkennbaren Sieger, den Neb knapp nach Punkten verlieren sollte.

Florian Säwert stieg als Halbfinalist in die Meisterschaft ein gegen Gor Mikayelyan aus Marktredwitz-Dörflas. Dabei hatte der Oberfranke das Heft in der Hand und Säwert seine liebe Mühe, sich den Gegner vom Leib zu halten. Der Bad Kissinger vermochte keine Treffer zu setzen, dementsprechend votierten alle Punktrichter für den Kämpfer aus Oberfranken.

"Das Niveau des Teilnehmerfelds ist insgesamt nicht auf hohem Level", kommentierte Franz-Josef Santl, Landessportwart des weiß-blauen Amateurboxverbandes, die Konstellation auf der "Bayerischen". Aufgrund der Corona-Pandemie hätten den Boxern über längere Zeit Trainingsmöglichkeiten und Wettkampfpraxis gefehlt. Daher waren die Kader-Athleten im Vorteil, die in kleinem Rahmen Lehrgänge absolvieren konnten. Auch die Zahlen der in Würzburg kämpfenden Frauen und Männern ließen zu wünschen übrig. "Rund 40 Prozent der gemeldeten Boxer haben sich für Würzburg wegen Grippe oder Corona abgemeldet", musste der Landessportwart registrieren.