Regionalliga-Volleyball bekommen die Fans ab sofort wieder in Hammelburg geboten - bei den Damen und Herren. Nachdem Damen-Trainer Frank Otter seinen Rückzug angekündigt hatte, blieb die lange Suche nach einem würdigen Nachfolger ergebnislos. Günstige Umstände sorgten dafür, dass Otter dem Team als Trainer erhalten bleibt. "Es macht Spaß, mit einem so ausgeglichenen und nun größeren Kader trainieren zu können." Mit Cornelia Schmitt ist nur ein Abgang zu verschmerzen. Neu hingegen sind Jana Baumgart (TV Unterdürrbach) und Annemarie Gehl (TSV Gerchsheim), unterstützt von Rückkehrerin Katharina Pfennig.

In der Vorbereitung ging Otter das Risiko ein, auf Krafttraining zu verzichten: "Wir haben alles mit dem Ball gemacht." Dabei kommt natürlich der Spaß nicht zu kurz, was sich auch auf die Motivation auswirkt. "Die Mädels haben hart an sich gearbeitet.
Wir haben nun auf allen Positionen richtigen Konkurrenzkampf." Das einzige Vorbereitungsturnier hat sich auf das hauseigene Bocksbeutelturnier beschränkt, das die Gastgeber gewinnen konnten. In der Liga sieht der Coach eine sehr ausgeglichene Konkurrenz auf sich und sein Team zukommen: "Da kann fast jeder jeden schlagen." Eine Ausnahme hebt er allerdings hervor, nämlich die DJK München Ost, die sich extrem verstärkt hat. Sinnigerweise reisen die Saaledamen gleich am ersten Spieltag zum Topfavoriten. "Das ist gar nicht weiter schlimm, dann haben wir es hinter uns", so Otter, der nicht vor Ort sein kann und von Jochen Hauke vertreten wird. "Vor allen anderen Teams brauchen wir uns nicht zu verstecken", so der Coach. Die stärksten Teams im Vorjahr, also Augsburg, Schwabing und Veitsbronn, sind alle aufgestiegen. Freuen tut sich Otter indes auf die Begegnungen mit Rottenberg, wohin mit Constance Franke und Mareike Bühl zwei erstklassige Spielerinnen zurückgekehrt sind. Ebenso auf die Konkurrenz aus Bamberg, wo mit Mareike Bleuel und Ann-Kathrin Kühhorn zwei Ex-Hammelburger Mädels auf der anderen Netzseite stehen.

Nach drei Meisterschaften in Folge hatten es die Herren in der Vorsaison verpasst, einen weiteren Titel einzuheimsen. Zum Vizemeister fehlten den Hammelburgern nur zwei Sätze. Nun hat der TV/DJK fest den Titel im Visier. "Aufgrund der Vorbereitungsturniere können wir sagen, dass wir wieder einen Tick besser geworden sind", sagt Trainer Tado Karlovic. Sehr ordentlich war die Leistung, die sein Team in München gezeigt hat. Zwar ist es dort "nur" Vierter geworden, doch die Konkurrenz war mit Drittliga-Mannschaften ordentlich besetzt. "Ich hatte schon den Eindruck, dass wir stärker geworden sind", so Karlovic, "wir schaffen es vor allem länger, ein hohes Niveau zu halten". Der Coach macht dies zum einen daran fest, dass sein Zuspieler Oliver Möller an Qualität dazugewonnen hat und sich derzeit extrem gut präsentiert. "Er diktiert den Rhythmus der Mannschaft." Aber auch die Entwicklung seines Talents Moritz Karlitzek ist nicht aufzuhalten: "Er bringt deutlich mehr Qualität ins Team und sorgt für viele schöne Moment auf dem Feld", schwärmt der Coach.

Der letzte Test fand in Eltmann beim Pokalturnier statt. Während Bayernligist Erlangen klar in die Schranken verwiesen wurde, gab es gegen die SG Eltmann eine umkämpfte 0:2-Niederlage. "Ein Weiterkommen war hier nicht entscheidend", sagt Karlovic, der dieses Turnier als letzten Test und zur Feinjustierung gesehen hatte. Außerdem fehlten an dem Tag sowohl der Libero, als auch der Zuspieler. Damit ist bereits ein wunder Punkt des TV/DJK genannt. In der Hinrunde nämlich ist Oliver Möller der einzige Steller im Team, darf sich demnach nicht verletzen. Marc Müller befindet sich im Auslandsstudium und Aaron Dettner wird bis in den Januar hinein beruflich bedingt fehlen. Doch was passiert im Fall der Fälle? "Dann muss ich ran", so Tado Karlovic, der diesen Fall nicht kommen sieht.

Mit Mittelangreifer Stefan Basmer fehlt ein weiterer Spieler, dessen Blockstärke ein wichtiger Stabilisator im Team war. Seine Verletzungen zwangen ihn zum Karriereende. Auf der Gegenseite kann der Coach keine Neuzugänge in die Waagschale werfen. Die Lücken müssen also durch das vorhandene Team gefüllt werden, und da ist Karlovic optimistisch. "Meine Jungs haben an Routine und Cleverness zugelegt." Vor allem freut ihn die Entwicklung von Moritz Karlitzek mit seinen 17 Jahren: "Er ist nun aus den Schatten der großen Spieler herausgetreten, stabilisiert die Annahme und dominiert im Angriff." Ähnlich große Fortschritte macht derzeit Jungtalent Oscar Benner (15 Jahre), der durch sein Doppelspielrecht so langsam an die Liga herangeführt wird. "Wir werden am Netz immer Vollgas geben und unseren Zuschauern attraktives, dynamisches und spannendes Volleyball liefern." Diese Garantie gibt Trainer Tado Karlovic gerne.