Mehr als 200 Gäste haben am Wochenende die Faschingssession 2012 mit dem Büttenabend des Zeitlofser Faschingsvereins eingeläutet. Bis spät in die Nacht hinein feierten sie in der Turnhalle. Der Zeitlofser Bürgermeister Wilhelm Friedrich persönlich führte durch das bunte Programm.
Wenn statt Kindern mit Turnbeuteln ans Land geschwommene Meerjungfrauen, Cowboys mit der Wumme im Anschlag und reizende Krankenschwestern in die Zeitlofser Turnhalle laufen, dann ist die fünfte Jahreszeit angebrochen. "Sportverein, Kulturverein und die Feuerwehr haben wieder gemeinsam seit Mitte Dezember Planungen und Vorbereitungen getroffen, um unseren beliebten Büttenabend stattfinden zu lassen", so Manuel Kenner. Er ist mitverantwortlich für die Organisation und seit vielen Jahren eine feste Größe, wenn es um die ehrenamtliche Mitarbeit während des Faschings geht. "Besonders freuen wir uns, dass uns aus den hessischen Nachbargemeinden Alten- und Neuengronau, Mottgers und Weichersbach Garde- und Showtänze bereichern", so der Zeitlofser stolz.
Während die Band "Die Oaschbaggeblösr" den kostümierten Gästen mit Stimmungsmusik ordentlich einheizten, bereiteten sich in der Umkleidekabine Dora Müller und Ilona Kenner auf ihr Stück "Ein Loch ist im Eimer" vor. "Erst vor einer Woche habe ich von Dora die Anfrage bekommen, ob ich nicht Lust hätte, mit ihr gemeinsam in einem Gesangsstück aufzutreten. Ich hab ganz spontan zugesagt", berichtet Ilona Kenner, die in Kürze auf der Bühne Karl-Otto spielen und Henri um den berühmten Eimer Wasser bitten wird.
Seit 26 Jahren wohnt Ilona Kenner (48) bereits in Zeitlofs und ist schon viele Jahre während der Faschingszeit aktiv, alles jedoch nichts gegen das eigentliche Urgestein Dora Müller, wie sie liebevoll von ihren Kollegen genannt wird. Dora Müller, 57 Jahre, hat eine Bühnenerfahrung von gut 20 Jahren. Sie hatte die Idee zum Gesangsstück, bat den 15-jährigen Stefan Höfler um musikalische Begleitung, suchte Kostümierung und Requisite aus Mutters und Großmutters Zeiten - und schon stand der Akt.
"Den Text sind wir gemeinsam mal durchgegangen, aber so richtig geprobt haben wir nicht. Was auf der Bühne dann letztendlich passiert, das kann man auch gar nicht proben, das fällt uns dann ganz spontan ein", sagt die Zeitlofserin schon ganz aufgeregt, aber bester Faschingslaune fünf Minuten vorm Auftritt. Henri wird sie spielen, sobald die dicke Brille auf ihrer Nase sitzt und sie den löchrigen Eimer in der Hand hat.
Der Auftritt beginnt, Karl-Otto ruft mit der Pfeife im Mund und der Saale-Zeitung auf dem Tisch nach Kollege Henri. Wasser soll er holen, so Karl-Otto. Verblüfft bemerkt Henri während seines Vorhabens das Loch im Eimer und bekommt sogleich von Karl-Otto den Auftrag, dies zu flicken. Und so nimmt die Geschichte ihren bekannten Lauf: über Stroh, Beil, Schleifstein zurück zum Wasser. Die beiden Darstellerinnen hätten ihren Job auf der Bühne nicht besser machen können, denn das Publikum brach in Gelächter aus und spendete dem geduldigen Einfaltspinsel Karl-Otto und dem gutgläubigen Tölpel Henri beim Verlassen der Bühne großen Beifall.
Für das kommende Jahr ist dann in Zeitlofs wieder der Faschingsumzug geplant, denn Büttenabend und Umzug finden im jährlichen Wechsel statt. Unter all den aktiven Faschingsnarren aus Zeitlofs finden sich auch viele junge Leute, mitunter Schüler, die den Nachwuchs des Karnevalsvereins bilden und somit den Fasching noch lange hochleben lassen.

Leitung Angeführt wird der Zeitlofser Faschingsverein bei den Büttenabenden traditionell vom Zeitlofser Elferrat.

Tänze Der TV Altengronau beteiligte sich mit einem Gardetanz und zwei Showtänzen, die Faschingsfreunde Mottgers und die Tanzgruppe aus Weichersbach steuerten jeweils einen Showtanz bei. Zudem kam die Männergarde aus Neuengronau auf die Bühne.

Unterhaltung Für Musik sorgte die Playback-Spaßband "Oaschbaggeblösr".