Man sei nach dem Motto "Ertrag vor Wachstum" vorgegangen, betonte Vorsitzender Wolfgang Menninger im Nüdlinger Pfarrsaal. Allerdings sei das Gesamtergebnis durch einen einmaligen Sonderfaktor negativ beeinflusst worden.

Wolfgang Menninger legte dar, dass die Raiba an liquiden Mitteln einen Bestand von 11 151 029 Euro ausgewiesen habe. Das Buchkreditvolumen habe zum Ende des vergangenen Jahres 55 096 397 Euro ausgemacht. Mit 59 Prozent sei dies der wesentlichste Posten auf der Aktivseite. Die Avalkredite bezifferte Menninger mit 18,4 Millionen Euro. Das Nettokreditvolumen betrage 73,5 Millionen Euro, was - bezogen auf die Bilanzsumme - einen Anteil von 79 Prozent ausmache. Dies sei ein überdurchschnittlicher Wert. Das starke Kreditgeschäft bleibe ein Schwerpunkt der Geschäftspolitik und trage zu einem hohen Anteil am Jahresergebnis bei.


Starkes Kreditgeschäft

Das Anlagevermögen der Raiba betrage zum Ende des Vorjahres 1 139 563 Euro.
Auf die Passivseite eingehend, nannte Menninger Verbindlichkeiten gegenüber Banken mit 7 480 193 Euro. Hierbei handle es sich ausschließlich um aufgenommene zinsverbilligte Gelder, die die Bank als zinsgünstige Kredite weiterreiche.

Als größten Posten stellte er die Kundeneinlagen heraus, die rund 75 Millionen Euro ausmachten.
Durch die Niedrigzinspolitik habe sich eine Verschiebung von den Termin- zu den Sichteinlagen ergeben. Die Rückstellungen wurden mit 605 485 Euro angegeben. Die übrigen Passivposten machten zusammen 34 975 Euro aus.

Eine entscheidende Position auf der Passivseite sei das Eigenkapital. Hier stünden der Raiba insgesamt 10 346 915 Euro zur Verfügung. Darin enthalten, so Menninger, sei auch der Betrag von 2,5 Millionen Euro, der in einem Fonds für allgemeine Bankrisiken ausgewiesen werde. Im Eigenkapital seien auch die Geschäftsguthaben über 1 026 160 Euro enthalten. Sie verteilten sich auf 1591 Mitglieder.

Trotz aller Widerstände lohne es sich, für die weitere Selbständigkeit zu kämpfen und die wirtschaftliche Stärke der Bank zu erhalten.

Den Zinsüberschuss bezifferte Menninger auf 2 406 945 Euro. Die Personalkosten machten 1 405 283 Euro aus.

Die Abschreibungen auf Forderungen und Wertpapiere ergaben einen negativen Saldo von 511 805 Euro. Aufgrund einer Neubewertung von Sicherheiten bei einem Engagement habe man eine Wertberichtigung in höherem Maße vornehmen müssen. Als Ergebnis aus der Geschäftstätigkeit habe sich, so Menninger, die Summe von 662 527 Euro ergeben.

Abzüglich der Steuern ergebe sich ein Bilanzgewinn von 255 930 Euro. Hinsichtlich des Bilanzgewinns beschloss die Generalversammlung einstimmig, eine Dividende von fünf Prozent zu zahlen.

Bürgermeister Harald Hofmann betonte, wie wichtig die Raiba für die Gemeinde Nüdlingen sei. 2016 konnten aus den Zweckerträgen des Gewinnsparens Spenden in Höhe von 16 098 Euro an die örtlichen Vereine verteilt werden.

Die Organisation der Genossenschaft sei zweckmäßig und an Art und Umfang der Geschäftstätigkeit ausgerichtet, sagte Vorsitzende Christiane Bötsch. Der Vorstand habe ein angemessenes Risiko-Management-System eingerichtet. Die Erfolgslage sei allerdings verbesserungsbedürftig. Das überdurchschnittliche Betriebsergebnis sei in 2016 in erheblichem Umfang durch Aufwendungen für Kreditrisiken aufgezehrt worden. Die Prüfung durch den Genossenschaftsverband Bayern sei mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk abgeschlossen worden.

Schließlich wurden Matthias Floth und Jochen Nürnberger einstimmig als Aufsichtsratsmitglieder wiedergewählt.

Für 50-jährige Treue zur Raiffeisenbank Nüdlingen wurden folgende Mitglieder geehrt: Willi Müller, Siegfried Mrozek, Siegfried Röder, Oswald Kunzmann, Otto Funck, Josef Markert, Rudolf Wachtel, Berthold Schmitt, Karl Heinz Götz und der TSV Nüdlingen.