Die Schießleiterausbildung macht man doch beim Bund? Nicht nur beim Militär stehen solche Lehrgänge auf dem Programm, sondern auch bei Sportschützen und Schützengruppen wie zum Beispiel bei den Reservisten. "Jeder Verein, der Sportschützen hat, braucht einen Schießleiter oder einen, der ihn vertreten kann", klärt Laske auf.

Erst Sachkundeprüfung


Dieser Ausbildung geht allerdings die Sachkundeprüfung voraus, die den Umgang mit der Waffe und den praktischen Teil beinhaltet. Sie ist nicht nur für Sportschützen Voraussetzung, sondern auch für Polizeibeamte, Soldaten oder Jäger, denen Waffen eigentlich nicht fremd sind. Weil beim Sportschießen jedoch andere Waffen zum Einsatz kommen, müssen sie eine eigene Sachkundeprüfung ablegen.
Welche Aufgaben hat ein Schießwart oder -leiter? Er ist verantwortlich für die ordnungsgemäße Durchführung von Schießveranstaltungen, für das Erstellen der Ausschreibung und die Einhaltung der Meldetermine aber auch für die Aus- und Fortbildung der Schützen. Beim Versagen einer Waffe auf dem Schießstand, oder bei der Einhaltung der Sicherheitsvorschriften ist er erste Ansprechperson. Die Förderung der Schützenjugend nimmt er in Verbindung mit dem Vereinsübungsleiter wahr.

Auch Frauen mischen mit


Betty Vogler (Hetzlos) nimmt an dem Lehrgang teil. "Als aktive Sportschützin für Klein- und Großkaliberwaffen will ich diese Ausbildung ablegen, um Schießveranstaltungen leiten und beaufsichtigen zu können - auch auf Landes- oder Bundesebene", argumentiert sie. Zudem möchte ich mich in die Schützen- und der Jugendausbildung einbringen", fügt sie hinzu.
Natürlich wirft der Lehrgang Fragen auf in Erinnerung an Geschehnisse wie in Winnenden oder in Erfurt, wo Jugendliche Bluttaten begangen haben. Hier bleibt vorderhand die Frage nach der sicheren Verwahrung von Waffen und Munition.

Fachpsychologisches Gutachten


Laske: "Es werden umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen. So muss zum Beispiel ein Schütze unter 25 Jahren, der großkalibrige Waffen benutzt, ein fachpsychologisches Gutachten erbringen. Doch Schlupflöcher bleiben immer. Sei es durch das Entwenden des Schlüssels für den Waffenschrank oder andere Möglichkeiten. Noch einfacher ist es allerdings, eine Waffe auf dem Schwarzmarkt zu erwerben", fügt er bedauernd an.
Gegen den Diebstahl sind Sportschützenvereine in der Regel gut gerüstet. Bei ordnungsgemäßer Lagerung der Waffen und der Munition, die immer getrennt aufzubewahren sind, scheidet ein Einbruch in die Stahlschränke ohnehin aus.

Alles doppelt und dreifach unter Verschluss


Dies demonstriert der Vereinschießwart der Reservistengemeinschaft Obererthal, Klaus Lutz, der über drei in Wand und Fußboden fest verankerte Stahlschränke verfügt, in denen er die eigenen und die Vereinswaffen getrennt von der Munition lagert. "Den Schlüssel zu den Waffen- und Munitionsschränken, Papiere und Schießbücher bewahre ich in einem gesonderten Tresor mit einem Zahlenschloss auf, dessen Code nur ich kenne. Da kommt außer mir keiner ran", ist der Untererthaler überzeugt. Und das ist gut so.