In der Uniform der Freiwilligen Feuerwehr Bad Kissingen haben ihn die Kameraden eher selten gesehen. Dennoch ist Löschmeister Gerhard Seufert einer der aktivsten und - der Stimme nach - einer der bekanntesten Aktiven im gesamten Landkreis: Bei größeren Einsätzen sitzt er in der NAST, der nachalarmierenden Stelle .
Von hier aus werden bei Großschadensereignissen weitere Wehren alarmiert und Einsätze zeitlich koordiniert. So zum Beispiel wenn nach Herbststürmen an mehreren Stellen Bäume geräumt werden müssen.
Bei der Generalversammlung der Bad Kissinger Wehr wurde Gerhard Seufert für 40-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. Eigentlich hat er schon bald nach Abschluss des Schulbesuches beim damaligen Katastrophenschutz, der in Bad Kissingen einen ABC-Zug stationiert hatte, angefangen. Er war später sogar dessen Leiter. Als die Einheit zu Beginn der 90-er Jahre im Rahmen allgemeiner Entspannungsmaßnahmen aufgelöst wurde, wechselte er zur Feuerwehr.
Etliche der ABC-Fahrzeuge wurden, da sie das gleiche Schlauchmaterial wie die Feuerwehren mitführten, den Wehren einverleibt. Eines dieser Autos, ein VW-Bus, Baujahr 1983, tut noch heute Dienst bei der Maßbacher Feuerwehr.

Vieles hat sich geändert


Zurück zu Gerhard Seufert: "Es war das Konträre zu meinem Beruf bei der Justiz, was mich bei der Feuerwehr begeistert hat und auch heute noch begeistert", sagte der frühere Rechtspfleger. Einsatzqualität und Anforderungen haben sich im Lauf von vier Jahrzehnten grundlegend geändert. "Früher hat man halt eine Pumpe gehabt, heute ist vieles computergesteuert".
Da ist Gerhard Seufert wieder in seinem Element, der NAST. Ständig laufen dort ein oder zwei Funkgeräte, jeder Alarm im Landkreis wird angezeigt. Dennoch stehen neben den Computermonitoren Reihen von Ordnern mit Einsatzplänen, Vorschriften und Gefahrenhinwei- sen. All dies muss zum Teil an die Einsatzkräfte vor Ort weitergeben werden. Das gehört zu den Aufgaben, wenn die Funkzentrale besetzt wird. Auf Grund der hohen Anforderungen sieht Gerhard Seufert für die Zukunft ein Problem, geeigneten Nachwuchs zu bekommen; gerade in Bad Kissingen, einer Stadt mit überwiegend älterer Bevölkerung. Seufert stellt es dahin, ob diese Aufgabe dann noch mit Freiwilligen zu schultern ist, auch wenn im Sommer noch die Integrierte Leitstelle in Schweinfurt in Betrieb geht.
Schnell ging auch die Neuwahl des Schriftführers über die Bühne. Jürgen Dösch, der dieses Amt jahrelang inne hatte, wollte, wie auch sein Bruder Christian, aus beruflichen Gründen in die zweite Reihe zurücktreten. Mit Sandra Albert, der Tochter des Kommandanten, konnte die Wehr den 82 anwesenden Mitgliedern eine geeignete Kandidatin vorstellen, die auch einstimmig gewählt wurde.
Wie dem Bericht von Stadt- und Kreisbrandinspektor Harald Albert zu entnehmen war, halten sich die Zahlen bei der Wehr in den vergangenen Jahren ziemlich konstant, was Mitglieder und die Einsätze betrifft.
182 Mitglieder, von denen 71 aktiv sind, hat aktuell die Freiwillige Feuerwehr Bad Kissingen; dazu kommen noch neun Feuerwehranwärter.Die Einsatzzahl ist stabil und liegt in den vergangenen zehn Jahren bei 350 bis 400 pro Jahr, wobei durchschnittlich 4000 Einsatzstunden zusammenkommen. Im Vorjahr waren es 370 Einsätze, darunter ein Großbrand sowie 38 kleine und mittlere Brände. Acht Mal war, obwohl die Bad Kissinger Feuerwehr immer sehr schnell am jeweiligen Einsatzort war, das Feuer bereits gelöscht.

4439 Arbeitsstunden


Wie in der Vergangenheit waren die Mehrzahl der Einsätze technische Hilfeleistungen beziehungsweise das Besetzen der Einsatzzentrale. Hilfeleistungen gab es 161, wobei das Spektrum vom Wassertransport über Sturmschäden bis zu Personenbergungen aus Autos und aus einem Silo reichte. Dazu kamen noch 116 Sicherheitswachen und 46 Fehlalarmierungen, meist durch automatische Brandmeldeanlagen. 4439 Arbeitsstunden wurden abgeleistet.
Für 20 Jahre Mitgliedschaft wurden Holger Hofmann, Markus Eckert und stellvertretender Kommandant Michael Wolf ausgezeichnet. Für 25 Jahre erhielt Walter Wild eine Ehrung und für 30 Jahre Helmut Schmitt. kpr