"Wir haben es nicht verstanden, die Bevölkerung mitzunehmen", meint Nobert Götz. Der Landwirt aus Bad Bocklet ist Vorsitzender des Verbands für landwirtschaftliche Fachbildung in Bayern - der unterstützt das Projekt mit einem Buch - außerdem unterrichtet er angehende Landwirte. Das soll das Projekt nämlich auch sein: eine "Fortbildung" für Lehrer.

Norbert Götz kann die fehlende Akzeptanz der industriellen Landwirtschaft und Massentierhaltung sogar nachvollziehen: "Die Ängste kommen auch, weil keiner mehr weiß, wie es funktioniert." Wie auch, meint Peter Will: "Lebensmittel sind so günstig heutzutage - keiner käme auf die Idee, sich ein Schwein daheim zu halten. Geiz ist geil." Dazu kommt: "Das Leben als Landwirt wird romantisiert", sagt Theresia Dietz. Warum ist die Landwirtschaft heute so, wie sie ist? Das Amt will mit dem Projekt "Fridays on Farms" die Realität und den Alltag der Landwirte in die junge Generation tragen. Mit allem, was dazugehört, meint Daniel Kiesel. "Wenn die Leute ,Bio' wollen, dann müssen sie den Güllegeruch auch mal aushalten."

Basis für Diskussion

Peter Will ist wichtig: "Wir wollen nicht belehren, sondern aufklären." Damit Jugendliche mit ihren Lehrern - und Eltern - diskutieren können, "sachlich und differenziert". Theresia Dietz ist sich sicher, mit der Aktion den Zeitgeist zu treffen. "Fridays on Farms" soll auch dafür sorgen, dass junge Leute mehr Ahnung von dem haben, worüber sie sich in den Protesten aufregen. Am besten: "mit allen Sinnen erfassen", meint Theresia Dietz vom Landwirtschaftsamt.