Seit Frühsommer 2009 hat die Bürger-Initiative "Bad Kissinger Stolpersteine" in fünf Verlegungsaktionen durch den Kölner Künstler Gunter Demnig bisher 51 dieser von Privatpersonen gestifteten Stolpersteine an 22 Standorten in der Stadt zur Erinnerung an Opfer des Nazi-Regimes verlegen lassen. Eine sechste Verlegung ist im Mai 2013 geplant. Diese Gedenksteine mit ihrer gravierten goldfarbenen Messingplatte werden alljährlich einmal von Jugendlichen gereinigt und die Gravur dadurch wieder lesbar gemacht.

Start am jüdischen Gemeindehaus


Auf eine Anfrage der Bürger-Initiative "Stolpersteine" hin meldeten sich auch heuer wieder einige Jugendliche aus dem Jugend- und Kulturzentrum (Jukuz) sowie Schüler der Realschule freiwillig zu dieser Putzaktion. Aufgeteilt in fünf Gruppen werden sie sich am 9. November nach Schulschluss unter Leitung von Elena Lebold (Jukuz) und Andreas Reuter (Realschule) mit Putzmittel, Wasser und Lappen auf den Weg durch die Innenstadt machen. Zum Start werden sich die 20 Schüler um 13.30 Uhr gemeinsam vor dem Jüdischen Gemeindehaus (Promenadestraße 2) treffen, um dort die ungewöhnliche Gedenkaktion mit den drei Stolpersteinen für die Familie Neustädter zu beginnen.

Ein beispielhaftes Schicksal


Gustav Neustädter war der letzte Vorsteher der Jüdischen Kultusgemeinde in Bad Kissingen und wurde am 24. April 1942 mit seiner Ehefrau Paula und seinem jüngsten Sohn Ernst ins Ghetto Izbica bei Lublin deportiert. - Dass man sich zum Säubern aller Gedenksteine auf dem Boden niederknien muss, darf durchaus als sinnbildlich verstanden werden. red