"Zeichen setzen für die Rhön" - so lautet das Jahresmotto des Bad Kissinger Rhönklubs. Diese Aussage kann für vieles stehen, so Thomas Hammelmann, Vorsitzender des Zweigvereins. "Zeichen setzen für die Rhön" hat für Gottfried Mehnert wiederum eine ganz andere, ja sogar eine körperliche Bedeutung.
Mehnert ist seit Jahren Wegewart des Zweigvereins Bad Kissingen und damit zuständig für 95 Kilometer Wanderwege.
Einmal jährlich muss die ganze Strecke von ihm abgelaufen werden und falls nötig, Buschwerk oder Äste, die die Wegmarkierungen verdecken, zurückgeschnitten werden. Vor allem muss Mehnert darauf achten, dass der Wanderweg richtig ausgeschildert ist: Mit Schablonen werden an markanten Bäumen, bei Wegegabelungen oder Kreuzungen farbige Markierungen an den Bäumen angebracht, um zu zeigen, wo es langgeht.

Schilder werden überklebt

Wanderstrecken werden heute innerorts meist mit Klebefolien an Laternenmasten gekennzeichnet, "Schilder an Bäume nageln, ist bei uns seit langem out". So wurmt es Gottfried Mehnert als Wanderwart schon ein bisschen, wenn begeisterte Nordic-Walking-Anhänger ihre Wegschilder direkt auf die des Rhönklubs kleben. "Arbeit gibt es bei 95 Kilometer Wegstrecke immer wieder", sagte der überzeugte Liebhaber der Rhön und seiner Heimat. Hin und wieder werden Bäume mit den Hinweisschildern gefällt, da wirft ein Sturm schon mal den einen oder anderen Baum um, oder bei einem Windbruch muss die ganze Strecke erst mal gesperrt und dann neu ausgeschildert werden. Moos und der natürliche Baumwuchs, dazu Wind und Wetter und die Sonneneinstrahlung lassen die eine oder andere Wegemarkierung rasch unleserlich werden, und so war Gottfried Mehnert im vergangenen Jahr insgesamt 102 Stunden auf "seinen Wegen" unterwegs, zu denen auch Teile des "Hochrhöners" und des Jakobusweges gehören. Seit der letzten Mitgliederversammlung wird Gottfried Mehnert von Rainer Schmitt als zweitem Wegewart unterstützt.

Für die Rhön was erreichen

Der Zweigvereinsvorsitzende Thomas Hammelmann denkt aber nicht nur an diese Aufgabe, die vom Kissinger Zweigverein verantwortungsvoll übernommen wird. Sein Blick richtet sich auch auf den Zusammenschluss von 35 Zweigvereinen in der Region Saale-Sinn. Hier steht er ebenfalls als Vorsitzender seit gut einem Jahr in der Verantwortung. "Wir müssen uns alle die Hand geben, wenn wir für unsere Heimat, unsere Rhön, etwas erreichen wollen", sagt Hammelmann. Die Region Saale-Sinn des Rhönklubs hat rund 10 000 Mitglieder.
Peter Krug, er ist stellvertretender Vorsitzender des Bad Kissinger Rhönklub-Zweigvereins, erläuterte in der jüngsten Zusammenkunft mit den Mitgliedern, dass sich die Volkstanzgruppe immer nur bei Bedarf trifft. Solch ein Bedarf könnte im nächsten Jahr sein, wenn die Kissinger Hütte, die dem hiesigen Rhönklub gehört, 100 Jahre alt wird.

Dank für langjährige Treue

Und weil auch der Rhönklub schon 136 Jahre besteht, gibt es auch bei ihm etliche Mitglieder, die Jahrzehnte im Verein tätig sind und die Thomas Hammelmann ehrte. Es waren dies für 25 Jahre: Marion Poellath, Hans Scholz, Hans Göb und Eckart Spiller, für 40 Jahre Werner Bukowski, Erich Hartmann und Volkmar Csallner sowie für jeweils 50 Jahre Jürgen Baudach aus Veitshöchheim und Josef Wehner aus Bad Bocklet.