Gerodas Bürgermeister Manfred Emmert (parteilos) ist kein Mann der Übertreibungen: "Wir sind eigentlich ganz gut aufgestellt", kommentierte er den diesjährigen Haushalt und die Aussichten auf die kommenden Jahre. VG-Kämmerer Lothar Ziegler ist da schon forscher: "Die Finanzlage des Marktes Geroda ist weiterhin als sehr gut zu bezeichnen", schreibt er in seinem Vorbericht.
Auch wenn er trotzdem gleich den Zeigefinger hebt und mahnt, die "Investitionsvorhaben dem Bedarf anzupassen", ist klar: Die Gemeinde hat deutlich mehr Geld auf dem Sparbuch als Schulden ausstehen.

Die Zahlen: Ende 2002 hatte Geroda mehr als eine Million Euro Schulden, aber die Rücklagen waren gleichzeitig auf 149.000 Euro geschmolzen. Mittlerweile hat sich das Verhältnis umgedreht: Die Schulden lagen zu Jahresbeginn bei 325.000 Euro, sollen heuer auf 280.000 Euro und bis Ende 2016 sogar auf 142.000 Euro sinken. Parallel zum Schuldenabbau kann die Gemeinde sogar Geld auf die hohe Kante legen: Zu Jahresbeginn betrugen die Rücklagen 1,46 Millionen Euro. Obwohl heuer für den Krippenbau 175.000 Euro entnommen werden, weden die Rücklagen bis Ende 2016 nach den Berechnungen des Kämmerers auf stolze 1,89 Millionen Euro wachsen.

Überschuss für Investitionen
Für die guten Zahlen gibt es mehrere Gründe: Zum einen hat die Gemeinde seit Jahren stetig Überschüsse aus der laufenden Verwaltung: Heuer bleiben zwar "nur" 155.500 Euro als so genannte Zuführung zum Vermögenshaushalt übrig, aber dieser Betrag war meist höher und steigt auch wieder. Hinzu kommt, dass Geroda von der Anhebung der Mindest-Investitionspauschale von 29.900 auf 111.700 Euro profitiert.

Die Gemeinderäte stimmten dem Haushalt nach den Ausführungen Zieglers ohne Nachfragen mit 7:0 Stimmen zu.


Umfang
Der Haushalt 2013 der Gemeinde Geroda umfasst 1,81 Millionen Euro, das sind rund 400.000 Euro mehr als 2012. Auf den Verwaltungshaushalt, mit dem der laufende Betrieb gedeckt wird, entfallen 1,16 Millionen Euro (29.000 Euro mehr als im Vorjahr), auf den Vermögenshaushalt 653.000 Euro (plus 375.000 Euro).


Einnahmen
Bei den Einnahmen gibt es nur leichte Verschiebungen: Die niedrigeren Gewerbesteuern (Ansatz: 120 000 Euro) werden durch höhere Schlüsselzuweisungen (281.000 Euro) mehr als ausgeglichen. Weitere Einnahmen sind der Anteil an der Einkommenssteuer (280.000 Euro), Grundsteuer A (17.200 Euro) und B (53.100 Euro), Gebühren (149.700 Euro) und Zuweisungen (66.500 Euro). Im Vermögenshaushalt kommt noch die Investitionspauschale (111.700 Euro) und ein Teil des Zuschusses für den Kindergartenanbau dazu: Insgesamt erwartet der Kämmerer 209.000 Euro, heuer sollen 150.000 Euro fließen.


Ausgaben /> Größter Ausgabeposten ist die Kreisumlage mit heuer 282.200 Euro. An die Verwaltungsgemeinschaft führt der Markt Geroda 102.500 Euro ab, die Gewerbesteuerumlage beträgt 14.100 Euro. Das eigene Personal kostet die Gemeinde 243.750 Euro, der Unterhalt der Gebäude summiert sich auf 39.000 Euro, der Strom für Straßenbeleuchtung, Kläranlage und weiteres auf 42.000 Euro. Obwohl die Gemeinde deutlich mehr Erspartes als Kredite hat, muss sie doppelt so viele Zinsen zahlen (16.000 Euro) wie sie Zinseinnahmen erwartet (7800 Euro). Größte Investition ist die Schaffung von Krippenplätzen mit 312.000 Euro Bau- und 50.000 Euro Baunebenkosten. 67 000 Euro sind für den Kauf von Feuerwehr-Fahrzeugen eingeplant.