Nächste Woche beginnt für 10 577 ABC-Schützen in Unterfranken (davon: 3095 aus der Region Bayerischer Untermain, 3951 aus Würzburg und Umgebung sowie 3531 aus der Region Main-Rhön) der Schulalltag, heißt es in einer Pressemeldung der Regierung von Unterfranken. Regierungspräsident Dr. Eugen Ehmann weist in diesem Zusammenhang auf die Gefahren des Schulwegs vor allem für Schulanfänger hin.

An die erwachsenen Verkehrsteilnehmer appelliert er ausdrücklich, besonders zum Schulanfang ein waches Auge auf Schulkinder zu haben. "Kinder haben keine Bremse!", mahnt der Regierungspräsident und weist darauf hin, dass Kinder oft ungestüm ihrem Bewegungsdrang folgen und dabei den Verkehr ganz vergessen können. Auch das Beispiel der Erwachsenen, vor allem an Verkehrsampeln und Fußgängerüberwegen, ist für das Verkehrsverhalten der Kinder von großer Bedeutung.

Schulweg trainieren

Er appelliert an die Eltern, mit ihren Kindern den Schulweg rechtzeitig einzuüben. Hierbei muss nicht der kürzeste Schulweg der sicherste sein. Es ist auch sinnvoll und notwendig, den Schulweg unter realen Bedingungen einzuüben, nicht am Wochenende oder in der verkehrsarmen Zeit. Ehmanns Appell geht aber auch an die Kraftfahrer, auf die Kinder als die Schwächsten im Straßenverkehr besonders Rücksicht zu nehmen. Ausdrücklich erinnert er an die Regelung der Straßenverkehrsordnung, wonach sich Fahrzeugführer gegenüber Kindern so verhalten müssen, dass eine Gefährdung ausgeschlossen ist, heißt es weiter.

Im Auto nicht richtig gesichert

Nach wie vor gebe es Schulwegunfälle, bei denen Kinder auf der Fahrt zur Schule im Auto der Eltern nicht ausreichend durch gesetzlich vorgeschriebene Rückhaltsysteme gesichert seien. Der Regierungspräsident fordert daher die Eltern auf, auch bei nur relativ kurzer Fahrstrecke, die Kinder ordnungsgemäß mit Kindersitzen beziehungsweise den passenden Rückhaltesystemen anzuschnallen. "Kinder sind unsere Zukunft und das Kostbarste, was wir haben! Ihr Schutz hat deshalb oberste Priorität", betont Regierungspräsident Dr. Eugen Ehmann.

"Mein Dank gilt an dieser Stelle allen Schülerlotsen, Schulweghelfern, Schulbusbegleitern und Schulbuslotsen. Mit ihrem vorbildlichen ehrenamtlichen Einsatz sind sie ein wertvoller und entscheidender Faktor für die Verkehrssicherheit unserer Kinder". Schulwegdienste sind die beste Sicherung der Kinder auf dem Schulweg. Ehrenamtliche Schulweghelfer sind dabei auch in Unterfranken nach wie vor gesucht, heißt es weiter in der Pressemitteilung.

Ehmann, Schirmherr der Verkehrswacht Würzburg, appelliert daher an alle Bürgerinnen und Bürger, namentlich auch an die Erwachsenen und die ältere Generation, über ein ehrenamtliches Engagement im Schulwegdienst nachzudenken. Viele reine Grundschulstandorte seien gerade auf das Engagement der Erwachsenen zum Schutz der jüngeren Schulkinder angewiesen. Interessierte können mit der Polizeiinspektion vor Ort, der Gemeinde, der Verkehrswacht oder der Schule in der Nähe Kontakt aufnehmen.

Unfallzahlen rückläufig

Erfreulicherweise ereigneten sich in Unterfranken in den letzten acht Jahren keine tödlichen Schulwegunfälle mehr, heißt es weiter. Die Zahl der Gesamtunfälle und die der verletzten Schüler seien bereits dank intensiver Bemühungen der unterfränkischen Verkehrserzieher in den Jugendverkehrsschulen und den Schulweghelfern seit mehreren Jahren rückläufig. Sie pendeln sich nach dem historischen Tiefststand im Jahr 2018 auf niedrigen Niveau (2019: 44 Schulwegunfälle mit 54 Verletzten; 2018: 39 Schulwegunfälle mit 40 Verletzten) ein. Hier gelte es jedoch in den Bemühungen nicht nachzulassen.

Den größten Anteil der Beteiligten oder verletzten Schüler stellt die Gruppe der Fußgänger gefolgt von den Businsassen und Radfahrern dar. Insgesamt sei in Bayern die Anzahl der Schulwegunfälle seit Jahren tendenziell rückläufig. Noch 1972 ereigneten sich in Bayern 1131 Schulwegunfälle mit Personenschaden. Dabei wurden 1165 Schulkinder verletzt und 35 getötet, heißt es.