Er nennt es "das kleine Konjunkturpaket für Schondra". Bürgermeister Bernold Martin ist stolz, wie sehr sich die Bürger für die 1200-Jahr-Feier ins Zeug gelegt haben. Gerade in der Marktstraße haben sich die Einwohner nicht lumpen lassen.Blau, gelb und weiß strahlen die Fassaden. Sogar grün ist dabei. Da ist kaum eine Familie, die nicht das große Jubiläumsjahr zum Anlass genommen hat, um ihr Anwesen einmal so richtig herauszuputzen.

Historische Familiennamen


An einigen Häusern sind Schilder angebracht. "Kilches" steht zum Beispiel am Haus des Bürgermeisters. "Der Name leitet sich vom Kiliansgericht ab, das in unserem Haus einmal ansässig war", erklärt Martin.Damit die alten Namen und ihre Geschichten nicht in Vergessenheit geraten, hat sich die Gemeinde dazu entschlossen, mit den Tafeln an sie zu erinnern. Überall im Dorf fallen sie ins Auge. Wer allerdings Genaueres wissen will, muss die Menschen fragen, die in den Häusern leben. Die Erinnerung an die alten Namen hält das Bewusstsein für die eigenen Wurzeln am Leben.
Aber nicht nur in ihrem Renovierungsfieber spornen sich die Schondraer Bürger gegenseitig an. Auch das Festprogramm liest sich wie ein Querschnitt durch das Dorfleben. Und das ist äußerst rege. Allein 40 Stationen sind im Faltblatt der Gemeinde aufgelistet.