An der Lehmgrube kehrt wieder Leben ein: Das Grundstück der Gemeinde zwischen Nüdlingen und Haard war lange Zeit nur selten genutzt. Nun gibt es einen Plan - und die ersten Arbeiten sind schon passiert. Dabei haben Kinder und Jugendliche der beiden Dörfer die Hauptrolle gespielt.

Seit November 2020 hat Nüdlingen einen neuen Gemeindejugendpfleger: Thomas Wedler, 39 Jahre alt. In einer Gemeinderatssitzung stellte er sein erstes größeres Projekt vor: Die Umgestaltung der Lehmgrube. Ein erstes Ziel war eine Mountainbikestrecke. Das Besondere: Die Kids haben selbst daran gearbeitet.

Bei der Vorstellung des Projektes im Gemeinderat war René Felcht dabei. Er verbringt durch eine vom Landratsamt geförderte Stelle auch ein paar Stunden seiner Arbeitszeit mit den Nüdlingern. Felcht kennt die Gemeinde bereits, weil er schon vor ein paar Jahren dort Gemeindejugendpfleger war.

Fahrradstrecke an der Lehmgrube

"Wir haben seit ein paar Monaten Anfragen von einer relativ großen Jugendgruppe, die derzeit mit Fahrrädern durch den Wald fährt und den Jägern ein bisschen auf den Geist geht", führte Felcht ein. Parallel dazu sei die Anfrage von Bürgermeister Harald Hofmann (CSU) zur Besichtigung der Lehmgrube gekommen. Daher hatten sich Wedler und Felcht mit den Jugendbeauftragten des Gemeinderates, André Iff (CSU) und Stefan Schmitt (SPD) getroffen. "Wir haben uns die Fläche angeschaut und waren recht schnell begeistert von den vielen Nutzungsmöglichkeiten", sagt Wedler.

Als erstes Teil-Projekt an der Lehmgrube steht nun eine Art BMX-Trail auf dem Plan - also eine Fahrradstrecke mit Hindernissen, Rampen, Kurven. Was daran anders ist als sonst, wenn in der Gemeinde etwas Neues entsteht: Vieles nehmen die jungen Menschen selbst in die Hand. "In den vergangenen Wochen waren bereits Eltern und Jugendliche dort, und haben Fläche gereinigt und begehbar gemacht", berichtete Wedler.

Weitere Projekte sollen folgen

Dem Fahrrad-Parcours sollen weitere Projekte folgen. Denn: Der Platz ist eine Chance für die Ortsentwicklung, weil die Fläche für die Lehmgrube zwischen den beiden Ortsteilen liegt. Und wie Thomas Wedler es ausdrückt: "Wir waren uns einig, dass wir nicht nur für Kinder und Jugendliche ein Angebot machen wollen, sodass alle einen Platz finden."

Es gebe schon einige Familien, die sich aktiv an dem Workshop beteiligen. "Ziel ist es, dass wir im Laufe der Zeit immer mehr Menschen aktivieren", sagte Wedler. Eine nächste Überlegung ist ein Aktivspielplatz. Dort wollen sie mit verschiedenen Naturstoffen wie Sand, Erde und Steinen ein Angebot schaffen, damit die Kinder sich mit den Naturalien auseinandersetzen können.

Auch Umweltbildungsworkshops oder Mottoveranstaltungen wären eine Überlegung. Sie seien da offen für Ideen der Aktiven, die sich dabei beteiligen. Daher sei nicht voraussagbar, in welche Richtung sich das Projekt entwickeln werde.

Gemeinderat behandelt Zukunft der Fläche

Bürgermeister Harald Hofmann (CSU) stellte die Überlegung in den Raum, ob und wie die Gemeinde das Grundstück in Zukunft erschließen wolle. Also, ob sie Wasser, Strom und Internet an das Grundstück legen oder die Hütte ausbauen wollen.

Die Gemeinderatsmitglieder äußerten, dass der Hindernisweg, den die Jugendlichen derzeit gestalten, nicht zu groß werden solle, um anderen Nutzungsmöglichkeiten noch Platz zu lassen. Außerdem mahnten viele an, die Feuerstelle zu erhalten. Das sei sowieso geplant, so Wedler.

Christine Fell (UWH) bat, die Ideenfindung nicht in der kleinen Anfangsgruppe zu lassen, sondern auf breite Basis zu stellen. "Das ist jetzt keine exklusive Veranstaltung von zehn Jungs, die Fahrrad fahren. Das soll schon breit aufgestellt sein", erwiderte René Felcht. Wer fragen habe, solle sich an ihn oder Thomas Wedler wenden. Sie freuen sich über jede Art von Rückmeldung.