Der Klimawandel wirkt sich auch auf die Rhön aus. Eine Initiative mit Sitz in Würzburg will dem etwas entgegensetzen. Über das Pflanzen von Bäumen will der Verein Bergwaldprojekt Waldökosysteme stabilisieren. Dabei setzt es auf das Engagement von Freiwilligen - aber auch Firmen. Im Landkreis Bad Kissingen soll eine Projektfläche im Zuständigkeitsbereich des Forstbetriebs Bad Brückenau entstehen. Dafür warb ein überregionales Kreditinstitut bereits im vergangenen Jahr. Die Redaktion hat sich nach dem Sachstand erkundigt.

Noch finden sich keine jungen Baumkulturen des Bergwaldprojekts in der Rhön. Geplant war, die Bäume bereits im vergangenen Jahr zu pflanzen, berichtet Peter Naumann, Pressesprecher des Bergwaldprojekts. "Aber das geht nicht aufgrund der Pandemie." Deshalb will die Initiative die 5000 Bäume nun im Frühjahr setzen. Diese sollen auf Waldumbauflächen gepflanzt werden. Dabei handelt es sich um Gebiete, die in ihrem Bewuchs auf den Klimawandel umgestellt werden sollen.

Kreditinsitut warb für die Aktion

Darauf verweist auch ein Pressesprecher des überregionalen Kreditinstituts, das bereits im vergangenen Spätherbst mit der Pflanzung warb. Langjährige Kunden sollen eine Baumpatenschaft in dem Gebiet erhalten. Gründe für den Aufschub seien die Pandemie, die Trockenheit und die Verfügbarkeit von Pflanzen gewesen. Und: "Die natürlichen ökologischen Prozesse im Wald sind nicht mit industriellen Lieferplänen zu vergleichen", heißt es in einer schriftlichen Mitteilung der Bank.

Allerdings waren das im Spätherbst nicht die einzigen Ursachen für die Verzögerung. "Wir arbeiten nur im öffentlichen Wald, wie etwa dem Kommunal- oder Staatswald", betont Naumann. Mitsprache haben in der Rhön deshalb noch die Bayerischen Staatsforsten - konkret also Dr. Michael Kutscher, Leiter des Forstbetriebs Bad Brückenau, der für das ausgesuchte Gebiet zuständig ist.

"Das Projekt muss noch mit uns abgestimmt werden", bestätigte Kutscher im Dezember. Dabei gehe es unter anderem um die Rahmenbedingungen und mögliche Folgen für die Bayerischen Staatsforsten. "Wenn das aber alles passt, finden wir das gut und verschließen uns dem nicht", betonte er.

Mittlerweile sei grundsätzlich klar, dass die Pflanzung stattfindet. "Angedacht ist die Aktion für die Frühjahrspflanzung", sagt der Forst-Fachmann. "Wo genau dann die Bäume hinkommen, ist noch nicht klar - so weit sind wir noch nicht." Die Ursache: "Wir sind, was das angeht, vom Wetter abhängig", sagt Forstbetriebsleiter Kutscher.

Größe hängt von den Bäumen ab

Wie groß das Areal wird, auf dem das Bergwaldprojekt die Bäume pflanzt, steht ebenfalls noch nicht fest. " Die Größe hängt letztendlich von den Baumarten ab." Denn: Jede Baumart habe eigene Bedürfnisse und Vorlieben und gebe damit letztlich die Größe der Fläche vor.

Grobe Vorgaben gibt es bei den Baumarten, die im Revier Oberbach in die Erde kommen sollen. Die Bayerischen Staatsforsten haben es sich zur Auflage gemacht, nur so genanntes autochthones Saatgut zu verwenden. Dabei handelt es sich um herkunftsgesicherte Saaten. "In aller Kürze bedeutet das in etwa, dass die Bäume aus der Region für die Region sind", erklärt Kutscher.

Welche Bäume kommen ist noch unklar

Allerdings muss noch genau abgestimmt werden, welche heimischen Arten das Bergwaldprojekt im Forstbetrieb Bad Brückenau pflanzt. "Die Kulturplanung übernimmt die Revierleitung", sagt der Leiter des Forstbetriebs. "Die Bäume müssen im Hinblick auf den Klimawandel geeignet sein." Eine Rolle spielt auch hier der Baum selbst. "Flachlandfichten würden hier zum Beispiel wegen des Schneebruchs nicht überleben." Im Regelfall werden laut dem Fachmann Laubhölzer oder Vorwaldbäume wie die Eberesche gepflanzt. Aber: "Noch lässt sich nicht sagen, was zum Einsatz kommt."

Doch mit dem Pflanzen allein ist es nicht getan. Für Rehe sind junge Bäume ein Leckerbissen. Um zu verhindern, dass Wild die Knospen und Blätter der Bäumchen abfrisst, will das Bergwaldprojekt sie schützen. "Das machen wir wahrscheinlich mit Einzelschutz", sagt Naumann. Dabei handelt es sich um Plastikröhren oder Drahtgeflecht, mit denen die jungen Bäume vor dem Verbiss geschützt sind. Jedenfalls möchten die Verantwortlichen das Areal nicht komplett einzäunen.

Auch die Pflege der Bäume übernehme die Initiative: "Wir sind regelmäßig vor Ort und kümmern uns mit unseren Leuten." Im kommenden Jahr will der Verein bei dem bald begründeten Wald Brombeer-Ranken aussicheln.