Für Jochen Vogel, Bürgermeister von Bad Brückenau, dürfte die Tennet-Infoveranstaltung vergangene Woche im Hotel Frankenland zur P43 (wir berichteten) wie ein Déjà-vu gewesen sein. "Die Pläne weisen große Ähnlichkeit mit denen von Südlink vor drei Jahren auf", sagt er. Wie damals lässt sich spekulieren, wo die Trasse letztlich langführt. Und wer betroffen sein wird. Dafür gibt es zumindest Anhaltspunkte.

Einer davon ist, dass die Tennet-Planer dem Prinzip der Bündelung folgen wollen. Das bedeutet, dass existierende Infrastruktur wie Autobahnen und Bundesstraßen, aber auch Bahntrassen, Ferngasleitungen und bestehende Stromleitungen genutzt werden, um die Höchstspannungsleitung daran entlangzuführen. Und so rücken die Rhönautobahn, aber auch die ICE-Strecke Fulda-Würzburg, die Ferngasleitung Sannerz-Rimpar und selbst die 110-kV-Stromleitung an den Schwarzen Bergen in den Fokus der Betrachtung.

Die A7 stellt augenscheinlich die direkteste Verbindung zwischen dem P43-Anfangspunkt Dipperz bei Fulda und der Endstation Bergrheinfeld-West im Landkreis Schweinfurt dar. Damit wären Bad Brückenau und speziell der Stadtteil Römershag unmittelbar betroffen - falls die Trasse dort gebaut wird.

Für Vogel, seit Mai Oberhaupt der Stadt, ist es "schwer zu sagen", wie wahrscheinlich Letzteres ist. Einerseits habe diese Variante schon bei der Gleichstromtrasse Südlink eine große Rolle gespielt, als die noch überirdisch geplant war. Andererseits würden der Truppenübungsplatz Wildflecken und diverse Kernzonen des Biosphärenreservats, die bei Römershag bis an die Autobahn reichten, starke Raumwiderstände darstellen.