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Jedes Jahr vor Ostern treffen sich die Frauen des Kulturvereins, um ihre Heimatgemeinde der Jahreszeit entsprechend herauszuputzen und den Frühling zu begrüßen. Im Mittelpunkt steht traditionell die "Hasenschule". Schriftführerin Katja Lamp hat zwei alte Schulbänke und einige Stühle besorgt, auf denen die Hasenkinder mit dem Lehrer drapiert werden.
An den Wänden befestigen die Helferinnen frisch geschnittene Zweige, die sie mit Ostereiern schmücken. Ein Teil der Eier ist aus Plastik, weil es da nicht so viel Bruch gebe. Aber selbstverständlich gebe es auch echte, handbemalte Eier, die Jahr für Jahr wieder verwendet werden. "Da sind echte Schätze dabei", meint Katja Lamp.
Die Hasen sind allesamt handgearbeitet. "Da steckt richtig viel Arbeit dahinter", lobt Katja Lamp die "Hasenmutter" Marga Weitzel. Etwa drei bis vier Stunden braucht sie für einen Hasen. Eine Belastung sei das aber nicht: "Das Basteln macht mir Spaß, da geht einfach eins ins andere", sagt Marga Weitzel. Für das Fell der Hasen verwende sie unterschiedliche Materialien, je nachdem, was ihr gerade zur Verfügung stehe. Der Hasenlehrer beispielsweise ist ihre erste Puppe. Für dessen Fell hat sie einen alten Vorhang verwendet.
Im Innern der Figuren sorgt ein vorgearbeitetes Drahtgestell für die richtige Form, gefüllt werden die meisten mit Heu.
Auch sonst ist viel Kreativität gefragt: Ein Hase sei ein echtes Schlappohr gewesen. Sein Ohr wollte einfach nicht so stehen bleiben, wie Marga Weitzel es gerne gehabt hätte: "Da habe ich ihm dann einfach einen Holzstab reingesteckt", erklärt sie.
Die Hasenschule gibt es seit etwa vier Jahren. In dieser Zeit gab es auch ein paar unschöne Erfahrungen: "Wir hatten schon Fälle von Vandalismus", sagt Katja Lamp. Vor zwei Jahren hatten es jugendliche Randalierer auf die Dekoration abgesehen. Sie verteilten die Hasen in den anliegenden Gärten und im ganzen Dorf. Dabei wurden einige der Puppen zerstört. Laut Katja Lamp gelang es jedoch, die Verantwortlichen zur Rede zu stellen. Im vergangenen Jahr gab es keine Vorfälle. Katja Lamp ist deshalb zuversichtlich, dass sich so etwas nicht wiederholen wird.
Neben dem Marktplatz wird auch die Mauer rund um die Kirche österlich geschmückt. Vervollständigt wird die Dorfverschönerung durch das Aufstellen eines Osterbaums am Marktplatz. Die Kinder der Grundschule behängen diesen mit Ostereiern, die sie selbst ausgeblasen und bemalt haben. Damit die Farbe im Freien länger hält, sind die Eier mit Lack überzogen.
Auch andernorts wird dekoriert. Gabriele Friedrich vom Bad Brückenauer Obst- und Gartenbauverein schmückt immer schon bis Palmsonntag, den "Tätsch'r-Brunnen" in der Altstadt mit Osterbögen, bunten Eiern und Kränzen. Mit Elisabeth Bott bringt die Floristin einen ganzen Tag mit den Vorbereitungen zu. Bei den Bögen handelt es sich um Drahtgestelle, die erst noch verziert werden müssen.
Gabriele Friedrich verwendet dafür hauptsächlich Buchszweige und Heu. Das sei als Material bestens geeignet, "weil es sich gut wickeln lässt". Außerdem verarbeitet sie Birkenzweige und Weidenkätzchen. "Weidenkätzchen soll man ja eigentlich nicht verwenden, weil sie die erste Nahrung für die Bienen sind. Aber es gehört einfach zu Ostern dazu", erläutert sie.
Den Brunnen am Alten Rathaus in Bad Brückenau haben die Frauen von der Frauen-Union dekoriert. Es war das erste Mal, wie Vorsitzende Gundula Langeworth sagte. Ein Mitarbeiter der Stadt unterstützte die Mitglieder. Die Zweige stellte die Stadt zur Verfügung, den Blumenschmuck spendete die Frauen-Union.
Die Riedenberger Osterkrone ist aus künstlichem Buchs gefertigt. Sie Jahr für Jahr aus frischem Tannenreisig oder Thujazweigen zu gestalten, war mit etwa 40 Arbeitsstunden zu aufwendig, wie Joachim Hartling, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Riedenberg, informierte. Links von der Osterkrone ist ein neu angelegtes Kiesbeet mit vier rot-weißen Kletterrosen und zwei Buchskugeln zu finden.
Eine Hasenfamilie sitzt vor dem Dorfbrunnen am Riedenberger Schulplatz. Sie wurde von Heinz Kuhn und Werner Vieres geschaffen. Der Brunnen war vom örtlichen Obst- und Gartenbauverein im Zuge der Neugestaltung der Kirchstraße aufgestellt worden.