Im festlichen Gottesdienst zum Ostermontag segnete Pater Velangini Reddy Thumma die Orgel der St.-Bonifatius-Kirche im Stadtteil Winkels. Damit wurden die Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten offiziell beendet und das Instrument wieder in den liturgischen Dienst gestellt. Das sechs Wochen dauernde "Orgel-Fasten" der Gemeinde, wie es Kaplan Paul Reder zum Auftakt nannte, ist damit zu Ende und die Messbesucher waren sich einig: Es hat sich gelohnt.


Lange überfällig

Die Orgel war ursprünglich von der Firma Weise (Plattling) als Interimsinstrument für die Stadtpfarrkirche Herz Jesu zur Verfügung gestellt worden. Sie wurde dann aber nicht wieder komplett demontiert, sondern im Jahr 1946 von der Kirchenstiftung Winkels erworben und in St. Bonifatius aufgestellt. Wegen ihrer wahrscheinlich nur vorläufigen Bestimmung war sie schon Beginn an mit konzeptionellen Unzulänglichkeiten behaftet und bedurfte nach nunmehr über 30 Jahren ohne Pflege- und größere Arbeiten dringend einiger Überarbeitungsmaßnahmen. Diese waren schon allein zur Substanzerhaltung notwendig und unumgänglich und wurden Regionalkantor Peter Rottmann, dem zuständigen Orgelsachverständigen der Diözese Würzburg, angeraten und befürwortet. "Der entstandene Wartungs- und Sanierungsstau bedarf zur Erhaltung der Funktionstüchtigkeit einer Auflösung", so Rottmann im Vorfeld.
Mit der ganzen Gemeinde freute sich Rüdiger Greubel, der seit 28 Jahren als Organist in Winkels tätig ist. Er kann sich nur an zwei oder drei unaufschiebbare Kleinreparaturen und eine Hauptstimmung erinnern. "Kompetenz und Erfahrung von Orgelbaumeister Michael Stumpf und seiner Mitarbeiterin spiegeln sich im Ergebnis sicht- und vor allem hörbar wider", lobte Greubel. Beim Gottesdienst zur Orgelsegnung übernahm der in der Kurstadt ansässige Orgelbauer auch den Kantorendienst bei den Antwortgesängen.
Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 12 500 Euro. Durch diözesane und kommunale Zuschüsse werden rund 30 Prozent gedeckt. Die Finanzierung bedeutet für die etwa 800 Katholiken umfassende Filialgemeinde einen immensen Kraftakt.


Hoffnung auf Spenden

Aufgrund der Belastungen in den letzten Jahren durch Sanierung des Kirchendachs und Erweiterung der Kindergartens um einen Krippenbereich sind die finanziellen Möglichkeiten weitgehend erschöpft. "Die Kirchenstiftung hofft auf weitere Spenden, sie ist darauf angewiesen. Die eingehenden Rechnungen sind schon jetzt eigentlich nicht mehr zu bezahlen", beschreibt Kirchenpflegerin Karin Holzapfel die Situation.
Die Stimmung zum Abschluss der Orgelsanierung wurde aber von Zufriedenheit, Dankbarkeit und auch etwas verständlichem Stolz bestimmt. Hat das Instrument 70 Jahre nach seinem Eintreffen in Winkels doch sozusagen erfolgreich eine "Verjüngungskur" erfahren, die es wieder für einige Jahre "fit" gemacht hat.