Einziger Tagesordnungspunkt der Gemeinderatssitzung in Aura war der Zuschussantrag für das Naturschwimmbad. Die Gemeinde beabsichtigt ihr sanierungsbedürftiges Schwimmbad in ein Naturbad umzuwandeln, um Mehrbelastungen abzufangen und die Existenz des örtlichen Schwimmbads auf Dauer sicherzustellen. Dazu sollen Mittel aus EU-Leader-Programm helfen.
"Werden sie bewilligt, spart das der Gemeinde Geld, das für andere Projekte in der Dorferneuerung Verwendung finden kann", erklärte Bürgermeister Thomas Hack. Doch so weit ist es noch nicht. Wie die Leader-Beauftragte am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bad Neustadt, Cordula Kuhlmann, wissen ließ, gehe es noch nicht um eine Projektbewilligung, sondern um die Mittelvergabe, die zunächst ein Lenkungsausschuss berät. "Dazu ist noch die Beurteilung zu verschiedenen Kriterien notwendig", machte Kuhlmann klar, die allerdings einräumte, dass das Vorhaben aufgrund seiner regionalen Einmaligkeit im Saaletal recht gute Chancen auf Realisierung hat. Für Aura gelte es jetzt, eine Kostenplanung und die künftige Betriebskostenplanung einzureichen, um die Leader-Mittel zu reservieren. Bei positivem Bescheid könne ein Bauplan folgen.

430 000 Euro für Umbau


Rund 430 000 Euro veranschlagt Hack für den Umbau in ein ökologisch gereinigtes Bad. Aus dem Fond "Schwimmbadrücklage", der vor fünf Jahren durch eine höhere Gewerbesteuer gebildet wurde, rechnet der Bürgermeister mit 150 000 Euro. Ebenso hoch wäre der Leader-Zuschuss, der mit dieser Fördersumme auf sein Optimum begrenzt ist.
Weitere 130 000 Euro müsste Aura als Darlehen mit 20-jähriger Laufzeit aufnehmen. Den Kredit will Bürgermeister Hack durch Mehrerlöse bei Eintrittsgeldern und Einsparungen bei den Betriebskosten, zum Beispiel beim Heizöl, kompensieren. Personalausgaben gingen zu Lasten der Gemeinde, wobei Aura auf einen Bademeister verzichtet und stattdessen eine Aufsicht mit Rettungsqualifikation anstrebt.

Gigantischer Kinderbereich


"Eine ernsthafte Verfolgung des Vorhabens ist wichtig, weil sie sonst andere Leader-Projekte blockieren", betonte Frau Kuhlmann, die eine Abwicklung auf Ende 2015 limitierte. Bürgermeister Hack plant deshalb für den Sommer eine weitere Bürgerversammlung zum Thema und eine Besichtigung des Naturbads in Gößweinstein. Die nicht förderfähigen Kosten für eine Sanierung des jetzigen Schwimmbads bezifferte er auf rund 800 000 Euro.
Landschaftsarchitekt Claus Schmitt von der "Wasserwerkstatt" in Bamberg stellte die neue Planung vor. Demnach würde der Schulgarten zur Kiesgefassten Filterfläche, die mit Beregnungsfiltern, ähnlich der Gartensprühanlagen, ausgestattet wäre. Nördlich davon entstünde laut Hack ein Kinderbereich mit eigenem Becken und Spiellandschaft.
Davor würde in östlicher Richtung ein weiteres, mit Pflanzen besiedeltes Naturklärbecken, liegen gegen das allerdings Thomas Klose wegen der Nähe zu Kinderbecken Einwände hatte. Sicherheitsabgrenzungen liegen im Ermessen der Gemeinde. Planer Schmitt weiß aus seiner Erfahrung jedoch von keinen Unfällen. Das bisherige Schwimmbecken bliebe erhalten würde aber präpariert, zum Beispiel durch eine Angleichung der Betonköpfe am Beckenrand. Die dem Schwimmbad angegliederten Gebäude sind von der Förderung ausgeschlossen.
Liegegitter und Hecken könnten das Areal zum Parkplatz abgrenzen. Bezüglich der Parkplätze plant die Gemeinde einen eventuellen, weiteren Standort auf dem Schulhof. Die Wassererwärmung soll, wenn nötig, eine Solaranlage auf den Dachflächen der Funktionsgebäude regeln.

Förderverein Schwimmbad


"Wir wollen bewusst ein ökologisches Bad, das ein Signal im ganzen Saaletal setzt", unterstrich Bürgermeister Hack, der auch auf die Gründung eines "Fördervereins Schwimmbad" durch die Bürger hofft und vom Gemeinderat einstimmig "grünes Licht" für den Zuschussantrag erhielt.