Zu Weihnachten haben sich 24 Abenteurer aus Nüdlingen und Bad Kissingen mit ihren Fahrzeugen, darunter eine Feuerwehr-Drehleiter, auf den Weg quer durch Frankreich und Spanien gemacht, haben Marokko durchquert und die Westsahara durchstreift. In Mauretanien verkauften sie die deutschen Fahrzeuge und spendeten den Erlös an ein dortiges Waisenhaus.
Von ihrer Reise bleibt ihnen so manches außergewöhnliche Erlebnis wohl für längere Zeit in Erinnerung. Anderes wiederum fiel vielleicht nicht wie erwartet aus. So hatte sich der ein oder andere unter den Franken vom Silvester-Abend in Marrakesch vielleicht etwas Besonderes versprochen. Allerdings geht's im muslimisch geprägten Marokko zum Jahreswechsel eher ruhig zu, schreibt Franziska Thomas (Nüdlingen) in ihrer E-Mail an die Redaktion.


In Ruhe gen neues Jahr

Der Jahreswechsel wird zwar nicht gefeiert, aber auf dem zentralen Djemaa el Fna gibt es das ganze Jahr über Schlangenbeschwörer und Gaukler zu sehen. Da blieb also auch den Gästen nichts anderes übrig, als dem neuen Jahr in aller Ruhe entgegenzublicken - und zwar auf dem Campingplatz, so die junge Frau weiter. Die meisten von ihnen gingen allerdings dann schon kurz nach 23 Uhr ins Bett, denn schließlich war zu dieser Stunde in Deutschland der Jahreswechsel schon durch.

Apropos Feiern. Das Feierabend-Bier ging den Deutschen auf der Dust-and-Diesel-Rallye in den vorwiegend muslimisch geprägten Ländern natürlich unterwegs aus. In Marokko gab's das Bier nur unter "erschwerten Bedingungen", schreibt Franziska Thomas. In Mauretanien ging dann gar nichts mehr. Welche Freude also, dass die Reisenden aus Deutschland jetzt im Senegal wieder mal ein Glas des kühlen Gerstensafts genießen können.

Fußballspiel im WaisenhausAm 10. Januar erreichten die Reisenden dann endlich auch das Waisenhaus in Nouadhibou, einer Stadt am Atlantik. Denn für die Kinder dort wollten die fränkischen Besucher den Geldbetrag ja spenden, den sie durch den Verkauf ihrer Fahrzeuge in Westafrika erzielen würden. "Wir wurden dort wirklich sehr herzlich aufgenommen. Die Kinder haben für uns gesungen und getanzt", schreibt die Nüdlingerin. Man veranstaltete sogar ein Fußballspiel für die deutschen Besucher. Die Mädchen und Buben stammen aus armen und meist kinderreichen Familien. Im Schulalter werden sie dann auch unterrichtet. Dabei spielen die Fächer Arabisch, Französisch und Mathematik die Hauptrolle.


Nichts außer Sand und Wind

Zehn Fahrzeuge brachte die fränkische Delegation mit nach Mauretanien, vom VW Polo über einen Mercedes der E-Klasse bis hin zum VW-Bus war alles dabei. Das Sonderfahrzeug mit der Drehleiter wurde natürlich auf dieser Fahrt hie und da zur spektakulären Erscheinung. Nachdem die Globetrotter mit den Fahrzeugen eine Strecke von rund 8000 Kilometern hinter sich gebracht hatten, verkauften sie die Autos schließlich in Nouakschott.

Was letztendlich an Spenden zusammenkam, wollen sie aber erst verraten, wenn sie wieder zu Hause sind.

Besonders beeindruckt zeigt sich Franziska Thomas von den "ewig weiten und extremen Landschaften", durch die sie fuhren. "Dort gibt es nichts außer Sand und unbarmherzigem Wind. Und trotzdem leben dort Menschen, die sich jeden Tag diesen Herausforderungen stellen." Dann fällt ihr noch etwas ein: Sie schwärmt vom Sternenhimmel in der Wüste, der ohne den Einfall von künstlichem Licht "unglaublich schön" ist.

Nach dem Roadtrip per Auto können die Abenteurer jetzt aber noch mal richtig entspannen. Vor ein paar Tagen wurden sie von Busch-Taxis über die Grenze in den Senegal gebracht. Dort heißt's jetzt vorwiegend wandern, baden und ausruhen, bevor am Freitag der Flieger zurück nach Deutschland geht. Isolde Krapf