Nach seiner schweren Kindheit führte Wilhelm Buntz jahrelang ein Leben als Verbrecher, bis eine Bardame auf St. Pauli den gesuchten Straftäter erkannte. Im Gefängnis führte er seine Laufbahn nahtlos fort, bis er durch die Bibel zu Gott fand und sein Leben änderte. Seine Lebensgeschichte hat er nun aufgeschrieben und lädt am kommenden Dienstag zu einem Vortragsabend ins Martin-Luther-Haus in Hammelburg. Seit dem Erscheinen des Buches im Frühjahr 2018 war Buntz schon zu rund 400 Vorträgen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gefragt. Dabei hat er oft mehrere hundert Zuhörer und ist jetzt bis Ende 2021 ausgebucht. Unserer Redaktion hat er schon vorher einen Teil seiner Vergangenheit erzählt.

Können Sie Ihr Leben in Kurzform zusammenfassen?

Wilhelm Buntz: Als Kind wurde ich von meiner Mutter ausgesetzt, war dann psychologisch schwer geschädigt, kam ins Heim und begann mit 18 eine Karriere als Krimineller mit Bankraub, Menschenhandel und Totschlag. Nach 14 Jahren im Gefängnis war ich geläutert und begann ein neues Leben.

Was hat Sie dazu gebracht, Ihr Leben zu ändern?

Am 12. September 1983 hab ich die Entscheidung getroffen mit Gott zu leben. Ich war innerhalb meiner Gefängniszeit viel in der Arrestzelle, weil ich viele Dummheiten gemacht habe. Dorthin habe ich immer die Bibel mitgenommen, hauptsächlich um sie zu rauchen, nicht um sie zu lesen. Innerhalb von sechs Jahren habe ich das Alte Testament weggeraucht. Ich kam bis zur Bergpredigt, und dann hab ich angefangen darüber nachzudenken, was in der Bibel steht. Ich habe Gott herausgefordert: "Wenn du einen Plan hast mit meinem Leben, dann musst du mich besiegen. Aber ich lasse mich nicht besiegen. Du musst stärker sein als ich." Das war er auch. Das war meine Lebensrettung. Der Direktor des Gefängnisses bemerkte die Veränderung und setzte sich für meine bedingte Entlassung ein.