In der Frage, ob Kinder und Jugendliche heutzutage weniger lesen als Kinder und Jugendliche früher, gehen die Ansichten auseinander. Viele teilen die Befürchtung, das Lesen gerate angesichts der großen Konkurrenz von Smartphones, Computerspielen und Fernsehen ins Hintertreffen. Andere halten trotzig dagegen, das Interesse am Geschriebenen sei auch bei jungen Leuten ungebrochen. Für Maja Schopf ist das ohnehin keine Frage. Die diesjährige Gewinnerin des Kreisentscheids im Vorlesewettbewerb liest für ihr Leben gern.

Was ist denn Dein Lieblingsbuch, Maja?

Maja Schopf: Das ist "Wie eine Nuss mein Leben auf den Kopf stellte" von Alexa Hennig von Lange.

Und warum ist es das?

Es ist sehr lustig. Da geht es um ein Mädchen das sagt, dass es aussieht wie ein Junge. Es fühlt sich so, als seien seine Eltern ein Hase und ein Schaf.

Wie oft hast du das schon gelesen?

Das habe ich jetzt, hm, vier Mal gelesen.

Woher bekommst du Deine Bücher, vom Christkind oder aus der Bücherei?

Entweder, ich bekomme sie geschenkt, oder ich kaufe sie mir selber. Aber zur Bücherei gehe ich eher nicht.

Aha, warum nutzt Du die Bücherei nicht?

Die Bücher, die da sind, interessieren mich nicht so. Es ist mir außerdem wichtig, die Bücher immer zu haben.

Wann ist ein Buch ein gutes Buch?

Ich mag keine langweiligen Geschichten. Ein Buch sollte entweder lustig sein oder auch 'mal spannend.

Welche Bücher würdest Du Gleichaltrigen empfehlen? Außer Deinem Lieblingsbuch natürlich.

Gut finde ich, zum Beispiel, eine Reihe von Sheridan Winn, die heißt: Vier zauberhafte Schwestern. Das ist Fantasy. Es geht um vier Schwestern, die magische Kräfte haben. Ganz schön finde ich auch Alea Aquarius von Tanya Stewner. Das ist auch Fantasy und es geht um ein Meermädchen, das zunächst gar nicht weiß, dass es eins ist.

Wieviel liest Du so pro Woche?

Im Durchschnitt ungefähr drei Bücher.

Hast Du ein Smartphone? Das wäre ja vielleicht ein Konkurrent für Bücher.

Nein.

Was ist für Dich das Schöne am Lesen?

Wenn ich was lese, bin ich mitten in der Geschichte drin. Da fühle ich mich, als wäre ich selber die Person, um die es geht. Das ist so ähnlich wie Fernsehen im Kopf.

Bist Du in der Familie die einzige Leserin?

Ich lese schon am meisten. Die anderen lesen schon auch, aber halt nur ab und zu 'mal.

Was magst du lieber, einen Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur oder aktuelle Autoren?

Eher aktuelle. Bei älteren Büchern verstehe ich manchmal nicht alles, weil es einfach anders geschrieben ist.

Wie war das, bevor Du selbst lesen konntest, hast Du Dir vorlesen lassen?

Ja, meine Mama und mein Papa haben vorgelesen. Irgendwann konnte ich die Bücher dann auswendig und habe so getan als würde ich daraus vorlesen.

Jetzt hast Du ja sogar den Kreisentscheid gewonnen. Worauf kommt es beim Vorlesen an?

Man muss schon irgendwie betonen, aber auch nicht zu sehr. Denn wenn man alles betont, kommen die besonderen Stellen gar nicht mehr raus.

Dein selbst gewähltes Buch für den Wettbewerb war von Sabine Bohlmann: Das Leben ist kein Wunschkonzert. Hattest Du das ausgewählt, weil es Dir als Buch gefällt oder weil es sich gut vorlesen lässt?

Mir gefällt das Buch sehr gut und es lässt sich schön lesen. Das war also eine gute Kombination.

                        Siegfried Farkas