Reibungslos verliefen die Neuwahlen beim TV/DJK Hammelburg. Vergessen scheinen damit wohl jene Querelen, die die Wahl vor drei Jahren überschattet hatten. Damals war sogar eine zweite außerordentliche Delegiertenversammlung erforderlich gewesen, um ein neues Führungsquartett zu finden. Unter dem Eindruck des damaligen Geschehens stand der Eingangsimpuls von Pfarrer Robert Augustin zur aktuellen Versammlung. "Der Frieden des Herrn sei mit uns", bat er um einen konstruktiven Verlauf der Versammlung.

Dieser Wunsch scheint erhört worden zu sein. Einvernehmlich wählten 76 Delegierte von 2185 Mitgliedern in der Saaletalhalle einen neuen Vorstand. Personelle Konstante ist Willy Willeke, der bereits dem bisherigen Vorstand angehörte. Neu dazu kommen Tabea Lang, Hilmar Beck und Georg Oel.

Versöhnliche Töne

Nicht mehr angetreten sind Matthias Benner, Heidrun Wahler und Reinhard Schaupp. Schaupp umriss das Klima der vergangenen Jahre. Er sprach nach der unkomplizierten Neuwahl versöhnlich von "produktiver Spannung", die unter dem Strich nicht schlecht gewesen sei.

Weitgehend außen vor blieb bei dem Treffen ein Reizthema vergangener Versammlungen: Der 2018 aus Geldgründen verworfene Plan eines Hallenneubaues. Allerdings klang an, dass sich der Verein wohl um zusätzliche Lagermöglichkeiten bemühen müsse. Nachdem Trainingsmöglichkeiten in der Kaserne durch verschärfte Sicherheitsvorkehrungen weggefallen sind, kosten Matten von Kampfsportlern und Selbstverteidigungsabteilung im TV/DJK-Heim Platz, der auch anderweitig gebraucht wird.

Michael Hannawacker zog zurück

Mit kritischen Kommentierungen begleitete der frühere Vorsitzende Michael Hannawacker die Berichte seiner 2018 ins Amt gekommen Nachfolger. Aber unter dem Strich bevorzugte auch er den Ausgleich. "Ihr habt die Sache gut gemacht", fasste er seine Einschätzung zusammen. Dass Hannawacker seine mögliche Kandidatur für einen Vorstandsposten in der Versammlung zurückzog, "um die Sache nicht zu eskalieren", beschleunigte die Wahl. Es gab daraufhin genauso viele Bewerber wie Posten.

Von einem Neustart des Vereins im Jahr 2018 sprach Matthias Benner. Mit dem damaligen Verzicht auf einen Hallenneubau und der Reduzierung des Herzsport- und Reha-Angebots sowie der Erhöhung der Beiträge habe sich der Verein konsolidiert. Gleichzeitig sei die Geschäftsstelle mit Geschäftsführerin Katja Benner und Maria Schubert neu organisiert worden.

Unter Applaus dankte Benner dem Duo, das durch die vielen Anfragen aus den Abteilungen zu den Hygieneregeln einen immensen Beratungsbedarf abgedeckt habe. Vier Ehrenamtliche kümmerten sich um die Umstellung der Beleuchtung in der Geschäftsstelle. Dadurch würden dort 50 Prozent Strom eingespart.

Auf die Mitgliederentwicklung ging Willy Willeke ein. Nach 2193 Mitgliedern (Anfang 2019) und 2343 Mitgliedern (2020) hat der Verein in diesem Jahr 2185 Mitglieder.

Werbekampagne starten

Aktuelles Problem sei, das durch Corona das Ausscheiden von jährlich rund 180 Mitgliedern nicht wie bisher durch eine ähnlich hohe Zahl von Neuaufnahmen ausgeglichen werden konnte.

Deshalb will der Verein nach den Sommerferien eine Werbekampagne auch in den Schulen starten. Dabei sollen Kim Fischer und Louise Conrad unterstützen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr bei dem Verein antreten. Den Ausfall von Kursen kompensierten manche Übungsleiter durch Online-Angebote. Seit Anfang Juni sind wieder sportliche Aktivitäten möglich. Von einer positiven finanziellen Entwicklung sprach Schatzmeisterin Susanne Moeldner. Zwar seien Einnahmen aus Eintrittsgeldern, Kursen und Bewirtung teils auf ein Fünftel zurückgegangen. Mehr als kompensiert worden sei dies aber durch Landes- und Bundeshilfen, den Rückgang an Personalkosten und die vor der Pandemie beschlossenen Beitragserhöhungen. Die Liquidität des Vereins erhöhte sich 2020 um 90 000 Euro (3500 in 2019). Insgesamt bezifferte Moeldner die Jahreseinnahmen auf 388 000 Euro (427 000 in 2019).

Dank an die Sponsoren

Ausdrücklicher Dank ging an die Sponsoren der Volleyballer. "Ohne sie wäre die Zweite Bundesliga nicht möglich", stellte Moeldner klar. Rund 100 000 Euro tragen verschiedene Unterstützer zu dem Engagement bei. Auf Nachfrage stellte sie klar, dass die Volleyball-Abteilung ihre Unkosten selbst trage und andere Vereinsabteilungen dazu nicht herangezogen würden.

Ohne Gegenstimmen wählten die Delegierten Susanne Moeldner wieder zur Schatzmeisterin. Für die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins bleibt Angelika Silberbach zuständig. Jugendwart wird Simon Bahmer, Sportwart Lukas Gößmann-Schmitt und Sportabteichenreferentin bleibt Irma Sell. Zu Beisitzern wählte die Versammlung Michael Bartsch, Sebastian Becker, Carmen Haberland, Christa Hannawacker und Karl Heinz Ludwig. Mehr erklärten sich trotz eines Appells der Vorsitzenden nicht für die Mitwirkung als Beisitzer bereit. Vorsitzender des Ehren- und Ältestenrates wird Manfred Kohaupt. Der Ehrennachmittag ist für den 5. September angekündigt.