Die Pflanzung von Klimabäumen in der Garitzer Kirchbergstraße hat bei den Demokratischen Bürgern Kissingen (DBK) Lust auf mehr geweckt. Die Fraktion regte an, am Ostring und Nordring zwischen Faberkreuzung und Pfalzstraße streckenweise mehr Bäume anzupflanzen. Nun befasste sich der städtische Bauausschuss mit diesem Thema.

"Wir halten es für geboten, diesen Bereich etwas aufzuwerten", begründete Alexander Koller den Antrag seiner Fraktion. Er erinnerte daran, dass der Bauausschuss in der vergangenen Legislaturperiode zur Begrenzung des Pflegeaufwands beschlossen hatte, die Bepflanzung zwischen Friedrich-List- und Erhardstraße stellenweise zu entfernen und durch Blühwiesen zu ersetzen.

Plädoyer für Bäume in der Stadt

Koller wies auf eine Straßenbaumliste unter dem Motto "Stadtgrün 2021" von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) hin. Gleichzeitig führe die Anstalt Versuche mit Straßenbäumen durch und sei immer an Städten interessiert, die an diesen Versuchen teilnehmen. "Da auch Fördergelder zur Verfügung gestellt werden, sehen wir das als Chance", so Koller.

Thomas Hornung, Leiter des städtischen Tiefbaues, gab ebenfalls ein Plädoyer für Bäume in der Stadt ab. Sie spielten eine große Rolle bei der Sauerstoffproduktion, als Schattenspender und bei der Bindung von Feinstaub. Außerdem seien sie wichtiger Lebensraum für Tiere und Insekten.

"Keine optimalen Bedingungen"

Eben darum sei die Stadt mit Pflanzungen in der Kirchbergstraße aktiv geworden. Aber Hornung weiter: "Die Grünflächen am Ring bieten für Straßenbäume keine optimalen Bedingungen", wandte er ein. Eine dauerhafte Begrünung mit Bäumen sei kaum möglich.

Dafür führte er eine Reihe von Gründen an. Es gebe am Ostring reichlich Versorgungsleitungen. Das enge Baufeld lasse Schäden an den Verkehrsflächen befürchten und ein Schutz der Leitungen im Gehweg vor Wurzeln könne nicht geschaffen werden. Überhaupt seien die erforderlichen Flächen für das Wurzelwerk zu schmal.

Schnitt- und Mähaufwand sowie Sicherheit

Um die Sichtfelder für Autofahrer zu gewährleisten, müssten die Bäume regelmäßig geschnitten werden. Und dies bei zusätzlich höherem Mähaufwand am Boden. Auch ein Argument gegen die beantragten Bäume sei die erhöhte Salzbelastung am Boden.

Erschwerend komme hinzu, dass nach neueren Vorschriften an Straßen mit einer Höchstgeschwindigkeit ab 60 Stundenkilometern bei vorhandenen Baumreihen für die Sicherheit der Autofahrer Schutzplanken installiert werden müssten.

Alles in allem sei man deshalb zu dem Schluss gekommen, artenreiche Blühwiesen anzusäen. "Die haben ebenfalls eine große ökologische Bedeutung und kommen mit den Bedingungen vor Ort besser zurecht, so Hornung. Die Pflanzung von Bäumen werde vielleicht möglich, wenn die Straßenränder im Zuge des Radwegebaus sowieso neu geordnet werden. Mit dieser Antwort fand sich auch die DBK-Fraktion ab.Wolfgang Dünnebier