Der Aufbau der Bühne ist in vollem Gange. Am Sonntag werden Volbeat das Willy-Sachs-Stadion rocken und mit Songs wie "Still counting" oder "Sad man's tongue" ihre Fans begeistern. Laut Veranstalter werden über 20 000 Besucher erwartet, das Konzert ist somit ausverkauft.
Schon seit Mittwoch wird im Stadion geschuftet. Denn: "Bei einer Weltklasse-Band wie Volbeat ist der technische Aufwand enorm. Allein 20 Tonnen bringen schon Licht und Tontechnik auf die Waage", weiß der Technische Leiter der Firma Argo-Konzerte, Stephan Haas, der für den Aufbau verantwortlich ist. Das sei von der Größenordnung ähnlich wie bei den Toten Hosen, die 2013 hier rockten.
Der 56-Jährige hat schon viele Konzerte betreut und weiß genau, auf was es ankommt, damit die Bühne nicht zusammenbricht, Licht und Ton einwandfrei funktionieren und die Toiletten dem Besucheransturm standhalten. Streng verboten ist es, eigene Flüssigkeiten mitzubringen. Darauf weist Haas noch mal hin. "Das wird alles abgenommen." Zudem machen die Anschläge der jüngsten Zeit und die latente Gefährdung verstärkte Sicherheitsmaßnahmen bei allen Konzerten erforderlich.
Für Schweinfurt heißt das: Statt 20 bis 25 Einlassschleusen - wie es normalerweise der Fall wäre - gibt es nun 44 davon. Das bedeutet auch die doppelte Menge an Personal. Nur so sei es möglich, die Besucher strenger zu kontrollieren. "Dazu gehört auch das Abtasten vom Knöchel bis zum Hals. Für die weiblichen Besucher sind dafür Frauen im Einsatz."


Sicherheit erfordert Geduld

Haas weiß, dass es vielen Besuchern unangenehm sein mag und auch das Anstehen Geduld erfordert, aber: "Wir möchten, dass jeder sicher und entspannt sein Konzert genießen kann." Er bittet die Konzertbesucher auch, Taschen, Rucksäcke, Helme sowie Behältnisse aller Art zu Hause zu lassen. "Auch diese werden abgenommen und für die Dauer des Konzerts aufbewahrt." Nur notwendige Utensilien wie Handy, Schlüsselbund und Portemonnaie sowie Medikamente oder Kosmetika in Gürteltaschen bis zu einer maximalen Größe von DIN A 5 dürfen mitgeführt werden. "Werden flüssige Medikamente benötigt, sollte dies von einem Arzt bescheinigt sein", so der Technische Leiter. Verbotene Gegenstände werden einbehalten, wobei keinerlei Ansprüche gegen den Veranstalter wegen eines möglichen Verlusts bestehen.
Neu sind laut Haas in diesem Jahr die Toiletten, und da dürfen sich die Besucher auf etwas mehr Luxus freuen. John Privy statt Dixi heißt es vermehrt auf dem Gelände. Die Toiletten funktionieren - ähnlich wie im Flieger - über eine Vakuumpumpe und sind voll ausgestattet. Sie seien bei Rock im Park getestet worden. Es gibt noch viel zu tun, bis Haas am Sonntag die letzte Geländeabnahme macht. So wird der Rasen zum Schutz mit einem weißen, luftdurchlässigen Bodenbelag abgedeckt, Leinwände werden an der Bühne angebracht und Absperrungen aufgebaut.
Ortskundige werden gebeten, auf öffentliche Verkehrsmittel zurückzugreifen. Die Eintrittskarte berechtigt ab 14 Uhr zur Hin- und Rückfahrt zum/vom Willy-Sachs-Stadion mit den Linienbussen der Stadtwerke. Katja Glatzer