Dazu kommen 750 Gramm Amphetamin ("Speed") und rund 1000 Ecstasy-Tabletten. Etwa 190.000 Euro hätten sie damit umgesetzt, sagte die Staatsanwältin am ersten Verhandlungstag am Schweinfurter Landgericht vor fünf Wochen.

Der 19-jährige Schüler und der 29-jährige Gebäudereiniger räumten über ihre Verteidiger die Anklagevorwürfe weitgehend ein. In der "Bunkerwohnung" eines Dritten sei das Rauschgift in 50-Gramm-Einheiten abgewogen, verpackt und von dort durch sogenannte Läufer an Endkunden weiterverkauft worden. Der eigentliche Dealer soll der Jüngere gewesen sein. Der 29-Jährige sei öfters bei den "Bunkertaten" und beim Portionieren dabei gewesen. Selbst stark drogenabhängig, habe er mit dem Wohnungsinhaber gerne getrunken und Cannabis konsumiert.

Plädoyers gehalten

Am Freitag nun wurden die Plädoyers gehalten. Die Staatsanwaltschaft forderte laut dem Gerichtssprecher für den 19-Jährigen eine Jugendstrafe von fünf Jahren und neun Monaten. Für den 29-Jährigen beantragte sie eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren und vier Monaten, die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt und Einziehung von Wertersatz. Der Verteidiger des 19-jährigen Schülers hielt für seinen Mandanten eine Jugendstrafe von drei Jahren und drei Monaten für angemessen. Der Anwalt des Gebäudereinigers plädierte auf drei Jahre plus Unterbringung in einer Entziehungsanstalt.

"Seitdem die beiden in Untersuchungshaft sitzen, heißt es in Bad Brückenau, man kriegt hier nichts mehr und muss nach Fulda ausweichen." Das sagt ein Polizeizeuge zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Schweinfurt. Er meinte einen Mangel an "Gras" und Haschisch in der Szene. Stefan Sauer