Förster Fabian Menzel aus Nüdlingen ist in diesem Jahr Deutschlands bester Hirschrufer. In Dortmund setzte sich der 40-Jährige auf der Messe "Jagd und Hund" gegen elf weitere Imitatoren durch. Der Unterfranke sagt, er habe "aus Jux und Dollerei" mitgemacht. Er übe die Rufe, um in der Brunftzeit im September und Oktober draußen das Rotwild aus der Deckung zu locken, sagte er. "Das Hirschrufen ist ein großes Hobby." Er sei zum vierten Mal angetreten. Im Mai darf er nun bei Europameisterschaften mitmischen. Die Konkurrenten mussten sich in drei Disziplinen messen. Challenge Nummer eins: Die Stimme des "jungen, suchenden Hirschen" imitieren. Es soll sich anhören nach einem halbwüchsigen Aufschneider, der die Älteren provoziert, wie Wettkampfleiter Heiko Harnung von "Wild und Hund" dem Publikum erläutert.

Franke sichert sich EM-Ticket im Hirschrufen

Und tatsächlich, sogar der Laie vernimmt die Unterschiede deutlich: Mal hat man einen zaghaften Hirsch vor Augen, dann klingt es nach einem souveränen Exemplar oder gar nach einem wahren Prachtburschen. Disziplin Nummer zwei ist "der Schrei des Siegers nach dem Brunftkampf". Die Rufe der Imitatoren hören sich nach Triumph, nach Adrenalin an, manchmal aber auch einfach nur fix und fertig. Die Szene, die sich dem Zuhörer aufdrängt: Der siegreiche Platzhirsch gibt dem Unterlegenen im Wald noch geräuschvoll einen mit. Aufgabe drei ist das "Rufduell zweier gleichstarker Hirsche auf dem Höhepunkt der Brunft" - hier müssen die Wettkämpfer also zweistimmig vortragen.

Es handele sich um ein jagdliches Handwerk mit jahrzehntelanger Tradition und mit ernstem Hintergrund, betont Hornung. Der Rufer müsse sich in den König des Waldes einfühlen können.

Hirschrufen: eine Männerdomäne

Hirschrufen ist auch bei der Imitation eine Männerdomäne. Unter den Teilnehmern aus Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen war nur eine Frau - Hildegard Zervos aus Oberzier (NRW) wurde neunte.

Bei der alljährlichen Deutschen Meisterschaft der Hirschrufer kam Thomas Soltwedel aus Mecklenburg-Vorpommern auf Platz zwei. 2019 hatte er den Titel gewonnen. Auf Rang drei wählte die Jury Tasso Wolzenburg aus dem nordrhein-westfälischen Bad Laasphe.