Bei einem kleinen Zeremoniell auf dem Truppenübungsplatz in Hammelburg rückte die Kommandantur auf Initiative von Stabsfeldwebel Heiko Haas einen ansonsten eher unscheinbaren Gedenkstein in den Blickpunkt. Nahe der Stelle in der hügeligen Weite waren vor 45 Jahren zwei US-Fallschirmjäger in den Tod gesprungen.

Zum Innehalten am Jahrestag des Unglücks reiste eine Ehrenformation der 173rd Airborne Brigade aus Grafenwöhr an. Mit ihr und einer Abordnung der Truppenübungsplatzkommandantur traten auch Soldaten vom Fallschirmjägerregiment 26 aus Zweibrücken an. Sie üben aktuell auf dem Platz.

600 Soldaten sprangen ab

Die genaue Unglücksursache konnte 1976 nicht geklärt werden. Rund 600 Soldaten waren am 15. Juli 1976 über dem Truppenübungsplatz zwischen Hoher Lanz und Lichtenberg unter den Augen vieler Soldaten der Kampftruppenschule abgesprungen. Die US-Soldaten hatten zuvor in Wildflecken geübt. Sie gehörten zu den Zeiten des Kalten Krieges zu den Mobile allied forces, der sogenannten Nato-Feuerwehr. Sie hielt sich bereit, um von Vicenza (Italien) jederzeit in Spannungsgebieten eingesetzt zu werden.

Die Soldaten waren laut einem Zeitungsbericht aus der damaligen Zeit an Bord von drei "Starlifter-" und acht Hercules-Maschinen in Kitzingen gestartet. Nach kurzer Zeit hatten sie den Raum Hammelburg erreicht. Bei leichtem Wind und wolkigem Himmel wurden zunächst Ausrüstungsgegenstände und Waffen abgeworfen. Die Fallschirmjäger verließen die Maschine in rund 400 Metern Höhe. Dabei öffneten sich die Schirme der beiden Soldaten nicht.

Nachdem die Männer ungebremst auf dem Boden aufgeschlagen waren, kam für sie jede Hilfe zu spät. Für die Ermittlungen ließ die US-Armee das Gelände absperren.

In einer kurzen Ansprache bei der Gedenkzeremonie am Donnerstagnachmittag würdigte Hauptmann Daniel Rupp, der Leiter des Schießbetriebes an der Kommandantur, die deutsch-amerikanische Freundschaft. Die Verstorbenen mit ihren Einsatz für die gemeinsamen Werte sollen unvergessen bleiben.

First Sergeant Brandon Hilker würdigte ebenfalls die Leistung der Verstorbenen und dankte der Kommandantur für das Wachhalten der Erinnerung an die Verstorbenen. "Von einem vergleichbaren Unfall habe ich sonst noch nie gehört", sagte der erfahrene Fallschirmspringer. Es wird davon ausgegangen, dass sich einer der Verunglückten beim Aussteigen an dem Flugzeug verfing und dann an den Fallschirm-Schnüren hinter dem Rumpf hängen blieb. Darin hat sich wohl ein zweiter Springer verfangen, der das Flugzeug auf der anderen Seite verlassen hatte. Nachdem die Schnüre im Schlepptau der Maschine rissen, stürzen die Männer in den Tod.

Unter Trompetenklängen von Dieter Limpert (Bad Bocklet) traten Heiko Haas und Brandon Hilker vor den Gedenkstein. Haas legte einen Kranz nieder, Hilker platzierte eine Gedenkmünze auf dem Stein.

Kamerateam dabei

Die Gäste hatten ein eigenes Kamerateam dabei, um den Anlass auch mit Interviews von Beteiligten zu dokumentieren. Die US-Soldaten fühlten sich den Verunglückten auch deshalb verbunden, weil sie teils im gleichen Verband in Vicenza stationiert waren. Hammelburg und Wildflecken kannten sie von gemeinsamen Übungen. Anschließend ging es zur Kameradschaftspflege zum Grillen.