Pendler werden sich vielleicht gewundert haben, dass "ihr" Parkplatz am Waldrand, gegenüber der Nüdlinger Pyramide, plötzlich viel kleiner ist. Ein Großteil der Stellfläche ist seit kurzem durch drei große Steinbrocken so abgegrenzt worden, dass man mit dem Auto auf keinen Fall mehr durchfahren kann. Lediglich im vorderen Bereich, der von der Straße aus eingesehen werden kann, ist das Parken noch in geringem Umfang möglich.

Die Maßnahme ist schnell erklärt: Im hinteren Bereich war am Waldrand seit Jahren wild Müll abgelagert worden, der auch immer wieder entsorgt werden musste. Ein aufmerksamer Bürger hatte monatelang bei Polizei und Landratsamt moniert, dass dort illegal Abfälle lagern - bis die Behörden handelten. Mitte August 2020 war die wilde Müllkippe - unter anderem Autoreifen, ein Kindersitz, eine Öl-Auffangwanne und leere Farbeimer - auf Betreiben des Landkreises hin, der als entsorgungspflichtige Gebietskörperschaft zuständig ist, aufgelöst worden (wir berichteten).

Bei einem Treffen von Mitarbeitern des Landratsamts, der Bayerischen Staatsforsten (Grundstückseigentümer) und des Wasserwirtschaftsamts waren damals beim Ortstermin weitere Maßnahmen erörtert worden. Drei riesige Bruchsteine sollen nun die Zufahrt zum hinteren Bereich des inoffiziellen Pendler-Parkplatzes unterbinden, heißt es in einer Pressemitteilung des Sachgebiets Umweltschutz im Landratsamt. Es sei jedoch nicht beabsichtigt, die Pendler ganz zu vertreiben, so das Schreiben. Die Maßnahme ist zunächst für eine bestimmte Zeit anberaumt, damit man sehen könne, ob damit der gewünschte Erfolg erzielt wird, so das Landratsamt. Denn offenbar befürchtet die Behörde, dass jetzt, nach dieser Maßnahme, auf ähnlich gelagerten Flächen in der Nähe illegale Abfälle entsorgt werden könnten, sich das Problem in der Folge also nur verlagert.

Landratsamt will Nachhaltigkeit

In einigen Monaten wollen die Vertreter der genannten Behörden wieder vor Ort zusammenkommen und sich ein Bild von der aktuellen Lage und Wirksamkeit der Maßnahme machen, heißt es von Seiten des Landratsamts. In der Zwischenzeit wird die Polizei verstärkt vor Ort kontrollieren. Man wolle wilden Müllkippen "nachhaltig entgegenwirken", so das Sachgebiet Umwelt der Behörde.

Gerade jetzt, während der Corona-Pandemie, haben Bürger vermehrt Abfälle illegal in der freien Natur entsorgt, stellte das Landratsamt fest. Es liege im Interesse der Allgemeinheit, den Behörden solche Müllablagerungen zu melden, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Denn schließlich muss das Landratsamt diese Abfälle dann letztendlich auf eigene Kosten, beziehungsweise auf Kosten der Steuerzahler, beseitigen. Das Landratsamt weist darauf hin, dass die Entsorgung von Müll in der Natur eine Ordnungswidrigkeit darstellt. Böden, Gewässer, Tiere und Pflanzen müssten geschützt werden. "Angefangen mit einer Verwarnung oder einer Geldbuße von 20 Euro für das achtlose Wegwerfen eines Pappbechers oder das Entleeren eines Aschenbechers am Straßenrand, kann dies im Bereich der Ordnungswidrigkeiten bis hin zu mehreren tausend Euro Geldbuße führen." Was die illegalen Abfälle an der Pyramide angeht, konnte übrigens inzwischen ein Müllsünder ermittelt und für einen Teil der Hinterlassenschaften am Pendler-Parkplatz zur Verantwortung gezogen werden. Anhaltspunkt waren dabei personenbezogene Daten, welche die Polizei in einem der Müllsäcke gefunden hatte. Auf Nachfrage dieser Redaktion teilte das Landratsamt mit, dass an den Betreffenden am 21. September ein entsprechender Bußgeldbescheid geschickt wurde. Isolde Krapf