Bergrennen oder Holzhacken - mit den beiden publikumsträchtigen Ereignissen bestand am Sonntag die Qual der Wahl. Die wahren Naturburschen zog es auf das Gelände des Stihl-Timbersports-Stützpunkts in der ehemaligen Hainbergkaserne, den der ehemalige Münnerstädter Phil Vielwerth auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne betreibt. Auch an weiblichen Zuschauern herrschte beim Sport der starken Männer kein Mangel. Für die galt es, die letzte Chance auf eine Fahrkarte zur deutschen Meisterschaft zu nutzen.
Zehn gestandene Männer nahmen es miteinander auf, um sich beim letzten Ausscheidungswettbewerb noch für den Endkampf in Klingenthal zu qualifizieren - unter ihnen Lokalmatador Steffen Graf aus Leutershausen. Robert Ebner, mehrfacher deutscher Meister aus Ottelmannshausen, verzichtete auf den Start. Er hatte sich durch die Siege bei den beiden ersten Ausscheidungswettkämpfen so gut wie sicher für die Endrunde qualifiziert. Diesmal fungierte Ebner als Moderator.


Auch die Zuschauer schwitzten

Eine schweißtreibende Arbeit hatten die Athleten bei über 30 Grad zu verrichten, bei der dann selbst die rund 500 Zuschauer ins Schwitzen kamen. Sechs Disziplinen hatten die muskelbepackten Männer zu absolvieren, die allesamt in irgendeiner Form beruflich mit Wald und Holz zu tun haben. Der Wettkampf begann gleich mit der Königsdisziplin, dem Springboard. Die Sportler müssen eine Kerbe in einen senkrechten Stamm schlagen, in das sie das Brett hineinschieben - und das Ganze zweimal, um sich nach oben zu arbeiten, wo sie zu guter Letzt den Kopf des Stammes abschlagen.
In der zweiten Disziplin geht es an die Kettensäge, mit der zweimal ein Stamm durchtrennt werden muss. Bei der dritten Runde tritt wieder die Axt in Aktion. Nun müssen die Männer einen Stamm durchschneiden. Und alles natürlich so rasch wie möglich.
Schon zu diesem Zeitpunkt sah es für Lokalmatador Steffen Graf gut aus. Zur Halbzeit belegte der Leutershäuser Platz drei, den er auch bis zum Schluss verteidigte. Nach seinem für ihn missglückten Auftreten beim vorherigen Wettkampf in Magdeburg zeigte er sich nun zufrieden. Dabei landete er in zwei Disziplinen mit der Axt in der zweiten Hälfte des Feldes und hätte durch ein besseres Auftreten auf dem Gebiet noch deutlich mehr Punkte einfahren können.
Spektakulär wurde es noch einmal bei den Hot Saws. Die getunten Kettensägen produzieren bis zu 80 PS und kosten um die 5000 Euro. Kostspielig sind auch die etwa zwei Meter langen Einmann-Sägen. Steffen Graf hat es am Ende geschafft, Platz drei zu erklimmen.
Sieger wurde schlussendlich Lars Seibert aus Homberg/Hessen. Der Endkampf im Erzgebirge, die deutsche Meisterschaft, ist am 19. August.