Was lange währt, wird endlich wahr: Nach sechs Jahren gingen vor ein paar Wochen die Arbeiten an der Kirche St. Josef zu Ende. 897 000 Euro sollte die Maßnahme eigentlich kosten, sagt Kirchenpfleger Christian Back im Gespräch mit der Redaktion. Tatsächlich wies die Schlussrechnung dann aber lediglich 761 000 Euro aus.

Das ist schon erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Renovierungen historischer Bauten - die Weichtunger haben das 300-jährige Bestehen der Kirche längst gefeiert - eher teurer als billiger kommen, weil so manche schadhafte Stelle erst unterwegs erkannt wird. Dass die Arbeiten viel günstiger kamen, ist auch den Weichtungern zu verdanken: sie trugen mit rund 1000 Stunden Eigenleistung und 800 Maschinenstunden dazu bei, dass ihr Gotteshaus nun in völlig neuem Licht dasteht.

Am 9. April 2014 hatte das Architekturbüro Appl (Würzburg) mit der Planung der Maßnahme begonnen, sagt Back. Die statische Prüfung übernahm das Ingenieurbüro Mittnacht (Würzburg). Ein Jahr später hatte die Kirchenstiftung schadhafte Stellen außen an einem Großteil des Kirchenschiffs ausbessern und die Fassade neu streichen lassen. 2016 wurde das Teilstück eingerüstet, in dem sich der Chorraum befindet.

Ob und wann der Kirchturm an die Reihe kommen würde, stand seinerzeit noch in den Sternen. Denn es hieß, dass für den Turm seit jeher die politische Gemeinde die Baulast trägt. Der Marktgemeinderat Maßbach hatte jedoch eine solche Verantwortlichkeit schon 2013 einmal abgelehnt.

2016 kam alles ins Stocken

"Dass die Baulast für den Kirchturm in Händen der Kommune liegt, wurde leider niemals vertraglich geregelt", sagte damals Pfarrer Manfred Finger, seinerzeit noch zuständiger Pfarradministrator der Pfarreiengemeinschaft im Lauertal. Er hatte sich auf die Suche nach einem schriftlichen Beleg gemacht. So etwas habe man früher nun mal mündlich vereinbart, wusste er aus seinen Nachforschungen, denn die Mitglieder von Gemeinderat und Kirchengemeinde seien anno dazumal im Dorf identisch gewesen.

Ein in seinen Augen aussagekräftiges Dokument hatte Finger dann schließlich doch aufgetan und an die Diözese weitergeleitet. Darin heißt es (11. August 1841): "Die Gemeindeverwaltung Weichtungen erklärt hinsichtlich der Baulast der Kirche daselbst: Diese Baulast hat, soweit sie sich auf die Kirche mit Ausnahme des Turms bezieht, die Gotteshausstiftung, jene des Turms aber die Gemeinde, wie beides auch schon längst anerkannt ist."

Die Kirchenstiftung hatte dieses Dokument auch der Marktgemeinde Maßbach vorgelegt. Diese wiederum leitete es ans Landratsamt weiter. Die dortige Kommunalaufsicht prüfte das Schriftstück, hielt es aber nicht für stichhaltig.

Die Justizabteilung der Diözese konnte aber mittels weiterer schriftlicher Dokumente nachweisen, dass die Baulast für den Kirchturm in jüngst vergangenen Jahrzehnten (1977 bis 2015), als dort sieben andere Maßnahmen anstanden, von der Marktgemeinde als gegeben hingenommen worden waren.

Eine Zeitlang war die Renovierung der Kirche damals ins Stocken geraten. Zwischen Marktgemeinde und Diözese sei es noch etliche Zeit "hin und her gegangen", blickt Mesner Paul Erhard heute zurück. "Man hätte vor Gericht gemusst." Das habe die Diözese aber letztendlich nicht gewollt, so Erhard. Die Marktgemeinde steuerte immerhin, wie bei jeder anderen Kirchenrenovierung in ihrem Wirkungskreis, 2,5 Prozent der Bausumme bei.

Die Außenanlagen wurden komplett in Eigenleistung von den Weichtungern hergerichtet, sagt Kirchenpfleger Back. Unter anderem wurden die Bruchsteinmauer um die Kirche fachmännisch neu verfugt und 550 Quadratmeter Pflaster auf den Gehwegen rund um die Kirche verlegt. Die Treppenanlagen sind ebenfalls runderneuert. Und es gibt jetzt einen barrierefreien Zugang zum Gotteshaus. Nicht zu vergessen die Grünanlagen, die von den fleißigen Helfern auf den jüngsten Stand gebracht wurden und vermutlich erst im Frühjahr 2021, wenn alles grünt und blüht, so richtig zur Geltung kommen werden.

Etliche Firmen unterstützten die Weichtunger bei diesen Arbeiten, so zum Beispiel die Baufirma Heil (Eltingshausen) und die Putz- und Malerfirma Denner (Weichtungen), aber auch die Gartenbaufirma Herkt (Maßbach). "Fast alles war kostenlos", hebt Back hervor.

Schön wäre es, wenn man das Ende der Sanierungsarbeiten nun auch ordentlich feiern könnte, sagt Back mit Hinweis auf ein Helferfest. "Dass alles so lange dauert, hätten wir nicht gedacht", so Mesner Erhard. Vorerst könne man, wegen der Corona-Pandemie, freilich nicht im Dorf zum Feiern zusammenkommen. Aber wer weiß, vielleicht sieht im Sommer schon alles besser aus?