Wie viele andere Geschäfte in der Bahnhofstraße spürt der Weltladen einen Rückgang der Laufkundschaft. Die Straßensanierung reduziert die Laufkundschaft. Doch es gibt weltweit andere schwierige Baustellen. Deshalb ist das Engagement für den fairen Handel ungebrochen.

Rund 40 Mitglieder engagieren sich im Weltladen ehrenamtlich. Die Arbeit ist gerade jetzt wichtig. Die Produzenten in Afrika, Asien und Lateinamerika sind besonders von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen. Dort können viele wegen der Ausgangssperren derzeit nicht arbeiten, es gibt kein Material und die Produkte können nicht verschifft werden.

Um die Folgen abzumildern nimmt der Weltladen an der Aktion Fairwertsteuer des Weltladen-Dachverbandes teil. Die Aktion zielt darauf ab, die Mehrwertsteuer-Absenkung von 19 auf 16 Prozent nicht an die Kunden weiterzugeben, sondern an Produzenten des fairen Handels im Globalen Süden.

"Für uns als Weltladen Hammelburg war klar, dass wir uns an der Aktion Fairwertsteuer beteiligen werden", erklärt Annemarie Fell als Vorsitzende des Hammelburger Weltladenvereins. An so eine Aktion habe man sogar bereits vor dem Aufruf des Weltladen-Dachverbands gedacht. "So können wir die Produzenten stärken, damit sie und ihre Organisationen die Krise hoffentlich gut überstehen", erläutert Fell weiter.

Nur wenige Cent je Einkauf

Die Mehrwertsteuer-Absenkung mache je Einkauf für den Kunden nur wenige Cent aus. In der Summe des Jahres komme aber ein nennenswerter Betrag zusammen, der für Handelspartner im Süden einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung ihrer Organisationen leisten könne. Der Hammelburger Weltladen geht von einer breiten Beteiligung der bundesweit rund 900 Weltläden aus. Doch darüber hinaus soll es auch aus Hammelburg weitere Unterstützung geben: "Wir haben uns für die kommenden Wochen einige Aktionen überlegt, mit denen wir auf unsere besonderen Produkte aufmerksam machen wollen", kündigt Annemarie Fell an.Wolfgang Dünnebier