Ruhen kann Pfarrer Roland Breitenbach nicht. "Ich muss was machen", sagt er bei der Präsentation von zwei noch druckfrischen Broschüren "Dem Evangelium ganz nahe" und "Mitten unter uns wie ein Kind". Die Texte hat der Seelsorger von St. Michael in der Phase nach seinem schweren Unfall Ende 2014 geschrieben, als er wieder so fit gewesen sei, "mein Gehirn wieder in Gang zu bringen".

Es sei auch die Zeit gewesen, in der er "die Sehnsucht hatte, das aufgezwungene Nichtstun zu
überwinden und zu testen, was ich überhaupt tun kann". Die Texte hat er dann noch einmal verfeinert und sich dazu entschieden, sie wegen der unterschiedlichen Inhalte in zwei Broschüren zu veröffentlichen.

Die Broschüre "Dem Evangelium ganz nahe" trägt den Untertitel "Lebens- und Liebesgeschichten eines Pfarrers". Es finden sich darin 15 Geschichten von Ehepaaren, von Kindern, die mit einer Behinderung geboren werden. Breitenbach sieht die Erlebnisse, die er "natürlich unter der Wahrung des Beichtgeheimnisses" schildert, auch als eine Art Rückschau auf sein eigenes Leben.


Nicht immer im amtlichen Sinn

Er beschreibt weiter die Begleitung Schwerstkranker und Sterbender, aber auch von Menschen, die unter dem Druck ihres Heimatpfarrers ein Leben lang schwer gelitten haben und deswegen fast aus der Kirche ausgetreten wären. Das Faszinierende an dem neuen Bändchen ist, dass es dem Seelsorger in fast allen beschriebenen Fällen gelang, eine menschennahe Lösung zu finden - "mitunter auch gegen die wenig menschenfreundlichen Vorschriften meiner Kirche".

Im zweiten Teil dieser Broschüre finden sich Gebete und Gedanken Breitenbachs wie der Text "Was wirklich zählt" mit der Quintessenz, dass nicht die Tage im Leben zählen, sondern das Leben in den Tagen.


Zeitgenössisches von Jesus

In seinem zweiten Bändchen "Mitten unter euch wie ein Kind" hat Breitenbach unbekannte Jesusworte zusammengestellt, die er dem "Unbekannten Berliner Evangelium" entnommen hat. Die Schriften wurden vor etwa 2000 Jahren im Sand der ägyptischen Wüste bei Nag Hammadi gefunden, lagerten lange Zeit unerkannt im Berliner Ägyptischen Museum und wurden erst 1991 "entdeckt". Als Verfasser werden Apostel, Männer und Frauen vermutet, die alle noch Jesus persönlich erlebt und ihre Erfahrungen niedergeschrieben hatten.

"Umso überraschender ist es, erst jetzt unbekannte Worte von Jesus Christus zu finden, die seinem Leben und seiner erlösenden Botschaft ganz nahe kommen", sagt Breitenbach. Seine Veröffentlichung sieht er als spirituellen Begleiter für die Feste und Monate eines Jahres, der "für ein religiöses Leben neue, lebensnahe Impulse geben kann". Ergänzt wird dieses Büchlein durch Texte und Gebete für den alltäglichen Gebrauch.


Als nächstes ein Witzbuch

Beide Broschüren sind im Reimund Maier Verlag erschienen und über das Pfarrbüro St. Michael und direkt beim Verlag zu beziehen. "Über 100 sind schon verkauft", sagt Breitenbach bei der Präsentation, bei der er auch verriet, dass er an einem "Witzbuch" arbeitet. Es wird am Faschingssonntag, 26. Februar 2017, im Gottesdienst von Breitenbach persönlich in St. Michael vorgestellt. Geplanter Titel: "Hat Gott Humor?"

Roland Breitenbach: "Dem Evangelium ganz nahe", ISBN 978-3-926300-67-6, "Mitten unter uns wie ein Kind", ISBN 978-3-926300-68-3.