Gut drei Jahre lang war Thorn Plöger Geschäftsführer der Rhön GmbH. Gut drei Jahre lang war er damit verantwortlich für die touristische Vermarktung der Rhön im Namen der Landkreise Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld, Fulda, Schmalkalden-Meiningen und Wartburgkreis. Diese länderübergreifende Arbeit nicht nur für die bayerischen, sondern auch für die hessischen und die thüringischen Rhön-Interessen endet nun für den 53-Jährigen. Plöger und die Rhön GmbH haben sich zum Ende des Monats April getrennt.

Zuerst berichtet haben das hessische Medien unter Berufung auf Reinhard Krebs, den Landrat des Wartburgkreises. Er ist zurzeit Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der fünf an der Rhön GmbH beteiligten Landkreise. Krebs war am Dienstag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Die Pressestelle seines Landratsamtes bestätigte auf Anfrage dieser Redaktion aber die Trennung.

Keine Angaben zu den Gründen

Hessischen Medien gegenüber hatte Krebs das Ende der Zusammenarbeit zuvor als "einvernehmlich und gütlich" bezeichnet und Plöger für dessen Arbeit gedankt. Plöger selbst war dazu am Dienstag nicht zu erreichen. Bei einer Nachfrage in der Rhön GmbH hieß es, er befinde sich aktuell im Krankenstand.

Nach dem Ende des laufenden Monats wird das Unternehmen zunächst interimistisch weiter geführt werden müssen. Die Arbeit an einer Lösung für die Nachfolge läuft zwar bereits. In Zeiten von Corona gilt so eine Suche aber nicht als ganz einfach.

Zu den Gründen der Beendigung des Vertrages wollte sich die Pressestelle des Landkreises Wartburg auf Anfrage nicht äußern. Auch Krebs selbst hatte den hessischen Medien auf entsprechende Fragen nicht geantwortet. Dass die Trennung zunächst in Hessen öffentlich wurde, hat aber offenkundig mit Kritik von jenseits der bayerischen Landesgrenzen zu tun. Die Fuldaer Zeitung etwa schrieb, möglicherweise seien viele hessische Touristiker "nicht traurig über diese Entwicklung".

In den vergangenen Monaten habe es vor allem unter hessischen Beteiligten "zunehmend Kritik an Plöger und der Arbeit der Rhön GmbH" gegeben. Als "Kernvorwurf" nannte die Fuldaer Zeitung, die Arbeit sei "zu sehr auf den fränkischen Teil fixiert" gewesen. Eine Stellungnahme speziell dazu war am Dienstag vom Landratsamt Bad Kissingen nicht zu erhalten. Dessen Pressesprecherin verwies stattdessen auf Wartburgkreis-Landrat Reinhard Krebs in der Funktion als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung.

Die Fuldaer Zeitung listete in ihrem Bericht auch einige Detailentscheidungen auf, an denen sich hessische Beteiligte gestört haben sollen. Aufgeführt wurde da unter anderem, dass zuletzt auf eine erneute Rhöner Bewerbung bei der Wahl von Deutschlands schönstem Wanderweg verzichtet worden sei. Auch die Entscheidung, als Rhön nicht mehr mit einem eigenen Stand auf der ITB in Berlin vertreten zu sein, habe "nicht nur Applaus" geerntet.

Unterschiedliche Auffassungen

Grundsätzlich, heißt es unter Berufung auf den Sprecher einer Touristischen Arbeitsgemeinschaft hessischer Gemeinden, sei die Zusammenarbeit konstruktiv gewesen. "Bei der Abstimmung der Schwerpunkte" habe es jedoch "teilweise unterschiedliche Auffassungen" gegeben. Ob solche Dinge aber als Grund für eine Trennung hinreichen, wird auch in der hessischen Berichterstattung nicht klar. Plöger hatte die Geschäftsführung der seinerzeit neu gegründeten Rhön GmbH im Februar 2017 übernommen. Als Sinn und Zweck des Unternehmens formulierten die Beteiligten die strategische Neuausrichtung des Rhön-Tourismus.

1967 in Lemgo geboren, absolvierte Plöger nach Angaben des Landratsamtes Bad Kissingen nach entsprechender Ausbildung und Studium zunächst einige Stationen in Gesundheitsunternehmen in Nordrhein-Westfalen. 2009 kamer in den Raum Bad Kissingen. Hier war er zunächst als Verwaltungsleiter an der Hescuro-Klinik Regina GmbH & Co. KG tätig.

Siegfried Farkas