Auf was legen ambitionierte Köche am meisten Wert? Auf Qualität und Frische der Zutaten. Am besten, wenn sie griffbereit nebenan wachsen, wie die Tomaten, Paprika und Peperoni im Garten von Josef Weber. Er ist spätestens seit seinen Auftritten in der ZDF-Küchenschlacht ein gefragter Gesprächspartner, wenn es ums Essen geht. "Da weißt Du, was du hast", sagt er mit Blick auf seinen Garten.


Robuste Züchtungen

Neun verschiedene Sorten Tomaten gedeihen an gut 70 Stöcken in dem Stück Erde, das nur ein paar Schritte von der überdachten Terrasse des Innenhofs seines Hauses liegt. Einige Stöcke stehen auch einzeln in Töpfen. Wobei Webers "Paradeiser", wie das meist rote Fruchtgemüse in Österreich genannt wird, die landläufige Meinung Lügen strafen, dass Tomaten nicht dem Regen ausgesetzt werden dürfen.

Das Geheimnis der Widerstandskraft: Weber zieht seine Tomaten selbst und verwendet dazu nur die besten und robustesten. Die gelben Kernchen spült er mit Wasser ab, legt sie in Reih und Glied auf Küchenpapier, lässt sie trocknen und beschriftet das Papier mit dem Namen der Sorte. Die Kerne kleben fest und lassen sich problemlos jahrelang lagern. Zur Saatzeit ab Mitte Februar schneidet Weber dann Streifen vom Küchenpapier mit den Kernen und legt sie in die Erde einer Vorzuchtbox. Später werden die noch kleinen Pflanzen einzeln in Töpfe gepflanzt. Ins Freiland kommen sie nicht vor dem 15. Mai, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind.
Die kleinste Tomate, die in seinem Garten wächst, wiegt gerade mal zwei bis drei Gramm und heißt Wildtomate. Die schwersten Exemplare mit bis zu gut einem Kilo Gewicht stammen von der "russischen Tomate".


Auch aus Jamaika

Stets kommen neue Sorten hinzu, wenn Weber im Urlaub mal wieder eine besonders schmackhafte aufgetan hat. So schaffte es eine Pflanze aus Jamaika in seine Sammlung.

Die botanische Bezeichnungen interessieren den Hobbykoch und Kranverleiher dagegen nicht. Ihm kommt es nur auf den Geschmack an. Deshalb versieht er sie meist mit eigenkreierten Namen. Ob groß, ob klein - die meisten Exemplare werden eh zu Tomatensoße verarbeitet und in Gläser abgefüllt. Gut 100 davon braucht Weber übers Jahr für seine Soßen.

Auf Selbstgezogenes setzt Weber auch bei Peperoni und Paprika, nur Zucchini-Samen kauft er stets neu. "Die brauchen frisches Blut", schmunzelt er. Sonst bestehe die Gefahr, dass die Gewächse mit der Zeit bitter oder gar giftig werden.

Ein ganz heißer Tipp in Webers Gemüsegarten ist gerade einmal so groß wie ein Daumennagel. Die Peperoni enthält derart viel Schärfe, dass Vorsicht geboten ist, wenn man sie zum Würzen verwenden will. In anderen Ländern ist der Gebrauch allerdings an der Tagesordnung. Wie etwa in Sri Lanka, wo Weber während eines Urlaubs einmal einen Kochkurs in der Hotelküche mitgemacht hat.

Die Aufgabe an sich - ein Hähnchencurry - war für ihn einfach. Weber und die anderen Hobbyköche staunten aber nicht schlecht, als der Küchenchef zur Würze eineinhalb Esslöffel Currypulver in das Gericht für sechs Personen streute. Wobei das nur die milde Variante für Europäer war. Einheimische brauchen drei Löffel, ließ der Koch seine Schüler wissen. Er sei der Einzige gewesen, der sich noch einen Nachschlag geholt hat, erzählt Weber. "Denn am Anfang war es so scharf, dass ich gar nichts geschmeckt habe."