Tausende warten am Freitagabend auf die 2000 Kerzen, die den Fluss während "Saale brennt" hinuntertreiben, umrahmt von einer Laserkulisse. Hinter der stimmungsvollen Beleuchtung steckt ein immenser technischer Aufwand, gerade in Bezug auf die Lasereffekte, die dieses Jahr zum zweiten Mal zu sehen sind.

Vier Hochleistungslaser haben Spezialeffekte-Experte Urs Lange und sein Team der Bielefelder Firma Flash Art am Tag zuvor an der Saale positioniert, zwei an der Ludwigsbrücke, zwei am Schweizerhaussteg. Acht Nebelmaschinen mit jeweils 16 000 Watt Leistung stehen auf dem Uferabschnitt dazwischen verteilt auf beide Uferseiten. "Ohne Dunst sieht man keinen Lichtstrahl", erklärt der Fachmann. Ohne Nebel würde niemand die Welle und den Tunnel auf der Wasseroberfläche bemerken. Die Nebelmaschinen werden per Hand vom Technikzelt aus gesteuert. Je nach Windrichtung und -stärke sorgt Laseroperator Hans-Jürgen Pfeffer dafür, dass immer genug Dunst an der richtigen Stelle ist.

Für die Laser gelten strenge Sicherheitsvorschriften. Die Show muss vorher bei den Behörden angezeigt werden, Sicherheitsbeauftragte überwachen die Einhaltung. "An einem Hochleistungsstrahl könnte man sich eine Zigarette anzünden", sagt Lange. Wer direkt in den Laser schaut, erblindet sofort, weil die Netzhaut durchgebrannt wird. Damit den Zuschauern nichts passiert, werden die Laser am Abend vor der Vorführung so kalibriert, dass sie Sicherheitskorridore einhalten werden. Eine Sicherheitsfirma wacht anschließend darüber, dass die Laser danach nicht unbefugt verstellt werden. "Hochleistungsbeams gehen werden nur über die Köpfe des Publikums geschossen. Es gibt aber auch andere Effekte, die ins Publikum gehen", erzählt er. In den Lasern befinden sich Spiegel, die sich rasend schnell bewegen und so den Lichtstrahl tausendfach brechen und die Intensität auffächern. Dadurch wird der Strahl zum einen ungefährlich für das Publikum, zum andern kann so jede beliebige Form aus Licht geschaffen werden. Bei "Saale brennt" erzeugen die Profis so eine grüne Welle und einen Lichttunnel auf der Wasseroberfläche.