Der English Folk Club (EFC) machte im Corona-Sommer aus der Not eine Tugend: Statt einmal im Monat in der Vinothek KissVino präsent zu sein, treffen sich die Clubmitglieder seit Monaten zu ihren musikalischen und poetischen Intermezzos digital auf Facebook. Und da geht die Post ganz schön ab, denn inzwischen mischen dort kleine und große Künstler aus der ganzen Welt mit. 4000 Aufrufe sind keine Seltenheit, sagt EFC-Chef Dennis Dennehy.

2014 hatte der Garitzer Musiker und Songwriter die zündende Idee, einmal im Monat Sängern, Musikern, Dichtern und Poetry Slammern aus nah und fern eine Bühne zu bieten. Die Sache ließ sich sehr gut an. Insgesamt 70 Talente hat der Club im Laufe der Jahre hervorgebracht - alles Menschen, die einfach Spaß daran haben zu zeigen, was sie künstlerisch so draufhaben. Man muss kein Profi sein, um mitzumachen und das Schöne daran ist: Das Publikum ist den Darstellern stets gewogen.

Anfangs trafen sich alle im Rhön Adler in Hausen. Seit zwei Jahren hat der EFC mit der Vinothek KissVino einen neuen, interessanten Veranstaltungsort gefunden. Zum Start damals, im August 2018, kamen gleich 80 Besucher, die die kleinen und großen Stars bejubelten. Der Erfolg hielt an - bis im März 2020 die Corona-Pandemie aktuell wurde. Zunächst lag der EFC auf Eis.

Doch dann hatten Dennehy und seine Mitstreiter die Idee, einfach online zu gehen. Seit April 2020 sind die Club-Mitglieder nun, einmal im Monat, auf Facebook zu hören und zu sehen - zusammen mit zahlreichen anderen Interpreten von überallher, sagt Dennehy. Da schalten sich stets Leute aus allen Teilen der Welt auf, so der EFC-Initiator. So seien beispielsweise schon Interpreten aus Großbritannien, der Türkei, Südafrika und Neuseeland mit von der Partie gewesen.

Werbung für die Kurstadt

"Und alle wollen mal nach Bad Kissingen kommen, wenn die Corona-Pandemie vorbei ist", schmunzelt Dennehy. "Im Prinzip machen wir mit dem English Folk Club in der ganzen Welt eine Superwerbung für Bad Kissingen." Übrigens sind auch oft Profis unter den EFC-Gästen. "Die können halt momentan nirgends auftreten und sind dann gern bei uns dabei."

Schön hätten er und der Betreiber von KissVino es gefunden, wenn man ab September wieder im Lokal hätte auftreten können, sagt Dennehy. "Doch das geht nicht, weil Singen wegen der Aerosole problematisch ist, zudem die Interpreten ja auch alle Viertelstunde wechseln." Das Gesundheitsamt habe Auftritte nicht erlaubt. Jetzt sei man am Überlegen, ob man die Facebook-Auftritte nicht per Leinwand in die Vinothek übertragen kann, so dass die Gäste dort dennoch Unterhaltung mit dem English Folk Club haben, so der Initiator weiter. "Aber wir müssen noch schauen, ob das technisch klappt."

Auf der Suche nach Helfern

Angesichts der Corona-Krise fragte sich Dennehy auch, wie es mit dem English Folk Club weitergehen soll. Sein Bestreben sei es, die Veranstaltungen mit der Zeit auch in andere, jüngere Hände zu übergeben. Dabei geht es in erster Linie um den Auf- und Abbau der Technik und die Moderation des EFC. Drei Interessierte haben sich schon bei ihm gemeldet, sagt Dennehy. Schön wäre es, wenn sich noch drei weitere Club-Fans fänden, so dass man, was die Helfer angeht, auf einen Pool zurückgreifen könnte.

Aktuell hat Dennehy noch genug Ideen, wie man die Corona-Zeit überbrücken kann. Als Nächstes ist für Mitte September ein Workshop für Songwriting geplant - natürlich bei KissVino. Denn einen guten Text für einen Song zu produzieren, ist laut Dennehy schon eine Kunst. Isolde Krapf