Sie ist 23 Jahre alt, gelernte Bauingenieurin und übernimmt Ende Juli Bad Kissingens begehrtesten Job für junge Frauen: Carina Wehner wird Quellenkönigin. So eine Quellenkönigin hätte Ludwig II. gebraucht. Die hätte ihm als Kalkulatorin bei einem Bauunternehmen genau ausgerechnet, dass er sich mit dem Bau der Schlösser Neuschwanstein, Herrenchiemsee und Linderhof übernehmen würde. Das Pech des Märchenkönigs ist das Glück Bad Kissingens. Die 23-Jährige Carina Wehner übernimmt als Carina I. die Position an der Seite des Fürsten beim Rakoczy-Fest 2018.

Frau Wehner, Sie haben ein Studium des Bauingenieurwesens mitsamt zugehöriger Maurerlehre absolviert. Was reizt jemand, der offensichtlich im besten Sinne bodenständig ist, an der Rolle der Quellenkönigin?
Carina Wehner: Das ist 'mal etwas anderes, ein Gegensatz zu dem, was ich sonst immer mache. Das war eine einzigartige Gelegenheit für mich und die habe ich genutzt.

Wie kamen Sie zu der Aufgabe, klassisch über eine Bewerbung?
Der Bruno (Organisator Bruno Heynen) ist auf meinen Vater zugegangen und der hat gesagt, da müsse er mich schon selber fragen. Ich habe mir dann gedacht, das ist schon cool. Also habe ich gesagt, auf geht's.

Haben Sie schon praktische Vorerfahrung mit dem Fest, waren sie schon bei einer Gruppe oder auf einem Wagen dabei?
Früher habe ich bei der Feuerwehrkapelle in Garitz Klarinette gespielt und da sind wir immer beim Festzug mitgelaufen. Das ist aber schon zehn Jahre her.

Wie sehen Sie das Fest aus Besuchersicht, wo muss man Rakoczy da erlebt haben?
Als Erstes fällt mir da das Feuerwerk ein, das ist immer sehr schön, die Saale brennt auch. Und in der Stadt ist beim Fest ein Gewusel, das man sonst aus Bad Kissingen nicht kennt. Außerdem trifft man an Rakoczy oft auch alte Freunde und Klassenkameraden.

Wen kannten Sie vorher vom Personal des Fests?
Von den Organisatoren nur die Karin (Matthes). Bei den Historischen waren von Kindheit an Sisi und Franz Josef die interessantesten Figuren. Und natürlich Fürst Rákóczi.
Drei Tage Dauerlächeln, Tanzen beim Ball des Fürsten und unter Umständen eine kleine Rede, wovor haben Sie beim Blick auf die Anforderungen des Fests Respekt?
Am meisten Respekt habe ich davor, das Fest vor so vielen Leuten zu eröffnen. Grundsätzlich sollte man das Ganze aber auf jeden Fall mit Respekt angehen. Die Herausforderung macht es für mich aber auch interessant.

Und worauf ist die Vorfreude am größten?
Schwierig zu sagen. Dass man was Neues erlebt, neue Leute kennenlernt und das Rakoczy-Fest mal von einer anderen Seite kennenlernt.

Quellenköniginnen brauchen üblicherweise Unterstützung aus der Familie. Wie ist das bei Ihnen, sind am Festwochenende nicht alle mit Arbeit ausgelastet?
Für meinen Vater gilt das schon. Wenn ich aber Hilfe brauche, kann ich mich auf ihn verlassen. Auch auf meine Mutter kann ich mich absolut verlassen. Ich mache mir jedenfalls keine Sorgen, dass ich alleine dastehe.
Haben Sie schon eine Vorstellung, in welche Richtung es beim Kleid gehen soll?
Ich hätte gerne etwas Dunkelblaues, vielleicht auch ein bisschen Spitze. Ich lasse mich aber noch überraschen, was ich so finde. Das Gespräch führte Siegfried Farkas.


Zur Person

Carina Wehner ist die Tochter von Jochen Wehner, dem Betreiber des Kurgartencafés.
Die 23-Jährige, die beim Heimatfest am letzten Juliwochenende Kissingen und seine Heilquellen repräsentiert, hat einen bodenständigen Beruf erlernt. Nach dem Abitur 2012, absolvierte sie ein duales Studium zur Bauingenieurin und machte dabei auch eine Maurerausbildung. Umsetzen kann sie praktisches und theoretisches Wissen inzwischen als Kalkulatorin bei der Firma Schick.