In dieser Woche halten die Tanzsporttrainer im Regentenbau wieder, wie gewohnt, ihren Sommerkongress ab. Und am Samstag steigt als gesellschaftliches Ereignis das große Tanzturnier - auch 2017 wieder mit Profitänzern. Wer ein Faible für exzellente Standardtänze und feurige lateinamerikanische Schrittfolgen hat, kommt bei diesen beiden Grand Prix sicher auf seine Kosten.
Das Tanzen hat in der Kurstadt längst Tradition. Schon in den 50er Jahren tagten hier die Tanzlehrer. Auch die 1977 gegründete Tanzsport-Trainer-Vereinigung (TSTV) setzte diese Tradition fort. Als die TSTV sich später in den Deutschen Tanzsportverband (DTV) eingliederte, geschah dies - wie sollte es anders sein - 1988 im Regentenbau in Bad Kissingen.
Die Tanzsport-Seminare begannen bereits am Dienstag. Im Allgemeinen nehmen daran zahlreiche Tanzsportlehrer aus dem In- und Ausland teil, denn schließlich gilt es mehrere Einheiten zu absolvieren, die zum Erhalt verschiedener Lizenzstufen notwendig sind. Aber auch Fachübungsleiter und Wertungsrichter bilden sich hier fort. Heuer feiert die TSTV sogar einen runden Geburtstag, denn sie wird 40 Jahre alt.
In den vergangenen Jahrzehnten standen die Tanzturniere in der Kurstadt unter dem Zeichen des Deutschen Tanzsportverbands (DTV). Beim Großen Preis von Bad Kissingen oder der Tanz-Trophy gaben sich die weltbesten Amateur-Tänzerinnen und -Tänzer in der fränkischen Kurstadt ein Stelldichein.


Verantwortung hat gewechselt

2016 gab es mit fünf Profi-Paaren aus Deutschland, Polen und den Niederlanden eine Premiere im Wettbewerb um den German Latin Cup 2016. Getanzt wurden Samba, Cha-Cha-Cha, Rumba, Paso Doble und Jive als Pflichttänze sowie eine selbst entwickelte Choreografie. Die Verantwortung für das Turnier wechselte vom bayerischen Landesverband des DTV über auf die Professional Division (PD) innerhalb des DTV. Dieses Jahr stehen zudem nicht nur lateinamerikanische, sondern auch Standardtänze auf dem Programm.


Punktesammeln für Meisterschaft

Beim Turnier am Samstag sammeln die Tanzpaare Ranglistenpunkte, die neben der Deutschen Meisterschaft für die Nominierung zu den internationalen Meisterschaften zählen. Zusätzlich zu den deutschen Profi-Paaren, werden auch Tänzer aus den benachbarten Nationalverbänden eingeladen - Hauptsache ist, sie haben eine gültige Startlizenz des Weltverbandes WDSF (World Dance Sport Federation).
Werten die Profi-Tänzer das traditionelle Bad Kissinger Tanzturnier nun eigentlich auf? Tassilo Lax, Eventdirektor der Professional Division, will sich nicht so recht festlegen. Für die Zuschauer sei das Turnier am Samstag vielleicht interessanter, weil es übersichtlicher ist, denn es befinden sich weniger Paare auf der Tanzfläche, sagt Lax. "Man kann sich besser mit den Tänzerinnen und Tänzern identifizieren."
Andererseits befinden sich, seiner Ansicht nach, sowohl unter den Amateuren als auch unter den Profis Toptänzer. Das Wort Amateur bedeute im Tanzsport lediglich, dass man an Wettbewerben teilnimmt und Karriere macht, sagt Lax. Viele hören dann später auf, andere tanzen noch weiter, eben als Profis, so der Eventdirektor. Und dennoch: Laut Lax ist der Grand Prix am Samstag, nach der Deutschen Meisterschaft im Tanzen, das zweitbedeutendste deutsche Tanzturnier.


Ballmusik mit den Firebirds

Für die passende Musik sorgt, wie bereits 2016, die Showband Firebirds, die bereits bei namhaften großen Veranstaltungen wie dem Wiener Opernball, dem Semper Opernball Dresden und dem Bundespresseball in Berlin den Ton angab, heißt es in einer Pressemitteilung der Staatsbad Bad Kissingen GmbH. Denn schließlich sind später auch die Besucher eingeladen, selbst das Tanzbein zu schwingen.
Karten: Tourist-Information Arkadenbau, Tel. (09 71) 80 48-4 44 oder E-Mail: kissingen-ticket@badkissingen.de.